Kirchehrenbach
Bestattungskultur

Fränkische Schweiz: Ordnung oder Blühwiese auf Urnengräberfeld?

Wie soll das Urnengräberfeld auf dem Friedhof in Kirchehrenbach aussehen? Ein Testfeld verschafft einen Eindruck.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein Unrnengräber-Testfeld Foto: Monika Kraus
Ein Unrnengräber-Testfeld Foto: Monika Kraus

"Der Sinn des Urnengräberfeldes ist im Bauausschuss unbestritten", sagte Bürgermeisterin Anja Gebhardt (SPD) in der Sitzung des Gemeinderates Kirchehrenbach. Über die Gestaltung herrsche jedoch Uneinigkeit, weshalb es auch keine Empfehlung für den Gemeinderat gegeben habe. Um sich vorstellen zu können, wie ein mögliches Urnengräberfeld aussehen kann, hatte die Gartenplanerin Lemonia Tsouridis ein Testfeld auf dem Gelände des Friedhofes angelegt. "Ich habe mir das angeschaut", berichtete Zweiter Bürgermeister Michael Knörlein (CSU). Er fand gut, dass die Angehörigen anhand eines Steines mit dem Namen des Verstorbenen sehen könnten, wo dieser liegt. "Ob der Platz pflegeleicht ist, kann ich nicht sagen", meinte Knörlein.

Pflegeleichte Pflanzen empfohlen

Die Bürgermeisterin informierte das Gremium, dass die Gartenplanerin empfohlen hatte, Pflanzen zu verwenden, die pflegeleicht sind. Denn dann könne der Bauhof sich zwei bis vier Mal im Jahr um das Urnengräberfeld kümmern. "Blühstreifen hat sie wegen des Samenflugs nicht empfohlen", trug Anja Gebhardt vor.

Blühstreifen anlegen?

Monika Kraus (JB) hielt dagegen, dass die ausgesuchten Pflanzen keinen hohen Samenflug haben und wünschte sich einen Blühstreifen. Johannes Bail (JB) ergänzte, dass es schade wäre, die Fläche komplett zuzuschütten. Denn als Gemeinde müsse man etwas für die Insekten tun. "Irgendwo muss man doch anfangen", meinte er. Siegfried Adami (SPD) war auch nicht angetan von Lavasplitt und meinte, dass Leute, die sich hier bestatten lassen wollen, sicher ein wenig mehr zahlen würden.

Möglichkeiten der Urnenbestattung

Ulrike Götz (CSU) ging auf die verschiedenen Möglichkeiten der Urnenbestattung ein und äußerte sich gegen eine Blühwiese. "Wir sollten mal anfangen, sonst gehen die Leute zum Friedwald", meinte sie. Die Bürgermeisterin warf ein, dass Lavasplitt Wärme und Feuchtigkeit speichere. Johannes Pieger (CSU) fand Naturwiesen prinzipiell schön, allerdings nicht am Friedhof. Hier würden die Menschen auf Ordnung Wert legen. Rainer Gebhardt (SPD) meinte, dass ein Urnengräberfeld schön aussehen und pflegeleicht sein müsse, denn es sei auch gedacht für Alleinstehende, deren Angehörige weit weg wohnen und die nur selten kommen könnten. Mit vier Gegenstimmen beschloss das Gremium ein Urnengräberfeld mit Lavasplitt und einigen Bäumen. Dritter Bürgermeister Konrad Galster (FW) schlug vor, auf der nicht benutzten Fläche eine Blumenwiese anzulegen. Ob das möglich ist, soll Monika Kraus klären.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren