Forchheim
Erinnerung

Gedenken an Pogromnacht: Als die Nazis in Forchheim wüteten

Bei dem Novemberpogrom 1938 gingen die Schergen des Nazi-Regimes gewaltsam gegen die jüdischen Einwohner in Forchheim vor. Auch 81 Jahre danach sollen die grausamen Verbrechen nicht in Vergessenheit geraten.
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Das Bündnis "Bunt statt Braun" lud zu der Gedenkveranstaltung an der Erinnerungstele für die Forchheimer Synagoge in der Wiesentstraße ein.  Foto: Dagmar Niemann
Das Bündnis "Bunt statt Braun" lud zu der Gedenkveranstaltung an der Erinnerungstele für die Forchheimer Synagoge in der Wiesentstraße ein. Foto: Dagmar Niemann

Zum Gedenken an die Reichsprogromnacht am 9. November 1938 hat in der Wiesentstraße in Forchheim bei der Stele gegenüber der ehemaligen Synagoge eine Veranstaltung stattgefunden. Damit sollte die Erinnerung an die schrecklichen Verbrechen in jener Nacht vor 81 Jahren wachgehalten werden. Bei den vom Nazi-Regime organisierten und gelenkten Gewaltmaßnahmen wurden damals auch in Forchheim Wohnungen und Geschäfte jüdischer Einwohner geplündert und verwüstet, Menschen misshandelt und verhaftet. Am Nachmittag des 10. November 1938 sprengten die Nazis die Synagoge.

Infolge des 9. November 1938 kam es auch in Hagenbach, Wannbach, Pretzfeld und Aufseß in der Fränkischen Schweiz zu Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung.

Das Bündnis "Bunt statt Braun" gegen Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus hatte zu der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus eingeladen. Landrat Hermann Ulm (CSU) und Oberbürgermeister Uwe Kirchstein (SPD) sowie zahlreiche Forchheimer Bürger waren der Einladung gefolgt.

In der Ansprache des Oberbürgermeisters sowie in einem von Andrea Stegmeyer aus dem Vorstand des Vereins "Bunt statt Braun" verlesenen offenen Brief einer 30-jährigen Berliner Jüdin wurde die Verbindungslinie gezogen zwischen den Verbrechen von damals und der in jüngster Zeit zunehmenden Gewaltbereitschaft. Die Gewalt äußere sich erst verbal, dann würden die Menschen aber auch vor Taten - wie unlängst in Halle - nicht zurück schrecken. Vereinsvorsitzende Christa Gerdes appellierte an alle, nicht schweigend zuzusehen, sondern sich Rassismus und Rechtspopulismus entgegenzustellen, um zu verhindern, dass diese Gedanken weiter um sich greifen.

Im Juli wurden vier weitere Stolpersteine gegen das Vergessen in Forchheim verlegt: Die Nazis deportierten und ermordeten insgesamt 14 Forchheimer Juden.

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