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Ebermannstadt
Corona-Krise

Fränkische Schweiz: Wenn die Kunden nicht mehr in den Laden kommen

Lebensmittel, Medikamente, Bücher - in Ebermannstadt gibt es Lieferservices für viele Produkte. Denn es besteht in der Corona-Krise die Gefahr, dass Existenzen vernichtet werden.
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Werbeplakat in Ebermannstadt Foto: privat
Werbeplakat in Ebermannstadt Foto: privat

"Ich hoffe, dass die Menschen nicht bei großen Unternehmen bestellen, sondern nach wie vor ihren Händlern vor Ort treu bleiben", sagt Annika Eckert vom Zentrenmanagement in Ebermannstadt. Sie berichtet, dass die Unternehmen der Stadt versuchen, neue Absatzmärkte zu finden. Deshalb entstand auf der Homepage des Zentrenmanagements eine Übersicht von Bestell- und Lieferdiensten in der Verwaltungsgemeinschaft Ebermannstadt und Unterleinleiter während des Corona-Notstands. "Aufgabe des Zentrenmanagements ist es nun, als Krisenmanagement zu agieren und die lokalen Unternehmer zu unterstützen", meint Annika Eckert. Deshalb stehen auf der Internetseite auch Informationen zur Handhabung der staatlichen Unterstützungsleistungen und der Hinweis auf relevanten Webseiten. Besonders für Menschen, die unter häuslicher Quarantäne stehen oder in der aktuellen Situation das Haus nicht verlassen können oder wollen, ist der Lieferservice sehr wichtig.

Direkt vom Buchhändler vor Ort

Einer der Händler, der seine Dienstleistung hier anbietet, ist Michael Holz von der Buchhandlung "Faust". Er bietet einen kostenlosen Liefer- und Abholservice im Raum Ebermannstadt und Forchheim an. "Man muss in diesen Zeiten neue Möglichkeiten anbieten, um das Geschäft aufrechtzuerhalten. Wenn die Kunden nicht mehr in den Laden kommen können, dann muss der Laden halt zu den Kunden kommen", erklärt Holz. Er hofft, dadurch die finanziellen Ausfälle ein wenig abfedern zu können. Außerdem will er damit auch ein Zeichen setzen und zeigen, dass es weitergeht. Per E-Mail hatte er seine Kunden über den Service informiert. "Das wird erstaunlich gut angenommen", berichtet er. Solange er selbst noch beliefert wird, kann er seinen Kunden die Bücher ans Haus bringen. Michael Holz erzählt, dass manche Kunden nach wie vor ein Gespräch suchen - jetzt halt telefonisch - oder sich per E-Mail mit ihm austauschen. Er gibt auch Buchtipps per Mail. "Ich bekam Rückfragen nach positiven Empfehlungen, die die Stimmung nicht noch weiter runterzieht. Deshalb habe ich gerade eine Liste von solchen Buchempfehlungen zusammengeschrieben", erzählt er.

Metzgerei liefert aus

Im Umkreis von 15 Kilometer liefert die Metzgerei Schatz ihre Produkte. "Ich war da Vorreiter und habe das schon länger angeboten", erzählt Alexander Schatz. Die Kunden können in der Metzgerei anrufen und durchgeben, was sie benötigen. Fleisch und Wurst werden zusammengestellt und der Kunde wird zurückgerufen und über den Preis informiert. Er kann dann das Geld vor die Tür legen und der Lieferservice der Metzgerei legt das Bestellte kostenlos an der Haustür ab und nimmt das Geld mit. "So haben wir keinen Kontakt zu den Kunden, die in Quarantäne sind", erklärt Schatz. Ihm ist es wichtig, sich solidarisch zu zeigen und zu helfen: "Ich bin seit 20 Jahren Mitglied in der freiwilligen Feuerwehr und weiß, was es heißt zu helfen."

Aus der Apotheke

Die Stadt-Apotheke bietet ebenfalls einen kostenlosen Lieferservice an. "Wir sorgen dafür, dass der Patient nicht in die Apotheke muss", erklärt Apotheker Christian Redmann. Ärzte können das Rezept an ihn faxen oder es wird beim Arzt abgeholt. Die Medikamente werden dann an die Haustür geliefert. Diesen Service bietet die Apotheke schon länger an. "Jetzt wird er aber verstärkt genutzt", berichtet Redmann. In seiner Apotheke wurde Plexiglas als Spuckschutz angebracht. Außerdem wird nach einem Hygieneplan mehr desinfiziert. Vor der Tür wurde ein Spender zur Desinfektion für die Kunden angebracht. "Die gelieferten Arzneimittel werden auch nicht mehr durch den Verkaufsraum getragen, sondern am Hintereingang abgestellt", berichtet Redmann. Und es wurden Markierungen für die Kunden angebracht, damit der Abstand zueinander ausreichend ist.

"Ungewöhnliche Zeiten verlangen Veränderungen. Wir gehen davon aus, dass die Corona-Krise einen Digitalisierungsimpuls hervorruft. Deshalb planen wir unsere Kunden über Online-Tools zu schulen und die Onlinepräsenz des Handels noch stärker voranzutreiben", sagt Annika Eckert. Durch alle Maßnahmen sollen Existenzen und die Stadtstruktur gesichert werden.


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