Heiligenstadt
Marktgemeinderat

Gesperrte marode Brücke in Oberleinleiter wird abgerissen

Eine kleine Brücke in der Marktgemeinde Heiligenstadt hat eine große Bedeutung für die Anwohner in Oberleinleiter. Sie wird abgerissen.
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Die untere Brücke in Oberleinleiter ist derzeit gesperrt und soll abgerissen werden. Foto: Carmen Schwind
Die untere Brücke in Oberleinleiter ist derzeit gesperrt und soll abgerissen werden. Foto: Carmen Schwind

"Wenn wir da keine Brücke hätten, wäre das eine Katastrophe", meinte eine Zuhörerin aus Oberleinleiter nach der Sitzung des Marktgemeinderates in Heiligenstadt. Aus Sicht einiger Bürger würde dadurch das Dorf getrennt. "Da müsste man 600 Meter außen herumlaufen, wenn man den Nachbarn besuchen will. Da wird von schnellem Internet gesprochen, aber persönlich kann man nicht miteinander sprechen, obwohl man Nachbar ist", schimpfte sie. Sie und zwei weitere Bürger aus Oberleinleiter waren gekommen, da der Marktgemeinderat über den Abbruch der alten "Unteren Brücke" in Oberleinleiter beschließen wollte.

Kanalbau läuft

Bürgermeister Helmut Krämer (CSU/Einigkeit) trug vor, dass die Kanalbauarbeiten, die Erneuerung der Wasserleitung und die Breitbandverlegung in Oberleinleiter laufen. "Wir haben 30 Prozent der Straßenerneuerung fertiggestellt", sagte er und gab an, dass die komplette Erneuerung der Staatsstraße nicht wie geplant bis Dezember abgeschlossen werden kann. Weiter informierte Krämer, dass das Umfeld des Krieger-Denkmals aufgrund der Bauarbeiten neu gestaltet werden und aus Sicherheitsgründen ein Geländer zur Leinleiter angebracht werden muss.

Katastrophaler Zustand

"Als nächste Maßnahme steht der Abbruch der desolaten Leinleiter-Brücke im südlichen Teil an", erklärte Krämer. Zwischenzeitlich wurde die Brücke wegen des katastrophalen Bauzustandes gesperrt. "Die Anlieger wünschen nach dem Abbruch der alten Betonbrücke zumindest eine fußläufige Verbindung in Form einer Fußgängerbrücke", wusste Krämer. Weiter informierte er die Räte, dass das staatliche Bauamt nach einem Ortstermin große Bedenken bezüglich der Sicherheit vorgebracht hätte, denn dort gebe es keinen Gehweg, und Überquerende stünden gleich an der Straße. Außerdem wäre für den Neubau eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich. Auf die Frage nach Kosten erklärte Krämer, dass der Bau einer befahrbaren Brücke zwischen 200.000 und 400.000 Euro kosten könnte, eine Fußgängerbrücke etwa 60.000 Euro. Die Verwaltung empfahl, die marode Brücke abzureißen und vom Neubau einer Fußgängerbrücke Abstand zu nehmen.

Löschwege

Heiko Ott (BN) fragte nach, wie das mit dem benötigten zweiten Löschweg ausschaue. Außerdem brauche man einen Wendehammer. Er wollte wissen, ob es hierzu Fördermittel gebe. Johannes Hösch (CSU) bestätigte, dass dieses "Brückla" schon einmal sehr wichtig war bei einem schlimmen Brand in Oberleinleiter. Er fragte, ob es nicht wenigstens eine Möglichkeit gebe für eine einfache Brücke in Leichtbauweise, damit die Anwohner nicht so weit außen herumlaufen müssten. "Das ist ein Stück von ‚Oberlaader‘, das da weggeplant wird", meinte er und erhielt Applaus von den Zuhörern. Krämer informierte daraufhin die Bürger, dass Applaus in einer Marktgemeinderatssitzung nicht vorgesehen sei.

Sechs Meter Spannweite

Alexander Stöcklein (BN) wunderte sich, dass die Brücke sechs Meter Spannweite haben müsse. Auch er findet es wichtig, dass sich die Nachbarn besuchen können müssen. Er wies darauf hin, dass es in Heiligenstadt viele kleine Bücken über die Leinleiter gebe. Monika Gräfin von Stauffenberg (CSU) fragte, wie das denn mit der Müllabfuhr gehandhabt werde. Helmut Krämer antwortete, dass diese rückwärts in die Straße fahre. Peter Landendörfer (WG) schimpfte über den Gigantismus, der herrsche, denn es müsse immer alles oder nichts geben. "Ich kann die Bedenken der Anwohner verstehen. Denn gerade für ältere Leute ist es ein Problem, so weit laufen zu müssen", trug Landendörfer vor und forderte auf, nicht über riesig große, sondern über praktikable Lösungen nachzudenken. Während der Diskussion versuchte Krämer immer wieder zu erklären, dass nicht einfach so eine Brücke gebaut werden könne; man müsse sich an Verfahren halten. Außerdem gehöre der Grund auf der einen Seite der Leinleiter nicht der Gemeinde. Hans Göller (SPD) forderte die Räte auf, genau nachzudenken, denn danach könnten auch andere Bürger Forderungen stellen, dass bei ihnen ebenfalls eine Brücke gebaut werden müsse. Und es gehe ums Geld. Der Beschlussvorschlag wurde am Ende geändert. Die Marktgemeinderäte beschlossen, die alte Brücke abzubrechen, und beauftragten die Verwaltung, mit den Behörden über Möglichkeiten für eine andere Brücke zu sprechen.



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