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Tourismus

Fränkische Schweiz: Gastronomiebetriebe sterben - wer verköstigt eine Million Gäste?

Die Zahl der jährlichen Besucher der Fränkischen Schweiz ist beeindruckend. Sorge bereitet der Politik aber das voranschreitende Gastronomiesterben.
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Deftiges Essen und gutes Bier sind charakteristisch für die Fränkische Schweiz. Foto: TZ Fränkische Schweiz/Florian Trykowski
Deftiges Essen und gutes Bier sind charakteristisch für die Fränkische Schweiz. Foto: TZ Fränkische Schweiz/Florian Trykowski

Fränkische Schweiz Über fehlende Gäste kann sich die Tourismusbranche in der Fränkischen Schweiz nicht beklagen. Wie Sandra Schneider, die Leiterin der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz, zufrieden bemerkt, wurde die Marke von einer Million Übernachtungen pro Jahr in der nahen Vergangenheit immer wieder "geknackt". Dennoch können auch die Tourismus-Experten nicht genau sagen, wie das Thema Bettenauslastung im Detail zu bewerten ist. Denn die Auslastung liegt im Schnitt bei nur 33 Prozent. Das ist für einen Anbieter, der damit seine Existenz bestreiten will, zu wenig; der bräuchte eine Auslastung von um die 65 Prozent.

Doch die Zahl sei nicht sonderlich aussagekräftig, weil die Zählung der Betten sehr ungenau sei. Fest steht: Hochwertige Übernachtungsangebote in der Fränkischen Schweiz sind gefragt. Daher hat Landrat Hermann Ulm (CSU) im jüngsten Kreis-Kultur-Ausschuss Helmut Taut, dem Bürgermeister von Wiesenttal ein "großes Kompliment" gemacht.

Fränkische Schweiz: Aufwertung durch Hotel-Projekt

Taut ist es nämlich gelungen, den Hotelier Alois Zimmermann für ein Projekt in Streitberg zu gewinnen. Zimmermann betreibt das Hotel Pyramide in Bad Windsheim - und wird nun in Streitberg eine "Pyramide" bauen. Das Vier-Sterne-Hotel bedeute eine Aufwertung der ganzen Fränkischen Schweiz, freute sich Landrat Ulm. Kreisrat Eduard Nöth (CSU) findet das zwar ebenfalls "erfreulich". Doch er betont, dass Projekte wie jetzt in Streitberg oder in Egloffstein (wo das Gasthof Zur Post reaktiviert wurde) nicht über das "Dilemma der sterbenden Gastronomie" hinwegtäuschen könne.

Die Tagesgäste (größtenteils Wanderer) lassen jährlich 178 Millionen Euro in der Fränkischen Schweiz und tragen wesentlich zur Wirtschaftskraft der Fränkischen (324 Millionen Euro pro Jahr) bei. "Wer wird die Menschen zukünftig verköstigen", fragt Eduard Nöth.

Qualität ist wichtig: Neuer Leuchtturm in der Fränkischen Schweiz geplant

Die Antwort weiß im Moment niemand. Doch Helmut Taut, Bürgermeister in Wiesenttal, macht Hoffnung. Unserer Zeitung sagte er: Das neue Vier-Sterne-Hotel werde 100 Betten bieten und "ein weiterer Leuchtturm" in der Fränkischen Schweiz sein; vergleichbar dem Goldenen Stern in Muggendorf.

Der Hotelier Alois Zimmermann werde als "Motivator" wirken, ist Helmut Taut überzeugt: "Wenn er kommt, wird die restliche Gastronomie mitziehen. Es muss nur einer vorausgehen." In keiner Weise werde mit dem neuen Hotel ein Wettbewerb entfacht. "Ich habe überhaupt keine Angst vor Hochpreisigkeit", betont der Bürgermeister. In der Gastronomie gelte: "Man muss Qualität bieten, dann kommen die Gäste. Die Chemie muss stimmen zwischen Gastgebern und Gästen." Im Markt Wiesenttal gebe es immerhin noch 28 Einkehrmöglichkeiten. Das neue Hotel sei lediglich eine Ergänzung: "Ich bin stolz auf den Zuwachs, das tut uns allen gut", sagt Taut.

Der Hotelier aus Bad Windsheim werde im kommenden Jahr bauen. Am Standort der ehemaligen Herberge in Streitberg "kommt ein Bettentrakt hinzu", erklärt Taut. Das Hotel wird demnach aus zwei Teilen bestehen, der sanierten, ehemaligen Herberge und einem Neubau.

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