Gräfenberg
Stromerzeugung

Fränkische Schweiz: noch mehr Photovoltaik bei Walkersbrunn?

Von der großen Solaranlage bei Walkersbrunn und Guttenburg sind andere Grundstückseigentümer angetan. Sie wollen nun ebenfalls ein Sondergebiet Photovoltaik.
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Die Solaranlage bei Walkersbrunn Foto: Petra Malbrich
Die Solaranlage bei Walkersbrunn Foto: Petra Malbrich

Erfolgreich ist im Sommer die Solaranlage zwischen Walkersbrunn und Guttenburg eröffnet worden. Von dem Konzept der Betreiber, der Firma Anumar, sind auch andere Grundstücksbesitzer begeistert. Sie wandten sich an die Verantwortlichen, um ihre Flächen ebenfalls für eine Solaranlage zur Verfügung zu stellen. Andreas Klier, Geschäftsführer, informierte die Stadträte darüber und nannte auch Zahlen. Über 46.000 Megawattstunden können mit den vorhandenen Solarpanelen erzeugt werden. Mit den zwei neuen Flächen käme 20 Megawatt Leistung dazu. Das Konzept wäre wie beim ersten "Solarpark": mit Blühflächen unter den Modulen und eigenem "Solarhonig". Auch eine Handelsgesellschaft wurde gegründet, das war Wunsch der Stadt, so dass der Sitz der Gesellschaft ab 2020 Gräfenberg ist. Auf der Leinwand lockten dann noch zwei Millionen Euro, die Anumar als Gewerbesteuereinnahme versprach. Auf Werner Wolfs (FW) Nachfrage, wurde dann geklärt, dass die zwei Millionen Euro die Summe der Gewerbesteuer der Laufzeit des Projektes sei, also die gesamten Einnahmen an Gewerbesteuer für 30 Jahre. Gerade im Hinblick auf das erst vor einer Woche vorgestellte Energiekonzept für Gräfenberg kam diese Anfrage dem Gremium ganz recht. Vor Ort sei man dann soweit, so viel Strom zu erzeugen, um diesen zu exportieren. Eine Speichermöglichkeit wäre vorteilhaft, um den hier erzeugten Strom auch vor Ort zu verbrauchen, meinte Werner Wolf. Theoretisch wäre es möglich, denn die Regierung hat ein Regionalstromprogramm, um den Strom vor Ort zu verbrauchen. Ob man preislich mithalten könnte, sei jedoch fraglich. Matthias Striebich (Grüne) überlegte, wie Gräfenberger Bürger motiviert werden könnten, Verträge über "grünen" Strom abzuschließen. "Vielleicht wäre eine Bereitschaft gegeben, wenn wir sagen können: Ihr könnt jetzt Gräfenberger Strom kaufen", fügte Striebich an. Alleine der juristische Part für diese Unterlagen kostet jedoch 100.000 Euro. Anumar arbeitet mit lokalen Energiegenossenschaften zusammen. Dort könnten sich die Leute finanziell beteiligen. Mit dem Geld würden Anteile der Betreibergesellschaft gekauft. Ein Beschluss, ob in der Gemarkung Walkersbrunn östlich von Rangen ein Sondergebiet Photovoltaik ausgewiesen wird, darüber entscheidet der Stadtrat in der nächsten Sitzung.

Neuer Flächennutzungsplan

Darf man hier bauen oder nicht? Wie oft hat sich der Stadtrat mit Einzelfallentscheidungen beschäftigt. Doch eigentlich ist alles im Flächennutzungsplan (FNP) geregelt. Doch dieser Flächennutzungsplan der Stadt Gräfenberg ist in die Jahre gekommen. Die letzte Fortschreibung war von 2001 bis 2006. Auch für die Mitarbeiter im Bauamt bedeutet ein veralteter Plan mehr Aufwand als wirkliches Weiterkommen bei der Problemlösung. Vor allem gilt es inzwischen auch, die Innenentwicklung vor der Außenentwicklung zu forcieren. "Im gesamten Gebiet gibt es Situationen, wo alles hinterfragt werden muss und auch Grundsatzdiskussionen geführt werden sollten", meinte der Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft, Stefan Kohlmann.

Die Mitgliedsgemeinde Hiltpoltstein nannte er als vorbildliches Beispiel, die sich dieser Mammutaufgabe gestellt habe. Der Gräfenberger Stadtrat solle jetzt die Grundlagen schaffen, damit das neue Gremium richtig in die Thematik einsteigen und gestalterisch wirken könne. Vor allem solle auch hinterfragt werden, ob Bauflächen auch wieder aufgehoben werden, wenn dort bislang nichts geschehen ist. Auch um die Planungshoheit zu haben, stimmte der gesamte Stadtrat zu, den FNP ab der neuen Wahlperiode fortzuschreiben. Angebote für die Planungsleistungen werden eingeholt.

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