Gößweinstein
Wallfahrt

Fränkische Schweiz: Mit dem Traktor und Tempo 25 auf Pilgerfahrt

Diese Wallfahrer tuckern nach Gößweinstein: Bei der achten Traktorwallfahrt legte der am weitesten gefahrene Teilnehmer 130 Kilometer zurück.
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Traktorwallfahrer aus Waischenfeld und Umgebung bei der Anfahrt zur  Traktorsegnung Foto: Thomas Weichert
Traktorwallfahrer aus Waischenfeld und Umgebung bei der Anfahrt zur Traktorsegnung Foto: Thomas Weichert
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Die traditionelle Wallfahrt zu Fuß oder auch mit dem Bus ist weitläufig bekannt. Es gibt auch noch eine weitere Art, den Wallfahrtsort Gößweinstein aufzusuchen: Zum achten Mal in Folge konnte man in Gößweinstein historische Traktoren sehen. Die Traktor-Oldtimer-Wallfahrt aus Stettfeld in Unterfranken wartete mit zahlreichen Fahrzeugen auf. Die Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit Gößweinstein nimmt diesen Anlass, um eine Segnung aller Teilnehmer aus nah und fern durchzuführen, die nicht nur auf historische Gefährte beschränkt ist. Daher wurden im Anschluss an den Vorabendgottesdienst in der Wallfahrtskirche alle Fahrzeuge von Pfarradministrator Pater Flavian Michali bei der Durchfahrt durch den Klosterbogen geweiht. Viele Gottesdienstbesucher und Zuschauer verfolgten den Segnungsakt. Auch der benachbarte Seelsorgebereich Fränkische Schweiz Nord war mit zahlreichen Fahrzeugen nach Gößweinstein gekommen. "Uns schickt der Himmel - getauft und gesendet, um den Glauben zu bezeugen, zu feiern, anzuwenden und ihn in Gemeinschaft zu leben" , lautete das Motto der Gruppe. Sie legte unter der Leitung von Pastoralreferent Georg Friedmann mehrere Stationen zum Gebet auf der Fahrt nach Gößweinstein ein. Friedmann, selbst auf einem Traktor der Marke Fendt unterwegs, hatte 14 Teilnehmer aus dem Ahorntal, Waischenfeld, Nankendorf, Hinterkleebach und Pottenstein bei ihrer Ankunft gemeldet. Der Organisator der Stettfelder Gruppe, Walfried Fösel, kam bereits am Freitagabend in Gößweinstein an. Die unterfränkische Gruppe, die auch jedes Jahr Vierzehnheiligen aufsucht, bot 35 Teilnehmer auf. Meist führen die Teilnehmer Wohnanhänger mit, so dass die Übernachtung auf dem der Basilika nahe gelegenen Parkplatz für zwei Tage kein Problem darstellt. Hier kamen auch die Gemeinschaft und das gemütliche Beisammensein am Abend nicht zu kurz.

Lanz-Traktor Baujahr 1935

Mit am Start war ein Lanz-Traktor mit Glühkopf, Baujahr 1935, der vom Besitzer Rudi Höhn aus Seßlach bei Coburg die Strecke von 90 Kilometern nach Gößweinstein zurücklegte. Mit 84 Jahren und auf ebenfalls auf dem Fahrersitz eines Lanz D2016 aus dem Jahr 1955 war Josef Wansch aus Losbergsgereuth im Landkreis Haßberge der älteste Fahrer der Schlepperfreunde. Die weiteste Strecke legte ein Deutz D30 aus Rot am See (Kreis Schwäbisch Hall) zurück. Der Fahrer Hermann Müller hatte in der Fachzeitschrift "Schlepperpost" das Inserat zur Wallfahrt nach Gößweinstein gelesen. Kurzerhand machte er sich am Freitagmorgen auf den Weg und kam nach über 130 Kilometern am Abend in Gößweinstein wohlbehalten an. Auch im nächsten Jahr soll diese Wallfahrt durchgeführt werden.

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