Moschendorf
Brand

Fränkische Schweiz: Feuerwehren verhindern Flammeninferno

Beim Gößweinsteiner Gemeindeteil Moschendorf hat am Dienstag ein Miscanthus-Feld Feuer gefangen. Über 200 Feuerwehrleute waren auf der Hochebene vor Ort.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Feuerwehr an der Einsatzstelle Foto: Thomas Weichert
Die Feuerwehr an der Einsatzstelle Foto: Thomas Weichert
+26 Bilder

Ein Großaufgebot von über 200 Feuerwehrleuten aus 15 Feuerwehren von Pegnitz im Landkreis Bayreuth bis Thuisbrunn im Landkreis Forchheim sowie weitere Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) Kirchehrenbach, des Malteser-Hilfsdienstes Waischenfeld und Landwirten aus dem Markt Gößweinstein verhinderte am frühen Dienstagabend ein Flammeninferno beim Gößweinsteiner Ortsteil Moschendorf, als dort ein Miscanthus-Feld (Chinaschilf) Feuer fing und kurz darauf lichterloh brannte. Die Flammen drohten bei dem Flächenbrand auf angrenzende Felder und Wälder überzugreifen. Dies konnte laut Einsatzleiter, der Gößweinsteiner Feuerwehrkommandant Marcel Zweck, nur durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehren und der Landwirte mit riesigen Güllefässern voller Löschwasser verhindert werden. Laut Bericht der Polizeiinspektion Ebermannstadt hatte eine aufmerksame Spaziergängerin am Dienstagabend den Brand in dem circa 600 Quadratmeter großen Elefantengrasfeld mitgeteilt. Neben zahlreichen weiteren wasserführenden Feuerwehrlöschfahrzeugen - unter anderem aus Pegnitz, Pottenstein und Ebermannstadt - wurden sogar die Drehleiter aus Waischenfeld und die Feuerwehr Kirchenbirkig mit ihrer Drohne angefordert, um den Brandherd oberhalb von Behringersmühle aus der Luft zu beobachten.

Notruf in der Gemeinderatssitzung

Ganz wichtig und entscheidend für die Brandbekämpfung war jedoch das rasche Handeln von Gemeinderat Josef Neuner (BMG), als während der laufenden Marktgemeinderatssitzung im "Haus des Gastes" in Gößweinstein auf den Funkmeldeempfänger von Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG) der Notruf mit dem Wortlaut "Großer Freiflächenbrand bei Moschendorf" hereinkam. Bürgermeister Zimmermann unterbrach die laufende Haushaltsberatung für zehn Minuten und Neuner rief sofort seine Söhne in Etzdorf an, die sich dann mit zwei Traktoren mit einem 8000 und einem 16.000 Liter Wasser fassendem Güllefass auf den Weg nach Moschendorf machten. Dies war ein Riesenglück, da die zunächst eintreffenden Tanklöschfahrzeuge - unter anderem aus Gößweinstein, Kleingesee und Ebermannstadt - nicht diese Mengen an Löschwasser herbeigebracht hätten. Von einen Hydranten in Moschendorf aus wurde von mehreren Feuerwehren - unter anderem der Feuerwehr Tüchersfeld - zwar eine Schlauchstrecke den Berg hinauf aufgebaut, doch dieses Löschwasser hätte wohl kaum gereicht, um den Brand so schnell und effektiv unter Kontrolle zu bringen. Während der Marktgemeinderatssitzung war es exakt 19.15 Uhr, als auf Bürgermeister Zimmermanns Funkmeldeempfänger der Notruf der Einsatzzentrale eintraf. Wie der Landwirt aus Moschendorf, dem das Feld mit dem erntereifen Chinaschilf gehört, das auch Elefantengras genannt wird, wenig später berichtete, wurde er informiert, dass es auf seinen Feld brennt. Er fuhr sofort mit seinem Motorrad und einem Handfeuerlöscher den Berg hinauf, hatte aber damit keine Chance mehr, den Brand zu löschen. Er rief dann sofort die Feuerwehrnotrufnummer 112 an. Zunächst wurden nur die Stützpunktfeuerwehr Gößweinstein und umliegende kleinere Wehren wie Behringersmühle oder Unterailsfeld alarmiert. Gößweinsteins Kommandant Marcel Zweck handelte aber nach Eintreffen sofort und löste einen Großalarm aus, der zur Folge hatte, dass nach und nach 15 Feuerwehren - aus Ober- und Unterailsfeld, Behringersmühle, Gößweinstein, Muggendorf, Pottenstein, Waischenfeld, Pegnitz, Ebermannstadt, Kirchenbirkig, Kersbach, Tüchersfeld, Kleingesee und Thuisbrunn - anrückten. "Nur durch dieses massive Aufgebot an Feuerwehren und mithilfe der Landwirte mit den Güllefässern war es möglich, diesen Flächenbrand so schnell unter Kontrolle zu bringen und viel Schlimmeres zu verhindern", sagte Zweck. Der Landwirt sieht dies genau so und dankt allen Einsatzkräften für diese schnelle Hilfeleistung. Unerklärlich ist für ihn, wie es überhaupt zu diesem Brand kommen konnte. Der entstandene Schaden liegt laut Bericht der Polizei bei etwa 1000 Euro. Die Polizei Ebermannstadt hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen und bittet die Bevölkerung um Hinweise. Verletzt wurde bei diesem Flächenbrand niemand. Gegen 20..45 Uhr gab Einsatzleiter Marcel Zweck Entwarnung: Brand gelöscht. Nach und nach konnten die einzelnen Feuerwehren wieder abziehen.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren