Wiesenthau
Mobilfunk

Fränkische Schweiz: Telekom wirbt für Funkmast-Standort Langenlohe

Fast jeder nutzt heute das Smartphone, aber viele wollen keinen Sendemast. Dieses landesweite Thema bewegt momentan auch die Gemüter der Gemeinde Wiesenthau.
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Bürgermeister Bernd Drummer eröffnet die Sitzung. Foto: Franz Galster
Bürgermeister Bernd Drummer eröffnet die Sitzung. Foto: Franz Galster
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In Wiesenthau will die Deutsche Funkmast, eine Tochter von Telekom, zur Verbesserung der Empfangsqualität auf der Langenlohe einen 40 Meter hohen Sendemast errichten. Bürgermeister Bernd Drummer (BGW) begrüßte daher zu einer Informationsveranstaltung im Sportheim von Wiesenthau Erwin Walch, Kommunalbeauftragter der Telekom, und Thomas Kurz, zuständig für elektromagnetische Felder beim Landesamt für Umwelt. Der Gemeinderat von Wiesenthau und die Bürger wollten die Gelegenheit wahrnehmen, mehr Fakten zum geplanten Vorhaben zu bekommen. Drummer gab einen Abriss der bisherigen Geschichte. Demnach ersuchte die Telekom die Gemeinde um einen Standort, den sie allerdings nicht bieten konnte. Darauf suchte die Telekom selbst und wurde im Ortszentrum fündig. Sie stellte einen Bauantrag, den die Gemeinde trotz ihrer geäußerten Bedenken rechtlich nicht verhindern kann. Allerdings lehnte ihn das Landratsamt Forchheim wegen fehlender Unterlagen ab. In einer Klausurtagung im November 2018 zogen die Gemeinderäte drei Standorte in Erwägung. Langenlohe kommt nach Prüfung durch die Telekom infrage. Im April stellte die Telekom einen entsprechenden Bauantrag. "Wir nehmen die Sorgen und Bedenken der Bürger ernst, die Veranstaltung soll eine Beitrag zur Versachlichung sein", sagte Drummer in seiner Eröffnung. Walch betonte, dass er die Technik erkläre und auch die Interessen des Unternehmens vertrete. Als neutraler Experte sei deshalb Kurz anwesend. Walch ging auf die diversen Standortgedanken mit kleinerer Sendeleistung in Wiesenthau wie Rathaus oder Schloss ein. Ein Mast auf dem Rathaus geht demnach technisch aus Stabilitätsgründen nicht, das Schloss ist denkmalgeschützt. Technisch würde der Standort Langenlohe auch einen Bereich von Gosberg mit abdecken. Erst dadurch werde der Funkstandort wirtschaftlich tragbar, da auch die Installation mit der Stromversorgung technisch aufwendig sei. Er verwies auch auf Wechselwirkung zwischen Sendemast und Smartphone. Empfängt das Mobilgerät ein schwaches Signal, regelt es am Körper entsprechend hoch.

Sehr intensiv, ruhig und weit ausholend erwies sich der Vortrag von Thomas Kurz vom Landesamt für Umweltschutz. Er hob auf den wissenschaftlichen Aspekt ab mit der ganzen Komplexität von Ursache und Wirkung. Gänzliche Risiken seien, wie überall im Leben, nie auszuschließen.

Die Diskussion zeigte dann auch das Dilemma aller Beteiligten auf. Eine Besucherin erwähnte angebliche gesundheitliche Risiken mit vermehrten Krebserkrankungen, Schlafstörungen und vielen anderen negativen Erscheinungen. Dem steht entgegen, dass beispielsweise in der Stadt München solche Erkrankungen eher zurückgehen. Ein Zuhörer schlug vor, eine Bürgerbefragung wie letztes Jahr in der Gemeinde Obertrubach durchzuführen. Dann meldete sich eine Zuhörerin vom Gebiet Langenlohe, die zur Bedingung machte, dass die Frage standortneutral gestellt werden müsse. Dies wäre sonst eine klare Benachteiligung der Bürger dort. Die Häuser verlieren nach ihren Ausführungen mit dem Mast an Wohnwert, sie würde mit einem Mast um das ganze Ersparte ihres Lebens gebracht, wenn sie das Haus einmal verkaufen wolle. Aber wo steht dann die Gemeinde nach einer Befragung? Der Gemeinderat hat die schwierige Aufgabe der Quadratur des Kreises und sitzt im Moment zwischen allen Stühlen. Bernd Drummer zeigte sich für eine Bürgerbefragung offen. "Aber kehrt Ruhe ein bei einer Mehrheit für den Mast von 52 oder auch 75 Prozent?", fragte er. Er will jetzt das Thema im Gemeinderat nochmals behandeln. Ihm schwebt vor, ein zertifiziertes Institut zu beauftragen, um an verschiedenen Stellen im Ort wie Schule oder Kindergarten Strahlungsmessungen vorzunehmen.

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