Ebermannstadt
Vernissage

Gefühle wandern in die Bilder

Im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz wurde die Ausstellung "Farben" von Adelheid Dostler eröffnet.
Artikel drucken Artikel einbetten
Rosi Kraus, Sven Oelkers, Ulla König, Adelheid Dostler und Helmut Taut vor dem Bild "Somo"  Foto: Carmen Schwind
Rosi Kraus, Sven Oelkers, Ulla König, Adelheid Dostler und Helmut Taut vor dem Bild "Somo" Foto: Carmen Schwind

"Malen ist nicht nur malen für mich, sondern auch durchaus anstrengend und Kräfte fordernd, aber auch gleichzeitig entspannend und meditativ", sagte die Künstlerin Adelheid Dostler bei der Vernissage ihrer Ausstellung am vergangenen Freitag im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz in Ebermannstadt. Sie ist 68 Jahre alt, wohnt mit Mann Günter seit 2016 in Muggendorf und hat zwei Kinder.

Beginn in den 1970ern

"Ach, das fing bei mir schon in der 70er Jahren mit der kreativen Kunst an. Und jetzt bin ich in Rente und habe natürlich viel mehr Zeit, mich kreativ auszuleben", erzählte die Künstlerin. 30 Jahre lang war sie in ihren "Traumjob" als Arzthelferin in einer "glücklichen Praxis" in Bamberg tätig gewesen. Sie lebt bei ihrer künstlerischen Tätigkeit ihr Gefühlsleben aus und ist am Ende immer wieder überrascht, was dabei herauskommt.

Adelheid Dostler malt nicht nur; sie gestaltet auch Ton, Gips, Holz, Stein oder Baumaterialien. Und sie probiert verschiedene Stilrichtungen aus. "Zum Malen benötigt man eigentlich nur Blau, Rot und Gelb. Mischt man diese Farben untereinander, erhält man jede Farbe, die man sich vorstellen kann", erklärt die Künstlerin.

"Somo" ist das Lieblingsbild der Künstlerin

Ihr Lieblingsbild in der Ausstellung ist "Somo", ein rundes Bild in der Einteilung von Yin und Yang, dem Prinzip der Ausgeglichenheit des Lebens. Auf der einen Seite steht das Gute, auf der anderen das Böse. Es gibt im Leben Gesundheit, aber auch Krankheit. Wichtig ist die Balance zwischen den beiden Polen. Das Bild zeigt "Hatha", ein Begriff aus dem Sanskrit, der für "den" Sonne und "die" Mond steht.

Besucherin Elisabeth Vorstoffel ist ebenfalls von dem Werk angetan: "Es ist rund und die Farbe Blau dominiert. Interessant ist auch, dass der Sonne alt und mit Bart ist." Und auch die stellvertretende Landrätin Rosi Kraus (CSU) bezeichnet dieses Werk als ihr Lieblingsbild. "Farben wirken auf unser Gefühl und können heilen. Ich habe gesundheitlich ja auch schon einiges mitgemacht. Da haben mir Farben geholfen", trug Rosi Kraus vor und zählte die Wirkungen auf, die man der Farbe Blau nachsagt: Sie wirkt beruhigend und ist die Farbe der Ferne, der Weite, der Seele und der Unendlichkeit. Sie ist die Farbe des Vertrauens und der Verlässlichkeit, die auch den Schlaf fördert.

Laudator Helmut Taut, Bürgermeister von Wiesenttal (FW), fand dagegen ein Bild in roter Farbe besser, das er noch erstehen will. "Dann häng' dir das bloß nicht ins Schlafzimmer", entgegnete ihm Rosi Kraus. Eigentlich sei seine Lieblingsfarbe Gelb, meinte Taut. Er freue sich jedes Jahr auf den Frühling, wenn beispielsweise die Osterglocken blühen. Und er verriet, dass er für den Blumenschmuck zu Hause zuständig ist. In seiner Rede lobte er das große Engagement von Adelheid Dostler in der Gemeinde Wiesenttal. Aktuell organisiert sie die Gestaltung des Osterbrunnens.

Günter Dostler ist stolz auf seine Frau

Im Hintergrund hielt sich Günter Dostler, der stolz auf seine Frau ist. Er erstellt selbst auch Holzschnitzarbeiten und kann seine Gattin gut verstehen: "Ich stehe voll hinter meiner Frau." Auch Klinikum-Standortleiterin Ulla König und Klinikum-Geschäftsführer Sven Oelkers freuten sich über die vielen Besucher, die zur Vernissage gekommen waren. Die Ausstellung ist bis September in den Räumen des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz zu sehen ist. Hyeon-Young Nam unterhielt die Gäste am Klavier, die sich die ausgestellten Bilder von der Künstlerin persönlich erklären ließen.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren