Ebermannstadt
Ruhestand

Fränkische Schweiz: Erhard Herrmanns Schullaufbahn stand unter einem guten Stern

Viel Dank und Lob gab es bei der Verabschiedung von Schulleiter Erhard Herrmann vom Gymnasium Fränkische Schweiz (GFS) in Ebermannstadt.
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Stehende Ovationen für Erhard Herrmann Foto: Carmen Schwind
Stehende Ovationen für Erhard Herrmann Foto: Carmen Schwind
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"Machen Sie's gut!" Mit diesen Worten verabschiedete sich der Schulleiter des Gymnasiums Fränkische Schweiz (GFS), Erhard Herrmann, von den vielen Gästen, die gekommen waren, um ihm zu danken, ihn zu ehren und zu feiern. Immer wieder versagte ihm die Stimme bei seiner kurzen Ansprache. "Bei den Redebeiträgen dachte ich mir immer wieder: Wen meinen die denn?", sagte Herrmann und scherzte, dass für ihn als Franke auch ein "passt scho'" gereicht hätte. "Es war mir eine Ehre, hier zu arbeiten, und eine gewinnbringende Zeit", bekannte er und ging darauf ein, dass ein wichtiger Satz in seiner Arbeit war: "Ich entscheide mich, wann ich mich ärgere." Denn manchmal sei es wichtiger, nicht sofort emotional zu reagieren, sondern erst in Ruhe zu überlegen. Erhard Herrmann bedankte sich auch bei seinem Team für die Unterstützung und sagte, dass er sich auf den neuen Lebensabschnitt mit Familie und Sport freue. Denn schließlich habe er 82,9 Prozent seines Lebens - mit Ausbildung und Arbeit - in der Schule zugebracht. Ehefrau Eva, Tochter Uschi und Sohn Markus waren mit ihren Ehepartnern und Kindern zur Verabschiedung gekommen. Eva Herrmann verriet, dass ihr Mann sich jetzt mehr um Garten und Hund kümmern darf. Und die Enkelinnen drückten ihren Opa und freuen sich auf die Zeit mit ihm.

Berührende Feier

Zuvor hatte eine berührende Feier stattgefunden. Zu Beginn sang der Schulchor "Hallelujah" von Leonard Cohen. Der stellvertretende und zukünftige Schulleiter Siegfried Reck begrüßte die Gäste. Harald Vorleuter, Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in Oberfranken, erklärte, dass Herrmann nicht einfach Pensionär werde, sondern Ruhestandsbeamter; und dass das Bild falsch sei, dass man ihm seinen Bürostuhl entzogen und ihn stattdessen aufs Sofa versetzt habe. Mit den Worten "Das GFS verdankt Ihnen viel" überreichte er ihm seine Urkunde.

Lob vom Minister

Julian Voll trug vierstimmig auf seiner Gitarre "Somebody that I used to know" von Wally de Backer vor. Danach meinte Thorsten Glauber (FW), Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, dass der Fußballer und Bayern-Fan Herrmann wie ein Spieler, aber auch ein Spielertrainer agiert habe. Als Spieler habe er sein Umfeld motiviert, angespornt und herausgefordert. Als Spielertrainer holte er das Beste aus den Lehrern heraus. Der CSU-Landtagsabgeordnete Michael Hofmann sieht Bildung als eines der höchsten Güter. "Sie haben den Umgang miteinander vorgelebt", meinte er und lobte die Arbeit, die Erhard Herrmann geleistet habe.

Schülerin Liliana Dominguez von Gerlach hatte ein Abschiedslied für Herrmann komponiert, das sie gemeinsam mit Anna Simon vortrug. Landrat Hermann Ulm (CSU) outete sich als leidensfähiger Club-Fan und lobte Herrmanns "beeindruckende und segensreiche Biografie". Der Landrat war angetan von der "unaufgeregten" Art des Schulleiters, seinem Weitblick und seiner Kreativität. Er lobte auch seine Fähigkeit, Netzwerke zu schaffen. Die Ebermannstadter Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) hatte auf Veranstaltungen bemerkt, dass Herrmann sehr stolz auf seine Schüler und Lehrer war. Sie gratulierte zum neuen Status: Versorgungsempfänger. Karlheinz Schoofs, Schulleiter des Ehrenbürg-Gymnasiums Forchheim (EGF), meinte, dass Erhard Herrmann unter guten Sternen gestanden habe: Als er ein Jahr alt war, das war 1954, gewann Deutschland die erste Weltmeisterschaft (WM) und erhielt den ersten Stern. 1980 gründete Herrmann mit Kollegen den Lehrerfußball - Deutschland gewann die zweite WM. "1990 war er in weltmeisterlicher Form", meinte Schoofs, die dritte WM wurde gewonnen. 2014 standen Deutschland und Erhard Herrmann wieder an der Spitze. Er hatte Fußball-Kollegen mitgebracht, die ein Ständchen sangen. Danach gab es einen Sketch von Maria Zöbelein, Elternbeiratsvorsitzende, und Nina Behr, Vorsitzende der Vereinigung der Freunde des GFS. Cornelius Günther bedankte sich im Namen der 903 Schüler des GFS bei Erhard Herrmann. Personalratsvorsitzender Frank Ruhland schwärmte vom angenehmen Klima und der guten Atmosphäre am GFS. Der Lehrerchor trug "Fort the longest time" von Billy Joel vor, und am Ende spielte die Big Band "Mambo No. 5" von Dámaso Pérez Prado.

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