Heiligenstadt
Wettbewerb

Fränkische Schweiz: Freude am Blumenschmuck wird prämiert

Die Blumenschmuckprämierung in Heiligenstadt steht bevor. Preisträger erzählen über die Freude an den Pflanzen und haben auch gute Tipps parat.
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Der Brunnen in Zoggendorf Foto: Gartenbauverein Heiligenstadt
Der Brunnen in Zoggendorf Foto: Gartenbauverein Heiligenstadt
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"Ich kann mir ein Leben ohne Blumen gar nicht vorstellen", sagt die 70-jährige Erika Pfändner aus Stücht und zeigt ein Bild von ihrem Garten und dem Blumenschmuck am Balkon. Sie ist eine der 40 Preisträger des alljährlichen Blumenschmuckwettbewerbs in der Marktgemeinde Heiligenstadt. Am Freitagabend werden diese im "Heiligenstadter Hof" mit einer Urkunde, einem Blumenpräsent und einem Verzehrgutschein geehrt. Getragen wird der Wettbewerb vom örtlichen Gartenbauverein. "Wir sind sparsame Leute", erzählt Erika Pfändner. In der früheren Güllegrube des Hauses wird jetzt Regenwasser gesammelt und in einen Behälter am Balkon gepumpt. "Lauwarmes Regenwasser ist perfekt für die Blumen. Außerdem bekommen sie Dauerdünger", erklärt die Preisträgerin. Gemeinsam mit ihrem Mann wendet sie viel Zeit für die Blumen auf: "Der liebe Gott hat Blumen erschaffen, um uns zu erfreuen. Und wir haben große Freude daran."

Rosen angepflanzt

Preisträgerin Irmgard Hänchen kümmert sich nur noch um den Garten, denn die Kinder sind ins obere Stockwerk gezogen und für den Balkon zuständig. Sie hat vor einigen Jahren begonnen, Rosen anzupflanzen. "Das sind wunderbare Blumen, die brauchen eigentlich keine große Pflege", sagt sie und zählt auf, dass sie viele Beetrosen, fünf Bäumchen und eine Kletterrose hat. "Man muss eigentlich nur immer die abgeblühten Blüten abzwicken, dann hat man Freude an der Pracht und dem Duft", sagt Irmgard Hänchen aus Siegritz.

20 Blumenkästen

Insgesamt 20 Blumenkästen haben Lore und Werner Kraus aus Oberleinleiter an ihrem Haus angebracht. Werner Kraus ist für das Aufhängen der Kästen zuständig und hilft beim Gießen. "Im Herbst komme ich mit meiner Frau schon mal über Kreuz, weil ich die Kästen länger hängen lassen würde", verrät Werner Kraus. Seine Frau ergänzt: "Ja, wenn sie weg sind, fehlt schon was." Sie haben sich für Geranien entschieden, weil diese große Hitze aushalten können und pflegeleicht sind. Lore Kraus verrät auch ein Geheimnis: Sie mischt in die Blumenerde etwas Felderde, damit die Feuchtigkeit länger gespeichert wird.

Von der Schwiegermutter

Doris Leicht aus Veilbronn ist mit 57 eine der jüngeren Preisträgerinnen. Sie hat den Garten von der Schwiegermutter übernommen. "Hier habe ich Tagetes ausgesät. Da war eine andere Farbe dabei. Aber das Unperfekte macht es erst perfekt", sagt sie. Für Doris Leicht sind Blumen "das Lächeln der Erde". Theresia Bittel hat in diesem Jahr nicht für den Blumenschmuck in ihrem Garten gewonnen, sondern weil sie auch den Brunnen in Zoggendorf zum Blühen bringt. "Der ist mitten im Ort mit einer Bank. Das soll schon ein Hingucker sein", meint Theresia Bittel. Die Blumen werden von der Gemeinde bezahlt, Dünger und Zeit spendiert die Preisträgerin, Erde finanziert die Feuerwehr und gegossen wird mit dem Wasser aus dem Brunnen.

Stolz auf die Ehrung

Die Preisträger waren stolz, als sie erfuhren, dass sie geehrt werden sollen. "Den Wettbewerb gibt es seit 1981", erzählt die Vorsitzende des Gartenbauvereins, Gertrud Hübschmann. Die Schriftführerin Christiane Schmidt berichtet: "Wir schwärmen jedes Jahr aus und fotografieren den Blumenschmuck in den Ortschaften." Dabei entstehen bis zu 600 Bilder, die dann ausgewertet werden. Dabei achten die Vereinsmitglieder nicht darauf, ob jemand Mitglied im Gartenbauverein ist oder nicht. "Etwa die Hälfte der Preisträger ist nicht Mitglied", sagt Christiane Schmidt. Am Freitag, 22. November, werden die Preisträger geehrt und der Verein blickt auf die Aktivität des Jahres zurück. Neben der Blumenschmuckprämierung sind die 270 Mitglieder auch für den Erntedankbrunnen in Heiligenstadt zuständig, verleihen Gartengeräte, bieten Kochkurse an, unternehmen Vogelstimmenwanderungen und Ausflüge und bepflanzen den Marktplatz. "Ja, wir haben ein reges Vereinsleben", fasst Gertrud Hübschmann zusammen.

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