Gößmannsberg
Wirtschaft

Fränkische Schweiz: Schlossermeister macht sich um die Ausbildung verdient

Albin Hertling aus Heiligenstadt betreibt in Gößmannsberg eine Metallbaufirma. Er erhielt nun eine ministerielle Auszeichnung für seine Verdienste um die berufliche Ausbildung.
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Albin Hertling (r.)  mit Mitarbeitern und ehemaligen Azubis in seiner Werkstatt. Foto: Carmen Schwind
Albin Hertling (r.) mit Mitarbeitern und ehemaligen Azubis in seiner Werkstatt. Foto: Carmen Schwind
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"Berufliche Ausbildung ist die Grundlage und Zukunft einer Firma. Wir können deren Fortbestand nur über Ausbildung sichern", sagt Albin Hertling aus Heiligenstadt, der eine Metallbaufirma in Gößmannsberg im Markt Wiesenttal führt. Er wurde von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) für seine Verdienste um die berufliche Ausbildung als "verdienter Ausbilder" in Bayreuth ausgezeichnet. Im Anschreiben der Handwerkskammer für Oberfranken steht: "Sie engagieren sich seit vielen Jahren in besonderer Weise für den handwerklichen Nachwuchs in Oberfranken, bilden aus und sind in verschiedenen Gremien für die berufliche Bildung aktiv." Für dieses Engagement wurde Albin Hertling nun ausgezeichnet. "Ich habe mich von Anfang an mit dem Thema Ausbildung befasst", erzählt der Schlossermeister. Seine Firma gibt es seit mehr als 50 Jahren. Sie wurde vom Vater gegründet und 2000 von Albin Hertling übernommen. Er selbst machte hier bereits seine Ausbildung, die er 1981 als Kammersieger abschloss. In all den Jahren wurden hier fast 40 Lehrlinge ausgebildet.

Schwierige Suche

"Es ist nicht einfach, Azubis zu finden. Eigentlich ist das der schwierigste Teil. Und das ist zunehmend schwieriger geworden", meint Hertling. Seine Firma präsentiert sich deshalb auf Ausbildungsmessen in Forchheim, Bamberg oder an den Schulen in der Region. Wichtig ist ihm, direkten Kontakt zu den Interessierten aufzubauen. "Unser Standort in Gößmannsberg ist nicht ideal, denn er ist nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar", gibt der Schlossermeister zu. Seine Auszubildenden kommen trotzdem aus der ganzen Region. Manche werden von ihren Eltern gefahren, andere kommen mit dem Moped. "Das Wichtigste ist, dass die jungen Leute Spaß am Umgang mit Metall haben und was Massives herstellen wollen", erklärt Hertling. Er ergänzt, dass auch die schulischen Voraussetzungen gut sein müssen. Je besser diese sind, umso besser seien die Zukunftschancen: "Die Schule sollte ernst genommen werden, denn ein Schlosser muss auch mal eine Fläche berechnen oder Maße addieren können."

Weitere Fähigkeiten

Weitere Fähigkeiten sind Organisationstalent und Disziplin, aber auch gute Umgangsformen mit Kunden und Kollegen. "Die Mitarbeiter müssen zusammenarbeiten können. Und sie müssen Ordnung halten und nachdenken, was sie mit zum Kunden nehmen müssen, damit sie alles dabei haben, um ihre Arbeit erledigen zu können", zählt er auf.

Er sieht die Ausbildung auch als Verantwortung, denn die jungen Menschen beginnen ihre Lehre mit etwa 15 Jahren. "Da sind sie noch Kind und reifen heran. Und dann in der Gesellenprüfung fertigen sie zum ersten Mal ganz alleine ein Werkstück", sagt Hertling. Der Meister berichtet, dass sich die jungen Leute verändert hätten: "Man merkt das Handy-Zeitalter." Es sei einerseits ein Vorteil, denn man könne bei Problemen vor Ort schnell mal ein Foto machen und an den Chef senden. Oder man schaue im Internet nach einer Lösung. "Andererseits wird nicht ausprobiert oder so lange geschraubt, bis es passt, sondern schneller ausgetauscht", meint der Schlossermeister.

Auch Kaufleute

Er bildet nicht nur Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik, also Schlosser, aus, sondern auch Bürokaufleute. Und er motiviert seine Kollegen, ebenfalls auszubilden: "Denn manche sind frustriert und wollen nicht mehr den Aufwand betreiben auszubilden." Albin Hertling meint: "Metallbauer ist ein wahnsinnig interessanter und spannender Beruf mit einer soliden handwerklichen Ausbildung, die auch in anderen Lebenssituationen hilfreich sein kann." Und er vertritt die Meinung, dass eine verkürzte Lehre auch für Studenten gut wäre. Außerdem könnte ein handwerkliches Praktikum für Akademiker interessant sein.

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