Gößweinstein
Konzert

Görg und Schäffner entfalten barocke Klangpracht

Das traditionelle Jahresschlusskonzert in der Basilika Gößweinstein war auch in diesem Jahr Anziehungspunkt für viele Konzertfreunde.
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Moritz Görg an der Trompete und Basilikaorganist Georg Schäffner   Foto: Barbara Grellner
Moritz Görg an der Trompete und Basilikaorganist Georg Schäffner Foto: Barbara Grellner
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von Barbara Grellner

Wie schon seit Jahren war das Gotteshaus voll besetzt, selbst aus Dresden und Leipzig reisten Besucher an.

Die Künstler des Abends waren Moritz Görg an der Trompete und Basilikaorganist Georg Schäffner.
Zum Auftakt des Konzertes erklang präzise und beschwingt die Toccata D-Dur von P. Giambattista Martini, der als Kapellmeister der Franziskanerkirche Bologna unter anderem W. A. Mozart im Fach Kontrapunkt unterrichtete.

Dem Concerto D-Dur von J. S. Bach für Trompete und Orgel, das im Anschluss zu hören war, liegt ein gleichnamiges Orchesterwerk des bedeutendsten italienischen Komponisten des Barock, Antonio Vivaldi, zu Grunde. Vivaldis Kompositionen waren im 18. Jahrhundert in ganz Europa verbreitet und erfreuten sich großer Beliebtheit. Sein Concerto D-Dur übertrug Bach auf das Cembalo, das wiederum als Vorlage für den Allegro- und Larghetto-Satz in der Transkription für Trompete und Orgel diente. Görg und Schäffner gelang es durch ihr virtuoses Spiel, barocke Klangpracht zu entfalten. Im Larghetto entstand durch ihr einfühlsames Zusammenspiel eine ganz besondere Atmosphäre im Kirchenraum.

Zu den großartigsten Orgelwerken Bachs gehört die Toccata F-Dur. Die Komposition ist reich an virtuosen Pedal- und Manual-Passagen, die hohe Anforderungen an den Interpreten stellen.
Bei "Wachet auf ruft uns die Stimme", eines der bekanntesten Werke des Meisters, wurde die Melodie des Chorals von der Trompete feierlich-expressiv vorgetragen, und von der Orgel figurativ umspielt.

Die Werke der beiden amerikanischen Musiker George Gershwin und Leonard Bernstein, für Trompete und Orgel arrangiert, dürfen getrost als Rarität bezeichnet werden. Die Präludien des Komponisten G. Gershwin und L. Bernsteins "Something 's Coming" aus der "West-Side-Story" - im Original für Klaviersolo komponiert - weisen deutliche Jazz-Elemente auf. Görg und Schäffner brachten die technisch und rhythmisch anspruchsvollen Stücke witzig, pfiffig und im Allegro dramatisch-bizarr zu Gehör.

Den Schlussteil des Konzerts leitete Schäffner mit "Prière à Notre Dame" und "Toccata" aus dem bekanntesten Orgelwerk Leon Boellmanns, der "Suite Gothique", ein. Das "Prière" ist ein hochromantisches Komposition, in dem der Organist Streicher- und Flötenregister zu einem schwebenden Klang verschmelzen ließ. Brillanz und Spielfreude kennzeichnen die Toccata, ein rauschendes Virtuosenstück, in dem ein dramatisches Thema mit großer Steigerung durch Schäffner zu einem pompösen Schluss geführt wurde.

Mit Kompositionen des Belgiers Nicolas Jacques Lemmens klang das Jahresschlusskonzert aus. Bei den drei aus der "École d'Orgue" entnommenen Orgelstücken (Fanfare, Cantabile und Finale) des Spätromantikers, die von Schäffner mit einer Stimme für Trompete ergänzt wurden, überzeugten die beiden Künstler erneut als Meister ihres Instruments. Auf den begeisterten, minutenlangen Beifall antworteten Görg und Schäffner mit zwei Zugaben.


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