Wiesenttal

Fränkische Schweiz: Polizeibeamter tritt als Bürgermeisterkandidat an

Die CSU und die Freien Wähler im Markt Wiesenttal haben einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten nominiert: den 36-jährigen Marco Trautner.
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Michael Hofmann (l.) gratuliert Marco Trautner (3. v. l.) Foto: Pauline Lindner
Michael Hofmann (l.) gratuliert Marco Trautner (3. v. l.) Foto: Pauline Lindner
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Ein "Meilenstein in der Geschichte Wiesenttals" (Konrad Rosenzweig, CSU) war die gemeinsame Bürgermeisterkandidaten-Nominierung von CSU und Freien Wählern im Gasthof Sponsel in Oberfellendorf: Der 36-jährige Polizeibeamte Marco Trautner (FWW) wurde einstimmig nominiert.

Die Gründe lieferte Rosenzweig gleich nach: Der Marktgemeinderat habe in den letzten Jahren weitreichende Beschlüsse gefasst. Daraus folge, dass alle an einem Strick ziehen müssten. Denn am anderen Ende hinge der "Markt, beladen mit Beschlüssen". Sie müssten schnellstmöglich umgesetzt werden, nicht zuletzt wegen der knappen Fristen für die Zuschüsse. "Wir brauchen einen, der da vorausgeht", meinte Rosenzweig.

Getrennte Listen

Darüber waren sich die beiden politischen Gruppierungen einhellig einig, erläuterte Manfred Bischoff, Rosenzweigs Ratskollege von den Freien Wählern. Die Versammlung hatte deshalb zuerst getrennt nach den Mitgliedschaften abzustimmen, ob man mit dem gemeinsamen Vorgehen einverstanden sei. Dadurch gäbe keiner seine Identität auf, betonte Rosenzweig. Für den Marktgemeinderat stelle man getrennte Listen auf.

In seiner Vorstellungsrede griff Trautner zuerst die erst am Dienstag gefassten Ratsbeschlüsse zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung auf und schwenkte über die Erhaltung der Gemeindestraßen, die Stärkung der Feuerwehr zum Streitberger Bad. Zu dessen Ertüchtigung gibt es ein Gesamtkonzept mit Schätzkosten von 2,5 Millionen Euro. Die Gemeinde will vorrangig das Schwimmbecken und das Planschbecken erneuern.

Das Freibad Streitberg

Trautner setzt hier auch auf großzügige staatliche Förderung, schränkte aber ein: Wenn der Eigenanteil zu hoch sei, müsse man sich erneut zusammensetzen. Ihm gehe es vor allem darum, dass die Kinder aus der Gemeinde dort das Schwimmen lernen könnten. Die allerorts steigende Zahl von tödlichen Badeunfällen stimme bedenklich. Der Idee eines Spaßbades erteilte er deswegen eine Absage, auch weil das nicht zum historischen Ambiente des Bades passe.

Das Programm "Innen statt außen" bedeutet für den Muggendorfer aktuell die Wiederbelebung der Gaststätte "Schwarzer Adler" in Streitberg. Nach der dortigen Dorferneuerung sollte die Maßnahme in Muggendorf und den "Bergorten" fortgesetzt werden. "Wie haben so viele Aufgaben, dass wir uns nicht mit persönlichen Streitereien beschäftigen dürfen", wandte er sich "an die, die sagen, CSU und Freie Wähler haben sich verkauft".

Das Bild der Marktgemeinde in der Öffentlichkeit und der schnelle Informationsfluss von der Verwaltung zu den Bürgern sind Trautner ein besonderes Anliegen. Er denke dabei an geänderte Öffnungszeiten im Rathaus, an einen Jahresplan der Aktivitäten in allen Ortsteilen und an ein Info-System über eine App, um die Einwohner beispielsweise über Rohrbrüche oder innerörtliche Verkehrsstörungen zu benachrichtigen.

"33 gültige Stimmen wurden abgegeben, 33 für Marco Trautner", verkündete Wahlausschussleiter Jens Kraus. Zu den Gratulanten zählten auch der CSU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Michael Hofmann und die stellvertretende Landrätin Rosi Kraus (CSU). "Ich freue mich über den Schulterschluss", sagte Hofmann.

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