Gräfenberg
Natur

Fränkische Schweiz: Steinbruch soll verfüllt und rekultiviert werden

Der Steinbruch Bärnreuther-Deuerlein in Gräfenberg wird rekultiviert. Auch höher belasteter Boden soll verfüllt werden. Das missfällt den Stadträten.
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Der Steinbruch Gräfenberg Foto: FT-Archiv
Der Steinbruch Gräfenberg Foto: FT-Archiv

Die Ausbildung eines Tals und Böschungen im nördlichen und südlichem Bereich aufzuschütten, ist für die Rekultivierung im Steinbruch Bärnreuther-Deuerlein in Gräfenberg vorgesehen. Langfristig will man so die Terzenlohe wiederherstellen. Das war ein Waldstück, das sich vor dem Abbau dort befand. Pläne für diese Rekultivierung sind erstellt worden. Nun wurde ein Tekturplan im Stadtrat eingereicht, weil das Auffüllvolumen vergrößert wurde. Alle bisher erteilten Genehmigungen wurden berücksichtigt. Aufgefüllt wird mit verschiedenen Schichten, auch mit Fremdmaterial. Nun soll mit dem Tekturplan ebenfalls die Verfüllung geändert werden, angepasst an die Kategorie bis C1. Diese Kategorien geben Aufschluss über die Belastung des Bodens, sei es durch natürliches Vorkommen an Blei, Arsen und ähnlichen Stoffgehalten oder durch industriell belastetes Material. Mit der Anpassung der Zuwendungskategorie kann auch höher belastetes Material eingefüllt werden, wie die beiden Planer Achim Kappes und Robert Enders dem Stadtrat erläuterten.

Eine Hintertür öffnen?

Den Stadträten gefiel das nicht. Matthias Striebich (Grüne) und die Dritte Bürgermeisterin Regine Bleckmann (SPD) wollten damit nicht eine Hintertür öffnen, um gemahlenen Bauschutt oder höher belastetes Material von irgendwoher einzuführen. Die beiden Planer versicherten, dass dokumentiert sei, woher der Erdaushub zur Verfüllung komme. Eine Differenzierung, ob die belastete Erde geogen (durch natürliche Prozesse) belastet sei oder industriell, könne nicht getroffen werden.

Boden als Abfall

Die Steinbruchbesitzer müssten aber Rechnung dafür tragen, dass die Erde nur dort hinkomme, wo diese Kategorien zugelassen sind. Die Belastungen werden mit "Z" gekennzeichnet. Boden gilt als Abfall und darf mit der Änderung der Verordnung für Deponien und Langzeitlager und der Änderung der Verordnung über die Nachweisführung von Abfällen nicht mehr überall zum Verfüllen benutzt werden, wie das früher war. Hauptsächlich wurden diese Aushübe in Steinbrüche oder Sandgruben für Renaturierungsmaßnahmen gebracht. Das ist nicht mehr überall möglich. Aufschluss darüber, wohin der Aushub gebracht werden darf, gibt die Zahl bei dem Buchstaben Z auf dem Gutachten. Z 0 bedeutet, der Aushub darf in den Steinbrüchen oder Sandgruben des Landkreis Forchheim abgeladen werden. Z 1.1 würde schon als belasteter Boden gelten, selbst wenn es sich bei den Stoffen um ein natürliches Bodenvorkommen handelt. Im Landkreis Forchheim darf dieser Boden nicht mehr abgeladen werden. Mit der Anpassung der Verfüllkategorie würde auch höher belasteter Boden im Steinbruch zur Auffüllung verwendet werden dürfen. Diese Bodenkategorie fährt Bärnreuther-Deuerlein nun gut 50 Kilometer zum Abladen. Mit der Änderung dürfte dieser Boden im Steinbruch zur Auffüllung verwendet werden. Mit Aufwertung der Kategorie müsse allerdings eine Sorptionsschicht eingebracht werden. Diese binde Schwermetallionen, die dann nicht mehr löslich sind, beruhigte Kappes. Dass der Steinbruch in eine höhere Kategorie aufwerten werden dürfe, sei gesetzlich in einem sogenannten Eckpunktepapier festgelegt.

Arsen und Trinkwasser

Jürgen Theiler (GBL) war besorgt, ob das Arsen dann auch das Trinkwasser belasten könne. Die Planer konnten hier Entwarnung geben. Mit dem höherem Auffüllvolumen konnten sich die Stadträte noch anfreunden, auch mit dem höher belastetem Material, da der Steinbruch auch zügig wieder renaturiert werden solle. Probleme hatten die Stadträte damit, dass der Steinbruchbesitzer die Zuwendungskategorie aufwerten, also höhersetzen darf. Ob man diese Aufwertung untersagen dürfe, wollen die Räte zunächst vom Landratsamt Forchheim wissen. Ein Mitarbeiter soll darüber in der nächsten Sitzung informieren. Der Punkt wurde deshalb zurückgestellt.

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