Hiltpoltstein
Marktgemeinderat

Fränkische Schweiz: Noch mehr Mobilfunkantennen in der Nähe von Schule und Kindergarten?

Der Gemeinderat Hiltpoltstein ist gegen einen weiteren Ausbau des bestehenden Mobilfunk-Standorts, da Kindergarten und Schule in der Nähe liegen.
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Auf der Lagerhalle sind bereits etliche Mobilfunkantennen montiert. Nun  sollen weitere dazukommen. Foto: Petra Malbrich
Auf der Lagerhalle sind bereits etliche Mobilfunkantennen montiert. Nun sollen weitere dazukommen. Foto: Petra Malbrich

Mehrere Hochfrequenzanlagen der Anbieter Vodafone, Telefonica und Telekom sind bereits auf dem Dach einer Lagerhalle montiert. Doch es sollen noch mehr werden. Vodafone will eine LTE-Antenne anbringen und hat darüber die Gemeinde Hiltpoltstein informiert. Vor allem die Bürger aus der Schulstraße waren davon nicht begeistert, wie deren Reaktionen in der Bürgerversammlung vergangene Woche deutlich zeigten. Sie bekommen die Strahlung ab. Mehr noch: In der Straße sind Kindergarten, Kinderkrippe und die Schule. "Es gab schon eine kurze Unterschriftensammlung, als die Telekom damals erweitert hat", blickte Bürgermeisterin Gisela Schulze-Bauer (BFH) zurück. Zudem habe die Kommunenberaterin der Telekom gesagt, dass sie sich "dranhängen", wenn Vodafone montiere. Bei der Bezirksregierung von Oberfranken hatte sich die Bürgermeisterin deshalb informiert, was die Kommune dagegenhalten könne. Eine Messung könne beantragt werden, um zu erfahren, ob die Strahlung schädlich sei. "Das wird zu 90 Prozent bezuschusst", erklärte Schulze-Bauer. Sie ärgerte sich zusätzlich darüber, dass zwar die Mobilfunkversorgung vorangetrieben werden solle, aber ähnlich wie beim Breitband Flecken bleiben. "Dann kann die Kommune wieder schauen, wie Schoßaritz versorgt wird", nannte Schulze-Bauer ein Beispiel. Und da nun wieder Strahlung mehrerer Antennen auf Kiga und Schule treffen würden, hat die Bürgermeisterin vorsorglich ein Schreiben aufgesetzt, über dessen Inhalt sie das Gremium informierte. In dem Schreiben betonte Schulze-Bauer den Widerstand, den es von Bürgern gebe. Zudem sei der Standort nicht klug gewählt, da wieder nur in Schulnähe gestrahlt werde. "Wir verstehen nicht, dass dieser Standort ausgebaut werden soll, der aufgrund der Lage nur wenige Haushalte erreicht", erläuterte die Bürgermeisterin.

Lücken schließen

Da jedoch Lücken geschlossen werden sollen und dieser Standort gegen den Willen der Bürger sei, wünsche der Gemeinderat ein Gespräch, um einen besseren Standort außerhalb des Wohngebietes zu suchen. Gisela Geldner (FW) lobte das gut formulierte Schreiben. "Sie brauchen unser Einverständnis nicht", meinten die Dritte Bürgermeisterin und Michael Knauer (BFH). "Aber der Gemeinderat muss angehört werden", sagte Schulze-Bauer.

Denkmalgeschütztes Haus

Ein Hausbesitzer möchte auf das Dach seines denkmalgeschützten Hauses eine Solaranlage anbringen. Um das umzusetzen, hatte er bereits in einer vorherigen Sitzung eine andere Dachneigung beantragt, um das Dach mit roten Biberschwanzziegeln eindecken zu können. Der Gemeinderat stimmte dem zu. Doch es kam anders, denn das Landratsamt Forchheim erlaubt das nicht. "Es ist eine unglückliche Geschichte, dass keine roten Biberschwänze, sondern Trapezblech aufs Dach soll", meinte Bürgermeisterin Gisela Schulze-Bauer. Das ist nicht der Wunsch des Hausbesitzers. Der Grund ist wohl mit den Fenstern und dem Brandschutz erklärt. "Es wäre sehr schade, wenn keine Biberschwänze aufs Dach kommen", bedauerte Dritte Bürgermeisterin Gisela Geldner die Entscheidung des Landratsamts. Die Bürgermeisterin hat deshalb das Landesamt für Denkmalpflege angeschrieben, um doch eine Einigung erzielen zu können. Kein Problem mit Trapezblechen hat Zweiter Bürgermeister Georg Potzner (CSU), da diese eine Ziegelform hätten. Michael Knauer (BFH) regte an, den Tagesordnungspunkt zu vertragen und einen Termin mit der Denkmalpflege und dem Landratsamt zu vereinbaren, um den Wunsch des Hausbesitzers zu unterstützen.

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