Gosberg
Umwelt

Gehäutete Tiere bei Gosberg gefunden: Auf den Spuren gehäuteter Tiere

Eine Kersbacherin hat in der Nähe der Mülldeponie in Gosberg drei gehäutete Tiere gefunden. Die Meinungen gehen auseinander, ob es sich um Füchse oder Katzen handelt. Zuständig für die Entsorgung der Kadaver scheint sich niemand zu fühlen.
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Mehrere Meinungen gehen davon aus, dass es sich bei den gehäuteten Tieren um Füchse handelt. Patrick Pleul/dpa
Mehrere Meinungen gehen davon aus, dass es sich bei den gehäuteten Tieren um Füchse handelt. Patrick Pleul/dpa

Das Foto, das sich auf dem Computerbildschirm öffnet, ist schauderlich: Drei tote Tiere liegen nebeneinander im Gras, das Fell wurde ihnen abgezogen, die Haut leuchtet blutrot. Sabine Lindenberger hat die Tiere bei einem Spaziergang gefunden. Sie vermutet: Es sind drei gehäutete Katzen, die dort jemand einfach entsorgt hat.

Vergangene Woche ist sie mit ihren zwei Hunden in einem Waldstück in der Nähe der Mülldeponie Gosberg spazieren gegangen. Als sie gegen 14 Uhr zu ihrem Auto zurückgekommen ist, hat sie die Kadaver entdeckt. "Ich habe die Tiere fotografiert und die Fotos einer befreundeten Jägerin geschickt", berichtet Lindenberger. Am Kopf sei klar zu erkennen, dass es Katzenschädel sind.

Waren es Katzenfänger?

Die Kersbacherin ist alarmiert, schließlich lese man immer wieder von verschwundenen Katzen. "Das waren Lebewesen. Deshalb sollte man schon schauen, was mit ihnen passiert ist", sagt sie. Sie hat den Fund der Forchheimer Polizei gemeldet. Und dann passierte erst einmal nichts - gestern sollen die Tiere dort immer noch gelegen haben. Lindenberger ist fassungslos.

Wer genau für die fachgerechte Entsorgung der Tiere zuständig ist, sei " eine ganz schwierige Geschichte", wie Kreisjagdberater Erich Fiedler sagt. "Wenn er die Tiere nicht selbst geschossen hat, ist der Jagdpächter nicht zuständig", erklärt Fiedler. Wenn, sei es die Sache des Grundstückeigentümers. Generell dürfe jeder Jäger aus dem Landkreis Forchheim seine erlegten Füchse zur Mülldeponie in Gosberg bringen. Von dort werden sie dann in die Tierkörperbeseitigung nach Walsdorf gebracht, sagt Fiedler.

Der Jagdpächter des Jagdreviers, in dem die Tiere gefunden wurden, weiß von den gehäuteten Tieren. Ein Verwandter hat ihn auf die Kadaver in seinem Revier aufmerksam gemacht, dann hat der Jäger die Polizei verständigt. Er werde sich freiwillig um die Entsorgung kümmern. Er ist sich sicher: Es handelt sich bei den Tieren um Füchse.

Tiere einfach entsorgt

Der Fund sei nichts ungewöhnliches, seit einem Vierteljahr würden immer wieder Reste von Tieren im Revier auftauchen, darunter Abfälle von Rehen und von Wildschweinen. "Ich nehme an, dass ein Jäger ohne Revier die Abfälle dort entsorgt", sagt der Jäger. Das Abbalgen, wie das Häuten in der Jägersprache genannt wird, sei bei den Tieren fachgerecht gemacht worden. Bei den ausgebeinten Tieren sei es genauso gewesen.

Dass ein Jäger einem erlegten Fuchs das Fell abziehen darf, sei ganz normal. Dass das Tier danach nicht fachgerecht entsorgt wird, nicht. "Derjenige macht sich nicht einmal die Mühe, das zu vergraben", so der Jäger.

Deshalb ist man auch bei der Forchheimer Polizei in Alarmbereitschaft. "Es wird weiter ermittelt. Es ist nicht klar, wie die Tiere dort hingekommen sind", berichtet Volker Beer, Dienstgruppenleiter bei der Polizei Forchheim.

Wahrscheinlich handele es sich um gehäutet Füchse. Katzen seien es mit Sicherheit nicht, so Beer. "Die Tiere waren komplett, bis auf die Pfoten, gehäutet. An denen kann man klar erkennen, dass es Füchse sind", meint er. Sollte es sich um Jagdwilderei handeln, ist die Polizei für die Ermittlungen zuständig.

Verstoß gegen Abfallgesetz

Um den Luderplatz eines zuständigen Jägers handele es sich bei dem Fund nicht, so Beer. Es könne höchstens sein, dass ein revierloser Jäger dort einen Luderplatz errichtet hat.

Ebenso könne ein revierfremder Jäger die toten Tiere nach der Jagd dort nicht fachgerecht entsorgt haben. Dann würde es sich um eine Ordnungswidrigkeit nach dem Abfallgesetz handeln.

Beim Veterinäramt des Landratsamtes Forchheim haben die Mitarbeiter von dem Fall noch keine Kenntnis. Solange das Wild keine Anzeigen von ansteckenden Seuchen hat, ist die Behörde dafür auch nicht zuständig. "Wenn überhaupt, handelt es sich um Abfallrecht und die Frage, ob so etwas überhaupt im Wald entsorgt werden darf", erklärt Bernhard Hauser, Leiter des Veterinäramtes.

Warum fehlen die Felle?

Um welches Tier es sich bei dem Fund tatsächlich handelt, das ist auch für den Experten anhand eines Fotos schwer zu beurteilen. Seine Vermutung ist, dass es sich um Füchse handeln könnte. Zudem stellt sich für Hauser die Frage, warum die Felle fehlen. "Normalerweise macht sich jemand die Arbeit des Abziehens nur dann, wenn er oder sie auch das Fell als solches oder zum Präparieren verwerten kann. Bei Katzenfellen ist das schlichtweg verboten. Auch das spricht für den Fuchs", sagt Hauser.

Sollte es sich um Katzen handeln, dann wäre die Sachlage eine andere, die Tiere müssten in der Tierkörperbeseitigung in Walsdorf entsorgt werden. Und: "Wenn es Katzen sind, könnte es sich um Tierquälerei handeln. Wir wissen allerdings nicht, wie die Tiere zu Tode gekommen sind", so Hauser.



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