Dormitz
Verkehr

Gegner und Befürworter in Dormitz plädieren für Bau von zwei Kreisverkehren

In Dormitz traf sich der Bürgermeister mit Gegnern und Befürwortern der Westumfahrung. Gemeinsam soll die Situation an der Hauptstraße verbessert werden.
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Gegner und Befürworter tauschen im Beisein der beiden Bürgermeister im Dormitzer Rathaus Argumente aus. Foto: Petra Malbrich
Gegner und Befürworter tauschen im Beisein der beiden Bürgermeister im Dormitzer Rathaus Argumente aus. Foto: Petra Malbrich

Die geplante Umgehungsstraße von Dormitz spaltet die Bürger in Gegner und Befürworter. Ein Konsens wurde nun dahingehend gefunden, dass man zunächst geschlossen versucht, verbessernde Maßnahmen wie zwei Kreisverkehre und einen Rückbau der Staatsstraße durchzusetzen. Den Berufsverkehr wird man damit allerdings nicht von der Hauptstraße fernhalten. Die Situation an der Hauptstraße ist nicht zufriedenstellend. Darüber waren sich alle Anwesenden am runden Tisch im Sitzungssaal in Dormitz einig. Auf die Umgehungsstraße habe man bereits Ende der 60er Jahre als Verkehrsentlastung gedrängt, daran erinnerte Zweiter Bürgermeister Matthias Fuchs (ÜWB). Doch während es bei der Umfahrung immer wieder veränderte Planvarianten und Trassenverlegungen gab, wurden viele Projekte für die Hauptstraße nicht erlaubt.

Nicht erträglich

"Seither müssen wir mit einer nicht erträglichen Situation leben", bedauerte Fuchs. Diese besteht aus Lärm, Feinstaub und einer gefährlichen Verkehrssituation für alle, besonders für ältere Menschen und für Kinder, deren Schulweg hier verläuft. Ein Ehepaar aus der Erleinhofer Straße breitete eine Karte des Bayerischen Landesamts für Umwelt aus, auf der in verschiedenen Rotschattierungen die gesundheitsschädigenden Bereiche bei der Emissionsbelastung aufgezeigt sind. Als gesundheitsgefährdend ist die Hauptstraße eingezeichnet. Ein 67-jähriger Anwohner zeigte auf, warum alle anderen Möglichkeiten als eine Westumgehung keine Wirkung zeigen würden. Tempo 30 verhindere die Masse an Autos nicht. Aber vor allem verdeutlichte der Rentner, dass nicht nur die Hauptstraße von der Umfahrung profitiere: "Im Dorf muss Lebensqualität entstehen. Das geht nicht, wenn täglich 11.000 Autos fahren." Bei allem Respekt vor der Natur vermisse er bei den Argumenten der Gegner den Menschen. Das empfinde er als zynisch.

Belastung der Anwohner

Die Belastung der Hauptstraßenanwohner ist unbestritten - auch bei den Gegnern. Das machte Karin Weber vom Bund Naturschutz deutlich. "Wir sehen dringenden Handlungsbedarf zur Sicherheit, zur Reduzierung der Lärm- und Verkehrsbelastung und wir wollen den -Ausstoß reduzieren", betonte Weber. Aber sie gab auch zu bedenken: "Jede Straße zieht Verkehr an. Den Weg von 1967 sollten wir nicht weiterverfolgen." Die Politik sieht Esther Schuck von der Bürgerinitiative Schwabachtal in der Pflicht, doch zugleich sei die Politik die Bremse für eine bessere Lösung als die Westumfahrung. Die Politik sei auf Straßenbau ausgelegt. "Das kann so nicht weitergehen. Die Fläche ist nicht vermehrbar, wir müssen für den Verkehr eine andere Lösung finden", meinte Schuck. Doch welche?

365-Euro-Ticket als Lösung?

Ein 365-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr würde viel zu lange dauern, bis es hier umgesetzt werden würde. Aber die letzten Wahlen würden auf ein Umdenken der Menschen hinweisen. "Sie wollen eine andere Klima- und Verkehrspolitik", behauptete Schuck. Wenn alleine diese Menschen ihr Verhalten geändert hätten, müsste der Verkehr schon lange abgenommen haben, meinte dazu Bürgermeister Holger Bezold (FW). Er unterstützte jedoch etliche der von den Gegnern genannten Vorschläge. "Die Gemeinde Dormitz hat bereits einen Antrag gestellt, um bei den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Tarifzone 2 zu kommen. Die beantragte Querungshilfe wurde abgelehnt, selbst an der Bushaltestelle", erklärte Holger Bezold. Ebenso abgelehnt wurden Markierungsstreifen, um den Fußgängern optisch ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Die erforderlichen alternativen Maßnahmen einfach umsetzen, war der ungewöhnliche Vorschlag eines Bürgers, der in die Hauptstraße ziehen möchte. Sein Vorschlag: in Einigkeit einen Kreisverkehr erreichen, und bei Nichtfunktionieren dann die Umgehung bauen. Ein weiterer Bürger regte an, in eine ganz andere Richtung zu gehen. Statt einer in die Höhe ragende Umgehungsstraße nannte er einen Tunnelbau als Lösung. Den ersten gemeinsamen Schritt mit den beiden auch bei einer Umgehungsstraße ohnehin vorgesehenen Kreisverkehren zwischen Dormitz und Weiher und zwischen Dormitz und Neunkirchen am Brand befürwortete auch Zweiter Bürgermeister Matthias Fuchs. Zumindest könnten die Unfälle an den bisherigen Einmündungen so reduziert werden.

Markierung für Radfahrer

Auch ein Markierungsstreifen für Radfahrer und Fußgänger, wie es Bernhard Birnfeld vom Bund Naturschutz vorschlug, fand Zustimmung - wenn die Staatsstraße denn zurückgebaut ist. So wurde zumindest mit ersten Punkten ein Versuch gefunden, den Ort wieder zu vereinen, den die Umgehungsstraße in zwei Lager spaltet. Für eine allseits zufriedenstellende Lösung würden noch andere Schritte fehlen, die Bezold eher scherzhaft benannte: Nun müsse man nur noch die umliegenden Gemeinden überzeugen, keine Baugebiete mehr auszuweisen. Denn der Durchgangsverkehr bleibe in Dormitz. Aber die Nachfrage nach Wohnraum sei groß.

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