Wolfsberg
Bürgerversammlung

Fränkische Schweiz: Ortsdurchfahrt ist nach sechs Monaten Sperre bald wieder offen

Die Durchgangsstraße wird nach sechs Monaten Sperrung im Zuge der Dorferneuerung spätestens Ende November wieder für den Verkehr freigegeben. Einwohner fordern einen Funksendemast und ein Tempolimit.
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Die neue Stützmauer in Wolfsberg ist ein teurer Posten. Foto: Franz Galster
Die neue Stützmauer in Wolfsberg ist ein teurer Posten. Foto: Franz Galster
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Das Interesse war riesengroß und der Versammlungsraum des Sportheims in Wolfsberg zu klein, um alle Besucher zur Bürgerversammlung aufzunehmen. Wolfsberg hatte mit seiner zurzeit laufenden umfangreichen Dorferneuerung auch ein interessantes Programm zu bieten.

"Dies ist ein neuer Besucherrekord. Bis letztes Jahr war die Welt hier noch in Ordnung, und bald ist sie es wieder", meinte Bürgermeister Markus Grüner (CSU), der mit einer Lichtbildpräsentation einen Überblick über das Gemeindeleben gab.

Zentral war das Thema der hiesigen Dorferneuerung. Zunächst war die Verlegung der Trubach für 275.000 Euro erfolgt, weg von der auszubauenden Staatsstraße, um Platz zu machen für eine mindestens sechs Meter breite Fahrbahn und einen Gehweg. Dann war zunächst eine 475.000 Euro teure Stützmauer im Ort zu errichten, bevor der Ausbau der Innerortsstraße und des Umfelds erfolgen konnte.

Das Auftragen der Feinschicht der Staatsstraße erfolgte vor wenigen Tagen. Jetzt sind noch Restarbeiten wie Gehsteige fertigzustellen, bevor die Durchgangsstraße nach sechs Monaten Sperrung spätestens Ende November wieder für den Verkehr freigegeben wird. Für nächstes Jahr stehen noch Dorfplatz und Kinderspielplatz sowie die Planung eines Gemeinschaftshauses an. Keine Sorgen macht sich die Gemeinde über den Fortbestand der Grundschule in Bärnfels. Die Schülerzahlen bewegen sich relativ konstant um die 70. Auch der Kindergarten, bestes Indiz, ist voll ausgelastet. Eine Herausforderung bedeutet die Mittagsbetreuung. Der Freundeskreis, der diese Aufgabe bisher ehrenamtlich machte, sieht sich überfordert. Es wurde eine Leiterin der Mittagsbetreuung von der Kommune eingestellt.

Unter den Bautätigkeiten ist besonders die Erweiterung des Kindergartens für 500 000 Euro zu erwähnen. Rund 85 Prozent fließen als Zuschüsse. Den Rest schultern Kirchengemeinde und politische Gemeinde.

Der geschlossene Gasthof "Regina" musste der Sanierung des Hundsdorfer Weges im Rahmen der städtebaulichen Maßnahme weichen. Viele bauliche Detailmaßnahmen stehen auch im kommenden Jahr an.

Verstärkt bemüht sich die Gemeinde um Bauplätze. Der Appell ging an die Bürger, mögliche Kapazitäten zu melden.

Zufrieden zeigte sich Grüner mit der Entwicklung des Tourismus. Man verzeichnete 2018 16.199 Ankünfte, ein Minus von 6,4 Prozent, und 45.558 Übernachtungen, ein Plus von zwei Prozent. Trotz vieler Vorhaben hat die Gemeinde einen ordentlichen Haushalt vorzuweisen. Der Schuldenstand verringert sich 2019 von 526.863 auf 438.661 Euro. Das bedeutet eine Pro-Kopf-Verschuldung von 198,40 Euro, womit man weit unter dem Durchschnitt vergleichbarer Kommunen liegt.

Funkloch im Trubachtal

Zuhörer Wilfried Kirsch sprach das Dilemma Funklöcher an. Entgegen dem Trend in Geschwand, Wiesenthau oder Leutenbach machen die Bürger hier bei der Gemeinde Druck, für einen passablen Netzausbau zu sorgen. In Wolfsberg schweigen nämlich alle Smartphones. "Ihr seid zuständig, werdet endlich aktiv", meinte ein Zuhörer. "Wir haben seitens der Gemeinde Einfluss und wir werden uns bemühen", versprach Grüner. In Geschwand hätte die Telekom den Sendemast auf eigene Kosten errichtet, das wurde aber von der Bevölkerung abgelehnt.

Freilich sollte der Mast nicht mitten im Dorf stehen, wandte ein Zuhörer ein. Das wäre aber auch nicht logisch, meinte auch der Bürgermeister. Er würde schon aus rein technischer Sicht auf der Höhe, also deutlich außerhalb, errichtet werden.

Im weiteren Verlauf der Diskussion wünschten sich die Bürger eine Begrenzung auf 30 km/h im Ortsbereich von Wolfsberg. Was in Egloffstein gehe, sollte auch in Wolfsberg möglich sein, so der Tenor. Ein weiterer Wunsch ist das Verbannen von schweren Lastwagen von der Durchgangsstraße. Das sind Themen, die die Gemeinde als Anliegen nur weitergeben kann. Letztlich ist es eine Staatsstraße, und da hat das staatliche Straßenbauamt das letzte Wort.

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