Forchheim

Geburtshilfe auf dem Land sichern: Freistaat füllt Defizite mit Fördergeld auf

Die Geburtsstation im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz wird vom Freistaat Bayern mit 125.000 Euro gestützt.
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Der zehn Tage alte Luca ist eines von rund 700 Babys, das 2019 im Klinikum Forchheim zur Welt kam. Papa Sebastian Rütten besuchte ihn und Mama Lisa Gath auf der Geburtshilfestation.  Foto: Franka Struve
Der zehn Tage alte Luca ist eines von rund 700 Babys, das 2019 im Klinikum Forchheim zur Welt kam. Papa Sebastian Rütten besuchte ihn und Mama Lisa Gath auf der Geburtshilfestation. Foto: Franka Struve
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Das Förderprogramm der bayerischen Staatsregierung für kleine Geburtshilfestationen im ländlichen Raum ist gestartet. Gesundheitsministerin Melanie Huml übergab die Förderbescheide am Dienstag in Nürnberg an Vertreter aus 26 Landkreisen. Insgesamt werden hier 16 Millionen Euro ausgeschüttet, um die Defizite der kleinen Geburtshilfestationen auszugleichen. Zu den Empfängern gehört unter anderen das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz.

Allerdings tritt der Landkreis als Antragssteller und Zuwendungsempfänger in Erscheinung, der das Geld ans Klinikum weiterleitet. Zu den Zuwendungen des Freistaats (125.000 Euro) kommt in Forchheim noch ein 15-prozentiger Eigenanteil von Stadt und Landkreis Höhe von rund 22 000 Euro hinzu, also erhält des Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz knapp 150.000 Euro für die Geburtshilfe.

Voraussetzung für die Fördermaßnahme ist, dass sich der Landkreis dem ländlichen Raum zuordnen lässt und dass das Krankenhaus zwischen 300 und 800 Geburten pro Jahr betreut und dabei mindestens die Hälfte der Geburten in der Kommune abgedeckt hat. Im Klinikum Forchheim wurden 2018 - dem für die Antragstellung relevantem Jahr - 683 Geburten betreut. 2019 werden es fast 700 sein.

Hochwertige Versorgung

Gesundheitsministerin Huml betonte bei der Übergabe des Förderbescheids: "Werdende Mütter brauchen die Sicherheit, dass es eine ausreichende wohnortnahe und hochwertige Versorgung gibt. Mit unserem Förderprogramm Geburtshilfe unterstützen wir die Kommunen in Bayern dabei, die wohnortnahe Geburtshilfe zu erhalten."

Landrat Hermann Ulm, der Mitglied im Aufsichtsrat des Klinikum ist, erklärte: "Diese Förderung ist ein wichtiger Baustein, dass die Geburtsstation in Forchheim bestehen kann und damit auch die medizinische Versorgung im Landkreis gewährleistet ist." Er ruft die Bevölkerung dazu auf, die Geburtsstation fleißig zu nutzen.

Obergrenze: Eine Million Euro

Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Häuser sich als Hauptversorger in ihrer Region etabliert haben und dementsprechend für eine ausreichend flächendeckende Versorgung der Bevölkerung notwendig sind. Die Landkreise und kreisfreien Städte, die zumindest mit Teilen ihrer Fläche dem ländlichen Raum zuzuordnen sind, erhalten eine Förderung von bis zu 85 Prozent der Summe, mit der sie das Defizit einer in ihrem Gebiet gelegenen Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe ausgleichen (maximal jedoch eine Million Euro pro Jahr).

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