Trailsdorf
Naturschutz

Glauber verspricht: fränkische Kulturlandschaft erhalten!

Der Bayerische Umweltminister Thorsten Glauber sprach beim Bund Naturschutz in Trailsdorf über Themen wie Obstbau, Flächenfraß und Südumgehung Forchheims.
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Umweltminister Thorsten Glauber spricht beim BN. Foto: Sylvia Hubele
Umweltminister Thorsten Glauber spricht beim BN. Foto: Sylvia Hubele
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Ob es am Besuch vom Staatsminister für Umwelt Thorsten Glauber (FW) und Landrat Hermann Ulm (CSU) lag, dass die Jahreshauptversammlung des Bundes Naturschutz (BN) in Bayern so gut besucht war? Der große Saal des Gasthauses Schwarzmann in Trailsdorf war fast voll besetzt.

Landrat Ulm räumte ein, dass es manchmal Zeit brauche, bis Wege zueinander gefunden werden. Er erwähnte die angstvolle Stimmung der Obstbauern vor längerfristigen Einschränkungen, die dazu führe, dass Streuobstgärten verschwänden. "Wir wollen die wertvollen Flächen erhalten", betonte er.

Umweltminister Glauber berichtete von der Arbeit, die er in seinem Ministerium täglich leistet, um "die Dinge umzusetzen, die im Volksbegehren gedacht waren". Allein an der Landwirtschaft zerren immense Kräfte. "Wir wissen nicht, wie unsere Zukunft aussieht", habe ihm eine Bäuerin geklagt, berichtete Glauber. Gut 90 Prozent der Förderung gehen an zehn Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe, die meisten davon in Niederbayern. "Dort ist jede Scholle bis zum Ende durchgeackert", berichtete Glauber. Im Gegensatz zu Franken gebe es dort weder Diversität noch Rückzugsflächen. Er appellierte an die Landwirte, Vernunft zu bewahren: "Das Schlimmste wäre es, jetzt die Obstbäume umzulegen!"

Auftritt in Heroldsbach angekündigt

Glauber kündigte an, am Donnerstag in der Hirtenbachhalle in Heroldsbach bei einer Veranstaltung des Bayerischen Bauernverbandes (ab 19 Uhr) Rede und Antwort zu stehen. Er wolle ein klares Signal setzen, damit die fränkische Kulturlandschaft erhalten bleibe: "Das macht die Besonderheit unserer Heimat aus!" Auch in der extensiv genutzten Obstbauwirtschaft können künftig betriebswirtschaftliche Veränderungen vorgenommen werden, versprach der Minister und wies auf die finanziellen Möglichkeiten von Ausgleichszahlungen hin.

Wie lange es noch dauere, bis ganz Bayern zubetoniert werde, wollte Bernhard Birnfeld in Bezug auf den Flächenfraß vom Umweltminister wissen. Die Verringerung des Flächenfraßes stehe im Koalitionsvertrag, erklärte Glauber und versprach: "Es wird eine klare Ansage zur Reduzierung geben."

In der dritten Dimension

Glauber erläuterte, dass in einigen Dingen einfach anders gedacht werden müsse: "Wir müssen in der dritten Dimension denken." Er meinte damit, dass rund um Einkaufsmärkte nicht die dreifache Menge an Parkfläche versiegelt werden könne. Stattdessen solle in die Erde oder die Höhe gebaut werden. Ebenso einfach könne Wohnraum geschaffen werden, wenn beispielsweise in den Städten die Traufhöhe der Häuser erhöht, die Dachgeschosse ausgebaut oder sogar um eins erhöht würden. "Hier gilt es, ans Baurecht und Baugesetzbuch zu gehen", verkündete Glauber. Wird der Flächenfraß nicht eingedämmt, befürchtet er ein nächstes Volksbegehren, das ebenso erfolgreich wie das Artenschutzbegehren werden könne.

Thema "Ostspange"

Ein Zuhörer forderte, die geplante "Ostspange" (Südumgehung der B 470 in Forchheim) "rauszuschmeißen". Glauber betonte, dass er bereits seit 20 Jahren für eine Umgehung Gosbergs kämpfe. Allerdings sei er sich sicher, dass die momentan aufgesetzte vierspurige Lösung "in dieser Form nicht gebaut" wird. "Sie können sich ganz entspannt zurücklehnen", beschied er dem Fragesteller. Stattdessen bevorzuge er eine wesentlich kleinere Lösung, die so nahe an Gosberg liegt, dass ein aktiver Lärmschutz möglich sei. Glauber gibt sich sicher, dass ein neues Verkehrskonzept auch den öffentlichen Personennahverkehr im ländlichen Raum einschließen müsse: "Der Bundesverkehrswegeplan muss überarbeitet werden, sonst ist der Koalitionsvertrag nicht umsetzbar."

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