Pretzfeld

Fränkische Schweiz: Urnenkammersystem und Baumbestattungen möglich

Im zweiten Bauabschnitt der Sanierung soll der Friedhof Pretzfeld einen parkähnlichen Charakter mit vielen Bänken erhalten.
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Der aktuelle Plan  für den Friedhof Grafik: Büro Czerwonka
Der aktuelle Plan für den Friedhof Grafik: Büro Czerwonka
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2016 hatte der Marktgemeinderat für den Friedhof in Pretzfeld ein generationsübergreifendes Konzept beschlossen. Im ersten Bauabschnitt waren Wege saniert worden. Der Landschaftsarchitekt Jörg Czerwonka war mit der Planung des zweiten Bauabschnitts beauftragt worden und stellte in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates das Konzept für den zweiten Bauabschnitt vor. Vorgesehen ist unter anderem ein Urnenkreis, hinter dem ein Priestergrab und Ehrengräber geplant sind. Außerdem waren bei Bauarbeiten Jugendstilgrabmale gefunden worden, die ebenfalls hier aufgestellt werden sollen. Jörg Czerwonka schlug vor, dass man jetzt schon überlegen solle, wie der Mittelpunkt des Urnenkreises gestaltet werden soll: "Wenn hier ein Marterl oder Hochkreuz aufgestellt werden soll, könnte man gleich ein Fundament machen." Hierzu beschlossen die Räte, dass eine Arbeitsgruppe mit Bürgern installiert und ein Wettbewerb ausgelobt werden soll. Die Arbeitsgruppe soll dem Marktgemeinderat einen Vorschlag für die Gestaltung zur Entscheidung vorlegen.

Der Architekt sieht den Friedhof auch als wichtig für die Lebenden und "einen Ort der Begegnungen und Kommunikation". Deshalb soll er einen parkähnlichen Charakter mit vielen Bänken haben. Czerwonka informierte das Gremium, dass die geplanten Pflastersteine nicht zur Verfügung stehen, weshalb er andere vorschlug, mit denen die Wege besser modelliert werden können. Der Rat beschloss, mit diesen Steinen die Hauptwege und den Materiallagerplatz im Norden zu pflastern. Ein noch nicht sanierter Seitenweg soll mit einer wassergebundenen Wegedecke versehen werden.

Parkmöglichkeiten

Weiterhin beschloss das Gremium, dass die südlich geplanten Grabreihen noch nicht ausgeführt werden sollen. In seiner Präsentation zeigte der Architekt den neuen barrierefreien Zugang von der Siemensstraße aus. Außerdem soll es am Tor barrierefreie Parkmöglichkeiten geben. Danach erklärte er die Be- und Entwässerungsmöglichkeiten, mit denen das Gremium einverstanden war.

Vier große Linden

"Hier sind vier große Linden und ein Urnenkammersystem vorgesehen", zeigte Czerwonka am Plan und erklärte, dass es sich um quadratische Kammern aus Edelstahl handle, in denen vier Beisetzungsmöglichkeiten vorgesehen sind. Die Baumwurzeln können um das System herum wachsen. Außerdem ist eine Wiederbelegung in den Kammern möglich.

Baumbestattungen

Das Gremium beschloss den Bau von 46 solcher Erdurnenkammern für Baumbestattungen im südwestlichen Bereich des Friedhofes. Weiterhin beschlossen die Räte, dass die bestehenden Urnengrabreihen vorerst bestehen bleiben, damit es zu keinen Engpässen bei der Urnenbestattung kommt. Einen zusätzlichen Baumstandort in der Nordostecke des Friedhofs lehnten die Marktgemeinderäte allerdings ab, ebenso das Anpflanzen von Bäumen in der Hecke an der Siemensstraße. Weiterhin beschloss das Gremium, das Gelände südlich des Friedhofs wegen einer möglichen Förderung zunächst aus der Planung zu nehmen. Ideen zur Gestaltung der Tore und der Schilder für die Friedhofsordnung sollen ebenfalls von der Arbeitsgruppe mit Bürgern erarbeitet werden.

Schuppen wird abgebrochen

Weiterhin beschloss das Gremium, dass nicht nur die Mauer, sondern auch der bestehende Schuppen abgebrochen werden soll. Zweiter Bürgermeister Walther Metzner (WPA), der die Sitzung leitete, erklärte, dass der Schuppen leer stehe und nicht genutzt werde. "Sie haben dann 570 Bestattungsmöglichkeiten", gab Jörg Czerwonka an. Er sprach von geschätzten Kosten in Höhe von 880.000 Euro. Der Architekt schlug vor, die Ausschreibungen mit drei getrennten Leistungsverzeichnissen durchzuführen: Tiefbau mit Pflasterarbeiten, vegetationstechnische Leistungen und Metallbau mit Einfriedung. Dem stimmte das Gremium zu. Im Oktober 2020 sollen die Ausschreibungen durchgeführt werden. Bis Ende 2020 sollen die Aufträge vergeben werden. Von Frühjahr bis Herbst 2021 sind die Baumaßnahmen geplant, so dass Ende Oktober 2021 mit der Bepflanzung begonnen werden kann. Dem stimmten die Räte ebenfalls zu.

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