Wiesenthau
Gemeinderat

Geplanter Funkmast macht Wiesenthauer mobil

300 Unterschriften gegen den geplanten Sendemast in Wiesenthau liegen vor. Weitere Gespräche sind notwendig.
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Symbolfoto: map
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Ungewöhnlich viele Besucher zeigten ihr Interesse an der Gemeinderatssitzung in Wiesenthau. Die zu verabschiedenden Zahlen des Haushalts waren ein Grund. Spannender noch war aber ganz offensichtlich der letzte Punkt, den Bürgermeister Bernd Drummer (BGW) ansprach, nämlich die Errichtung eines hohen Funkmastes.

In einem Schreiben 2017 verwies das Unternehmen Deutsche Funkturm, eine Tochter der Telekom, auf die Funklöcher in Wiesenthau, die man beheben wollte. Sie sind auch im Breitbandatlas im Internet ausgewiesen.

Die Gemeinde hatte zunächst auf Anfrage keinen Standort zur Verfügung gestellt, weshalb Telekom eine private Lösung im Ort suchte. Der daraufhin eingereichte Bauantrag erschien dem Gemeinderat problematisch aufgrund der Nähe zu Kindergarten und Schule. Wegen fehlender Unterlagen, so die offizielle Begründung, befürwortete der Rat das Vorhaben nicht. Für die Genehmigung ist allerdings ohnehin allein das Landratsamt Forchheim zuständig. In einer Klausurtagung 2018 diskutierte der Gemeinderat im Beisein der Telekom das Vorhaben eingehend. Zusammen zog man die drei Standorte Langenlohe, Bauhof und Hochbehälter in Erwägung. Nach Prüfung kam die Telekom zum Ergebnis, dass Langenlohe geeignet wäre, allerdings mit einem höheren Mast. Er würde etwa 200 Meter vom Ort entfernt auf Gemeindegrund stehen.

Nachdem das Ergebnis öffentlich wurde, erhielt Bürgermeister Drummer zahlreiche Anrufe. Eine Interessengemeinschaft (IG) formierte sich dagegen mit 300 Unterschriften. Drummer führte Gespräche in großer und kleiner Runde. Jetzt will der Gemeinderat weitere Informationen einholen und in interner Sitzung eine Meinung bilden, um die weiteren Schritte zu besprechen. "Transparenz ja, aber Diskussion in kleinem Kreis muss gehen, Dialog gilt für beide Seiten", sagte Drummer. "Wir nehmen die Sache ernst, es wird heute und morgen nichts passieren", sicherte er zu. Die bisherigen Gespräche seien in fairem Rahmen verlaufen.

Thema Haushalt

"Ein Haushaltsvolumen von 8,4 Millionen Euro, das zeigt, es wird viel gemacht, wir sind aktiv", betonte Bürgermeister Bernd Drummer mit Blick auf einen Rekordhaushalt. Betrug das Volumen 2014 noch 2,9 Millionen, so macht das die Dimensionen deutlich.

Die Kämmerin Manuela Holm erläuterte das Zahlenwerk für 2019. Der Verwaltungshaushalt beläuft sich auf 2,659 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt auf 5,732 Millionen, eine Steigerung von 2,5 Millionen Euro. Seit Jahren ist die Gemeinde schuldenfrei und verfügt über 1,305 Millionen Euro Rücklagen. Markant sind die Investitionskosten im Vermögenshaushalt. Für die Erweiterung der Kindertagesstätte sind 800 000 Euro eingestellt. Das Baugebiet Binzig schlägt mit 1,104 Millionen Euro zu Buche. Die Erschließung Dorfäcker kostet 350 000 Euro, die Sanierung der Grundschule 400 000 Euro.

Bürgermeister Drummer erwähnte, dass in den Sommerferien die Fenster der Schule ausgetauscht werden sollen. Einsatzfähig ist das digitale Klassenzimmer. Mit dem lokalen Potenzial von Peter und Christian Weisel werden die Lehrer dafür geschult.

Für Investitionen der Kläranlage sind nochmals 173 000 Euro fällig. Im ersten Schritt sind für die Sanierung des Bürgerhauses in Schlaifhausen 100 000 Euro vorgesehen. Barrierefrei sollen künftig die öffentlichen Bushaltestellen ausgestattet werden. 50 000 Euro sind dafür eingestellt. Die Sanierung der Walberlakapelle fördert die Gemeinde mit 15 000 Euro.

Gemeinderat Josef Messingschlage (DS) bemängelte, dass der Rad- und Wirtschaftsweg nach Kirchehrenbach nicht mehr im Plan steht. Drummer sieht nach vielen Jahren vergeblichen Bemühens hier mittlerweile eine zu geringe Wahrscheinlichkeit der Realisierung.

Das Investitionsprogramm zeigt auch für die Jahre erhebliche Ausgaben. Haushalt, Finanzplan und Investitionsprogramm wurden von den Gemeindevertretern einstimmig verabschiedet.

Drummer teilte mit, dass für das Baugebiet Binzig die Zusage der Telekom vorliegt, alle Häuser mit Glasfaseranbindung zu versorgen. Ein Biologe wurde beauftragt, beim Umzug der Eidechsen in ihr neues Biotop behilflich zu sein, bevor die Baumaßnahmen beginnen. Die Planungen für die Erschließung Dorfäcker wurden an das Ingenieurbüro Weyrauther (Bamberg) zu einem Honorar von 24 275 Euro vergeben.

Für die Erweiterung der Kindertagesstätte vergab die Gemeinde die Arbeiten für Fenster an die Firma Stirnweiß (Forchheim), für Elektroarbeiten an die Firma Kraus (Langensendelbach) und für Heizung/Sanitär an die Firma Wolfschmitt (Hallstadt). Schließlich teilte Drummer mit, dass die Aufgaben des Datenschutz- und Informationssicherheitsbeauftragten für die VG-Gemeinden von der VG wahrgenommen werden. Gemeinderat Weisel machte noch aufmerksam auf das Kindergartenfest am 18. Mai. Aufgrund der Bauaktivität stellt der Sportverein Schlaifhausen sein benachbartes Gelände zur Verfügung.

Bürgermeister Drummer verwies auf den Regionalmarkt der ILE in Ebermannstadt am 14. Juli. Dort können sich die Gemeinden von 14 bis 17 Uhr darstellen. Zur Eröffnung kommen Landrat Hermann Ulm (CSU) und Umweltminister Thorsten Glauber (FW).

Haushalt in Zahlen

Volumen: Haushalt gesamt 8,391 Millionen Euro; Verwaltungshaushalt 2,659 Millionen Euro; Vermögenshaushalt 5,732 Millionen Euro; Zuführung zum Vermögenshaushalt 452 000 Euro; Rücklagen per 31. Dezember 2018: 1,305 Millionen Euro; freie Finanzspanne 452 000 Euro

Wichtige Einnahmen: Grundsteuer A und B: 111 000 Euro; Gewerbesteuer 115 000 Euro; Einkommenssteuerbeteiligung und Umsatzsteueranteil 1,2 Millionen Euro; Umsatzsteuerbeteiligung 20 000 Euro; Schlüsselzuweisung 507 000 Euro

Wichtige Ausgaben: Personalkosten 841 000 Euro, Kreisumlage 651 000 Euro; Gewerbesteuerumlage 15 000 Euro;

VG-Umlage 161 000 Euro (93,97 Euro/Kopf, alt 99,86); Betriebskosten Abwasser 65 000 Euro

Investitionen: Kindertagesstätten-Erweiterung 800 000 Euro; Zuschuss Kirchen Walberla und Schlaifhausen 15 000 Euro; Sanierung Grundschule 400 000 Euro; Spielplatz 20 000 Euro; Bauhof-Ausstattung 25 000 Euro; barrierefreie Bushaltestellen 50 000 Euro;

Baugebiet Binzig 1,104 Millionen Euro; Erschließung Gewerbegebiet Dorfäcker 350 000 Euro; Kanalsanierung Abwasser 25 000, Investition Abwasser 173 000 Euro; Bürgerhaus Schlaifhausen 100 000 Euro

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