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Frühförderung: So hilft die Lebenshilfe Forchheim den Kindern

Kinder, die in ihrer Entwicklung auffällig sind, brauchen Hilfe. Seit 40 Jahre unterstützt die Frühförderstelle der Lebenshilfe Forchheim Eltern und Kinder.
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Christine Nägel spielt mit dem kleinen Jakob, der als Frühchen auf die Welt kam. Dank der Sozialpädagogin der Lebenshilfe-Frühförderstelle kann der Zweijährige heute auf andere Menschen zugehen. Foto: Ronald Heck
Christine Nägel spielt mit dem kleinen Jakob, der als Frühchen auf die Welt kam. Dank der Sozialpädagogin der Lebenshilfe-Frühförderstelle kann der Zweijährige heute auf andere Menschen zugehen. Foto: Ronald Heck
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Jakob tollt mit einem Grinsen im Gesicht in der Wohnung herum. Der Zweijährige spielt gerne - auch mit Christiane Nägel. Die Sozialpädagogin hält ihm eine Mini-Drehorgel hin, der kleine Jakob dreht daran und freut sich über die Musik. Dass der Zweijährige heute so unbeschwert spielen kann, hat er auch der Frühförderstelle der Lebenshilfe Forchheim zu verdanken. "Das hätte er früher nie gemacht", sagt seine Mutter Natascha Menhorn. Die Familie lebt in Weißenohe.

Für entwicklungsauffällige Kinder

Jakob wurde als Frühchen geboren. Im Juni 2016 kam er 15 Wochen vor dem Geburtstermin auf die Welt und wog gerade einmal 640 Gramm. Monate der Ungewissheit, Angst und Sorgen im Krankenhaus folgten, doch Jakob überlebte. Damit sich das Frühchen besser entwickelt, halfen ihm Therapeuten der Lebenshilfe Forchheim. Die Frühförderstelle unterstützt Kinder in den ersten Lebensjahren, die in ihrer körperlichen, geistigen, emotionalen oder sprachlichen Entwicklung auffällig sind.

Das tut sie bereits seit 40 Jahren. Im alten Landratsamt in der Nürnberger Straße hat die Lebenshilfe im Frühjahr 1978 die Frühförderstelle aufgebaut, damals hieß sie noch "Kinderhilfe". Das Team bestand aus einer Erzieherin, einer Ergotherapeutin, einer Krankengymnastin, einer Logopädin und einem Sozialpädagogen.

Heute hat sich die Anzahl auf 16 Mitarbeiterinnen verdreifacht. Jedes Jahr betreut die Frühförderstelle rund 200 Kinder im Landkreis. Neben der Lebenshilfe in Forchheim am John-F.-Kennedy-Ring 27C gibt es seit 2009 in Ebermannstadt eine Außenstelle. Außerdem hat sie einen Fachdienst für Frühförderung, der einige Kindergärten im Landkreis bei ihrer inklusiven Arbeit mit auffälligen und normalen Kindern hilft.

Individuelle und interdisziplinär

Die Frühförderstelle berät Eltern und bietet Therapien an, die individuell auf die Kinder abgestimmt sind. Unter anderem gibt es für die Kinder heilpädagogische, sprach- und verhaltenstherapeutische Hilfe. Die Maßnahmen finden regelmäßig in der Frühförderstelle oder unter besonderen Umständen auch im Elternhaus statt. Die Kosten der Frühförderung werden, wenn ein Kinderarzt sie verordnet, von den Krankenkassen und der Sozialverwaltung des Bezirk Oberfranken übernommen.

Die Eltern entscheiden, ob sie Frühförderung in Anspruch zu nehmen. Noch immer hätten viele Berührungsängste, sich an die Lebenshilfe zu wenden, obwohl es für manche auffälligen Kinder sinnvoll wäre, meint Romy Heise. Die Leiterin der interdisziplinären Frühförder- und Beratungsstelle sagt: "Mit der Lebenshilfe verbinden viele Menschen immer den Begriff der Behinderung und das schreckt fälschlicherweise ab." Eltern, die sich Sorgen um die Entwicklung machen oder denen zum Beispiel der Kinderarzt oder die Kindergärten Frühförderung empfehlen, können sich an die Frühförderstelle wenden.

Natascha Menhorn ist glücklich, dass die Lebenshilfe ihrem Jakob helfen konnte: "Die Therapeuten kennen sich einfach sehr gut aus und haben außerdem viele wertvolle Tipps." Eine Logopädin hat dem Frühgeborenen und seiner Mutter beim Brust geben geholfen, dank der Krankengymnastik hat sich Jakobs Rumpfmuskulatur verbessert.

Außerdem war der Zweijährige früher stressempfindlich und wie für Frühchen üblich sehr fixiert auf seine Mutter. Dank der Sozialpädagogin Christine Nägel, die regelmäßig mit ihm spielte, kann der Zweijährige heute herumtollen und auch auf andere Menschen zugehen. Nach einem Jahr Frühförderung ist der Zweijährige heute fast auf dem ganz normalen Entwicklungsstand. Bald geht Jakob sogar in der Kinderkrippe.

Kinoabend zum 40. Geburtstag der Frühförderstelle

Anlässlich des Jubiläums lädt die Frühförderstelle der Lebenshilfe am 2. Oktober um 18 Uhr ins Forchheimer Kino ein. Der Film "Wunder" mit Julia Roberts und Owen Wilson erzählt die Geschichte eines Jungen mit einem seltenen Gendefekt. Der Eintritt ist frei, es wird um eine Spende gebeten.

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