Forchheim
Umbau

Geschwister mit Geschäftssinn

Das Künstler-Kreul-Viertel wurde gestern eröffnet. Es bietet Platz für 35 Firmen. Die Bauherren Katrin und Thomas Schmidt sind ein hohes Risiko eingegangen.
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Die Büros im Atrium wurden nach den individuellen Wünschen der Mieter zugeschnitten.
Die Büros im Atrium wurden nach den individuellen Wünschen der Mieter zugeschnitten.
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Rot, grau und weiß. "In dem Stil ist das ganze Gebäude gehalten", erklärt Bauherrin Katrin Schmidt, die nun schon seit einiger Zeit mir dem Fahrrad vorlieb nehmen muss. Während der eineinhalbjährigen Bau- und Planungsphase blieb keine Zeit für die "banalen Dinge, wie ein neues Auto zu kaufen, nachdem das alte gestohlen wurde", erzählt ihr Bruder Thomas Schmidt. Seit Freitag ist der Stress vorbei. Das Künstler-Kreul-Viertel wurde offiziell eröffnet. In drei Gebäudekomplexen - namentlich Atrium, Storage und Vitalis - erstrecken sich 4500 Quadratmeter vermietbare Fläche von der Bayreuther Straße 9 bis zur Hainbrunnenstraße 8.
Im April 2011 war das Atrium noch die alte Produktionsstätte der Farbenfabrik Kreul. "Das Gebäude abzureißen, konnten wir uns finanziell nicht leisten, auch wenn uns jeder Architekt dazu geraten hat", erläutert der 35-Jährige die Entscheidung, das Gebäude komplett zu sanieren. Heute bietet das Atrium auf zwei Etagen Platz für etwa 20 Büroeinheiten. Mit einer Fläche von 825 Quadratmetern ist der Bio-Fachmarkt Ebl zumindest flächenmäßig der größte, der insgesamt 35 Mieter, die im Künstler-Kreul-Viertel untergekommen sind. Während das Atrium für Büro-Lofts konzipiert wurde, bietet der Neubau Storage dort, wo die alten Hallen der Firma Kreul standen Handwerkerbetrieben von Hausmeisterservice bis Geigenbauern einen Büro- und Arbeitsbereich.
Ebenfalls saniert, wenn auch weniger aufwendig wie das ehemalige Hauptgebäude wurde das Verwaltungsgebäude in der Hainbrunnerstraße. Hier im Vitalis findet sich jetzt eine Kieferorthopädische und eine Physiotherapeutische Praxis.
"Wir sind jetzt sehr glücklich, dass es von den Forchheimern so gut angenommen wurde", lächelt Katrin Schmidt. Vor allem der Standort nahe dem Bahnhof, die repräsentativen Büroräume und die Flexibilität bei der Raumaufteilung hätten den Ausschlag gegeben. "Wenn einer sagte, er brauche 43 Quadratmeter, dann bekam er die. Und wenn er dort eine Wand wollte, bekam er die auch", erklärt die 31-Jährige.

Nur noch zwei Einheiten frei


Und so hatten sie bereits neun Monate nach Baubeginn, also zum 1. Januar 2012, die ersten Mieter. Mittlerweile sind lediglich zwei Einheiten zu je 75 Quadratmetern noch frei. Die Erleichterung ist beiden ins Gesicht geschrieben. "Uns war klar, wenn es floppt, kommen wir nie wieder aus den Schulden raus", schildert Thomas Schmidt trocken das Risiko, da sie ohne Vorvermietung mit dem Projekt begonnen haben. Und so gab es auch "Momente, in denen wir psychisch eigentlich schon durch waren", sagt Katrin Schmidt und betont, dass sie sich bewusst für das Risiko entschieden hätten, da sie an dem Grundstück hängen, das ihr Urgroßvater, der Drogerist Franz Schmidt 1928 erwarb.
Gut 85 Jahre später stehen seine Urenkel auf dem neu gestalteten Gelände und sind "dankbar, dass es jetzt vorbei ist."

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