Gräfenberg
Verkehrssicherheit

Gefährliches Straßenstück an der B 2 durch Schutzplanken gesichert

Seit Jahren kämpft Thomas Kawala darum, dass eine Böschung an der B 2 in Gräfenberg mit Leitplanken gesichert wird. Mehrere Unfälle gab es in 36 Jahren.
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Die neue Leitplanke soll einen möglichen Aufprall abfangen. Foto: Petra Malbrich
Die neue Leitplanke soll einen möglichen Aufprall abfangen. Foto: Petra Malbrich
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Zum Schluss ging es ganz schnell. Jetzt ist der Straßenrand an der B 2 in Gräfenberg gleich nach der Einmündung zum Ärztehaus oberhalb des Grundstücks von Thomas Kawala durch 92 Meter Leitplanken gesichert. 20 Jahre hat die Familie dafür gekämpft. "Es ist schön, dass die Leitplanken da sind. Man hat vor allem ein sichereres Gefühl", sagt Thomas Kawala. Denn dort kam es immer wieder zu teils schweren Unfällen. So rutschte ein Auto im Dezember 2016 so weit die Böschung hinab, dass es auf Kawalas Grundstück landete. Dort, wo noch drei Wochen zuvor seine Kinder auf dem Trampolin gehüpft waren. Erst dieses Jahr im Januar ist ein Auto auf schneebedeckter Fahrbahn ins Rutschen geraten. Nur der kurz zuvor angebrachte Gabionenzaun verhinderte Schlimmeres. Hinter dem Zaun stand Kawalas Hundehütte. Thomas Kawalas Versuche, diesen Straßenrand mit Leitplanken, wie sie in den 60er Jahren noch vorhanden waren, wieder sichern zu lassen, waren bislang abgelehnt worden. Aus zwei Gründen. Der eine Grund war, dass laut dem Regelwerk dort keine Leitplanken erforderlich sind. Warum wurden sie nun doch angebracht? "Wenn man solche Stellen hat und sich die Vorfälle mehren, kann man sich darüber hinwegsetzen. Es war auch flächenmäßig möglich, Leitplanken zu setzen", sagt Marco Heck, Leiter für Verkehrstechnik und Straßenausstattung beim Staatlichen Straßenbauamt in Bamberg.

Erinnerung an Unfälle

Die Vorfälle waren Unfälle, die teils schon 36 Jahre zurückliegen. Der erste Unfall, an den sich Thomas Kawala erinnern kann, passierte im Sommer 1983. Ein Citroën 2CV wurde gerammt und auf das Trafohäuschen bei Kawalas Grundstück geschoben. "Die beiden Fahrer waren ziemlich schwer verletzt. Ein Kind wurde aus dem Auto herausgeschleudert", erzählt Kawala. Das Kind war wie durch ein Wunder unverletzt geblieben, saß auf der Straße. Fünf Jahre später rutschte ein Transporter ab, stand hochkant zwischen Kawalas Mauer und dem Transporter von Kawalas Vater. Ihm gehört das hintere Haus auf dem Grundstück. Dem folgten Unfälle 1993, 2013 und 2014. Ein Jahr später passierte oben geschilderter Unfall, bei dem die Klappe des Anhängers beim Aufprall durch die Seite des Beifahrers drang. Wäre ein Beifahrer im Auto gesessen, wäre dieser laut Feuerwehr schwer verletzt oder sogar tödlich verletzt worden.

Mauer beschädigt

Auch Kawalas Anhänger wurde total zerstört und die damals dort stehende Mauer wurde ebenfalls beschädigt. Diese hat der Pyrotechniker Thomas Kawala inzwischen durch eine stabilere 2,20 Meter hohe Gabionenwand ersetzt. Doch auch sie wurde heuer beim Unfall im Januar beschädigt. Diese Unfallserie und Kawalas ständiger Kontakt mit dem Straßenbauamt haben letztendlich zu einer Reaktion geführt.

Alle Unfälle analysiert

"Wir haben alle Unfallvorgänge analysiert und es geschafft, über die Haushaltsmittel hinwegzusehen", erklärt Heck. Doch bevor die Leitplanken angebracht werden konnten, musste ein historisch bedingtes Problem gelöst werden. Dies ist der zweite Grund für den jahrelangen Stillstand: Genau dort, wo die Leitplanken installiert und somit mehrere Meter tief in den Boden geschlagen werden müssen, liegen zahlreiche Kabel, hauptsächlich Telefonkabelbündel. Thomas Kawala erinnert sich an diese Bauarbeiten mit einem Kabelstrang. Das muss Ende der 70er Jahre gewesen sein. Als Kind hatte er den Bauarbeitern zugeschaut. "Wir haben uns mit den Firmen vor Ort getroffen und beraten, wie man diese Kabel verlegen könnte", erklärt Marco Heck. In Richtung Dammfuß hat man Abzweige legen lassen und somit den Boden frei für die Stahlplanken gemacht. Diese Arbeiten wurden am 16. Mai abgeschlossen. Nun war das Straßenbauamt an der B 2 und hat die Schutzplanken metertief in den Boden geschossen und verschraubt.

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