Pretzfeld
Jubiläum

Freundschaft Pretzfeld-Bretzfeld wird 50 Jahre alt

Die Freundschaft zwischen Pretzfeld und Bretzfeld wird im nächsten Jahr 50 Jahre alt, und auch das Kirschenfest in Pretzfeld.
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50 Jahre alt wird die  Freundschaft zwischen Pretzfeld und Bretzfeld 2018  Foto: Marktgemeinde Pretzfeld
50 Jahre alt wird die Freundschaft zwischen Pretzfeld und Bretzfeld 2018 Foto: Marktgemeinde Pretzfeld
In der Sitzung des Marktgemeinderates Pretzfeld verteilte die Bürgermeisterin Rose Stark (SPD/Ökol.) eine ältere Broschüre zur Freundschaft zwischen Pretzfeld und der baden-württembergischen Gemeinde Bretzfeld. Diese Freundschaft feiert im kommenden Jahr - wie das Kirschenfest - ihr 50. Jubiläum. Und auch dafür laufen bereits jetzt Vorbereitungen.

Eine Frage war, ob man neue Broschüren auflegen solle. Die Bürgermeisterin informierte das Gremium, dass das nicht vorgesehen sei, da noch viele alte Ausdrucke vorrätig seien. Autor der Broschüre "Die Freundschaft zwischen Bretzfeld und Pretzfeld" ist Josef Seitz. Er beschreibt unter anderem, dass ihm unterschiedliche Praktiken der Lebensführung der beiden Gemeinden aufgefallen seien: Die Pretzfelder bevorzugen beispielsweise Bier, die Bretzfelder dagegen Wein. "Die Leute sind allesamt fröhlich gestimmt, pflegen gleichermaßen Geselligkeit, gehen ohne Umschweife aufeinander zu, fassen schnell Vertrauen und können unkonventionell Freundschaften knüpfen", beschreibt Seitz die Gemeinsamkeiten. Der Pretzfelder Autor wurde 2008 zum "Ehren-Bretzfelder" ernannt.


Defekter Mähdrescher

Josef Seitz erzählt in der Broschüre, deren Herausgeber die beiden Gemeinden sind, dass im Jahr 1967 der Morschreuther Bauer Wunder mit seinem defekten Mähdrescher in der Werkstatt des Pretzfelder Baywa-Lagerhauses vorgefahren war. Für die Reparatur musste ein Ersatzteil bestellt werden, das im Güterbahnhof Pretzfeld angeliefert werden sollte. Doch es kam nichts an.

Erst nach Nachforschungen des Bahnvorstands stellte sich heraus, dass das Teil ins hohenlohische Bretzfeld geliefert worden war. Da man das Ersatzteil schnell benötigte, machten sich die ersten beiden Pretzfelder, Meister Herold und sein Maschinenschlosser Albert, mit einem Kleinlieferwagen auf den Weg nach Bretzfeld.

An diese Geschichte erinnerte sich Ambrosius Leisgang, der 1967 auf der Heimfahrt von seinem Familienurlaub einen Abstecher nach Bretzfeld unternahm und im Gasthaus "Rössle" einkehrte. 1968 organisierte Georg Schüssel einen Baywa-Betriebsausflug nach Bretzfeld und Ambrosius Leisgang besuchte die damalige Gemeindesekretärin Ruth Jäger und gab sich als Pretzfelds Bürgermeister aus. Bretzfelds damaliger Bürgermeister Hermann Wörner schrieb dann seinen Kollegen in Pretzfeld, Franz Och, an, und eine langjährige Freundschaft begann.


Freundschaft ohne Zwänge

Der Autor beschreibt auch, dass man von Anfang an eine echte Freundschaft aufbauen wollte, ganz ohne Zwänge: "Und so bleiben die zwischenmenschlichen Verbindungen frei von Partnerschaftsverpflichtungen. Sie leben von echter, gewachsener und gelebter Freundschaft." Diese Freundschaft wird im nächsten Jahr 50 Jahre. Deshalb besuchen die Bretzfelder Pretzfeld am 8. Juli zum Kilianimarkt und feiern das 50. Jubiläum des Pretzfelder Kirschenfestes. Am 6. Oktober machen sich dann wieder Pretzfelder auf den Weg nach Bretzfeld. Diesmal nicht, um Ersatzteile abzuholen, sondern um gemeinsam Freundschaft zu feiern.
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