Heiligenstadt
Regionalgeschichte

Gebietsreform vor 40 Jahren: So entstand die Großgemeinde Heiligenstadt

In Heiligenstadt (Kreis Bamberg) wird es eine Ausstellung zu 40 Jahren Gebietsreform geben. Viele kleine Orte waren von einem Landkreiswechsel betroffen.
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Hans Dorsch (r.) erklärt seine Ausstellung zu 40 Jahren GebietsreformFoto: Carmen Schwind
Hans Dorsch (r.) erklärt seine Ausstellung zu 40 Jahren GebietsreformFoto: Carmen Schwind

Vor 40 Jahren hat die bayerische Staatsregierung eine Gebietsreform durchgeführt. "Die begann aber eigentlich schon 1969", erzählt Hans Dorsch aus Heiligenstadt und berichtet weiter, dass damals der Landrat des Landkreises Ebermannstadt, Franz-Josef Kaiser, Regierungsrat Emil Hofmann und der Bezirksvorsitzende des Bayerischen Gemeindetages und Bürgermeister von Ebermannstadt, Paul Lachmayer, sich auf den Weg machten, um die Bürger zu bitten, sich doch freiwillig zu Gemeinden zusammenzuschließen.

Geld als Anreiz

"Die haben viel Geld als Anreiz angeboten und erklärt, dass 1978 die Gebietsreform eh durchgeführt wird, aber dann sollte es nichts mehr geben", erinnert sich Dorsch, der sich damals sehr für das Thema Gebietsreform interessierte.

Ober- und Unterweilersbach

Nach deren Durchführung sollte jede der Ortschaften einen Vertreter für den Gemeinderat aufstellen. Hans Dorsch vertrat die Ortschaft Stücht bei Heiligenstadt und war von 1971 bis 1990 Mitglied im Gemeinderat. Weiter erzählt er, dass 1970 als erste Großgemeinde im damaligen Landkreis Ebermannstadt ein Zusammenschluss der Gemeinden Ober- und Unterweilersbach geplant war. Diese wurde mit 800.000 DM gefördert. Vorgabe war, dass eine Großgemeinde mindestens 3000 Einwohner haben sollte. "Verwaltungsgemeinschaften waren nicht gewünscht. Das hat man ja bei Pretzfeld und Ebermannstadt gesehen, denn da gab es Streitigkeiten und die gingen nach zwei Jahren wieder auseinander", erläutert Hans Dorsch.

Hohenpölz wollte nicht zu den Evangelischen

1970 wollten sich neun Gemeinden zusammenschließen: Heiligenstadt, Brunn, Stücht, Oberleinleiter, Siegritz, Traindorf, Zoggendorf, Hohenpölz und Volkmannsreuth. "Als Belohnung sollten die zusätzlichen Fördermittel in Form von Schlüsselzuweisungen und sonstigen Sonderzuschüssen etwa eine Million DM betragen", berichtet Dorsch und erzählt von Bürgerversammlungen und Diskussionen. Später durften die Bürger abstimmen. 72 Prozent der Wahlberechtigten gingen zur Wahl. Davon waren 77 Prozent für eine Großgemeinde. "In Siegritz waren 31 Bürger dagegen und in Hohenpölz 33. Hohenpölz gehörte kirchlich nach Königsfeld und wollte nicht zu den Evangelischen. Und Veilbronn wollte nach Forchheim", erzählt Dorsch. Die neue Großgemeinde "Markt Heiligenstadt in Oberfranken" trat am 1. Januar 1971 in Kraft. Johann Daum wurde am 2. Mai 1971 zum Bürgermeister, Fritz Helmrich zu seinem Stellvertreter gewählt. Gleich am 8. Mai ging der Marktgemeinderat auf Tour und besichtigte die Ortschaften.

Aufseß und Wüstenstein

Danach wurde der alte Landkreis Forchheim aufgelöst. "Eigentlich sollten ja Heiligenstadt und Aufseß nach Bamberg, aber Bürgermeister Christoph Hertling aus Aufseß wollte mit Wüstenstein eine Großgemeinde bilden und im neuen Landkreis Forchheim bleiben", weiß Dorsch. Doch Wüstenstein schloss sich dem neuen Markt Wiesenttal an. Aufseß ging dann in den Landkreis Bayreuth. 1978 traten auch die restlichen Gemeinden der Marktgemeinde Heiligenstadt bei. Für jede dieser 24 Ortsteile erstellte Hans Dorsch Infoblätter, die im ehemaligen Feuerwehrhaus neben dem Rathaus ausgestellt werden. "Ich habe ja viele alte Bilder, Luftbilder und Zeitungsausschnitte", teilt Dorsch mit. Hier können sich die Bürger über die Gebietsreform informieren. "Da soll jetzt noch rein, was der jetzige Bürgermeister in seiner Amtszeit gemacht hat", meint Hans Dorsch und präsentiert schon mal stolz seine Tafeln zur Gebietsreform, die er mit viel Arbeit und Wissen erstellt hat.

Die Ausstellung

Termin: Die Ausstellung hat vom 21. September bis 12. Oktober geöffnet. Ort: Heiligenstadt, ehemaliges Feuerwehrhaus neben dem Rathaus Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (täglich) 7.30 bis 16.45 Uhr; Samstag, 6. Oktober, 11 bis 18 Uhr; Sonntag, 7. Oktober, 10.30 bis 18 Uhr



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