Forchheim
Stadtentwicklung

Freude und Bedauern über S-Bahn-Halt

CSU und Grüne im Kreisausschuss bleiben beunruhigt wegen der Anbindung des Bahnhofs in Forchheim-Nord.
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Gut 500 Schüler dürften täglich den Haltepunkt bei der Bonhoeffer-Unterführung nutzen.  Foto: Ronald Heck/Archiv
Gut 500 Schüler dürften täglich den Haltepunkt bei der Bonhoeffer-Unterführung nutzen. Foto: Ronald Heck/Archiv

Das letzte Wort in Sachen Bahnhof Forchheim-Nord ist gesprochen. Am Montag war sich der Stadtrat einig, auf einen zweiten Durchgang vom Haltepunkt in Richtung Stadt-Norden zu verzichten; am Mittwoch schloss sich der Bauausschuss des Kreises an.

Das bedeutet: Die letzten Einsprüche gegen den sogenannten Planfeststellungsbeschluss beziehen sich lediglich auf die Themen Lärm und Fluchtwege. Die Lärmschutzwand, darauf bestehen Stadt und Landkreis Forchheim, muss bis zum Ortsende gezogen werden und darf nicht auf Höhe der Schulen enden. Nachgebessert werden müsse zudem die Höhe der Wand selbst, betonte der Amtsjurist Reinhold Göller: "Weil die Mittelschutzwände entfallen, werden im zweiten und dritten Obergeschoss die Werte überschritten."

Matthias Striebich (Grüne) forderte eine bessere "Zuwegung". Die sollte im Zuge des Verfahrens noch bedacht werden. Göller bezweifelte, ob solche "Anregungen" Wirkung zeigen. Bei der Planung gelte "das Zauberwort einseitiges Verlangen". Das heißt: Die Stadt oder der Landkreis müsste einen zweiten Weg vom Haltepunkt in die Stadt fordern - und ihn dann auch bezahlen. "Die Stadt hat es nicht verlangt, obwohl sie für den Wegebau zuständig ist", begründete Göller, weshalb im Planfeststellungsplan nun kein weiterer Zugang vorgesehen ist.

Eduard Nöth (CSU) sprach von einer "verstümmelten Planung". Er meinte, dass zumindest die Option gewahrt werden sollte: "Wenn ein zweiter Zugang planfestgestellt wird, heißt es ja nicht, dass wir ihn gleich bauen." Er erinnerte daran, dass die Bürgerinitiative Forchheim-Nord 5000 Unterschriften für den Haltepunkt gesammelt habe; die BI habe gekämpft, Stadt und Landkreis dagegen hätten dies nicht ausreichend getan. "Daher ist die momentane Planung suboptimal", kritisierte Nöth. Gleichzeitig betonte er aber auch "die Freude darüber, dass der S-Bahn-Haltepunkt überhaupt kommt".

Das Erschließungspotenzial" für einen zweiten Zugang sei aktuell nicht vorhanden, begründete Göller das Ergebnis der Planung. Für Torsten Gunselmann (JB) jedenfalls war dieses Ergebnis kein Grund, Trübsal zu blasen: Der durchgerungene S-Bahn-Haltepunkt sei "ein großer Sieg für die Region". Und Rainer Schmeußer (CSU) wies darauf hin, dass die Wege-Infrastruktur im Nachhinein "jederzeit verbessert" werden könne. Nöth schien daran nicht zu glauben: Er wollte die Pläne für einen zweiten Zugang präsent haben. Sie sollten in die Planfeststellung einfließen, beharrte er. Das geschah am Mittwoch nicht.



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