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Ebermannstadt
Fremdenverkehr

Fränkische Schweiz: Elf Tourismusorte haben ein Prädikat

In der Fränkischen Schweiz gibt es elf prädikatisierte Orte, die sich Luftkurort oder Erholungsort nennen dürfen. Streitberg und Muggendorf kennen den Fremdenverkehr bereits seit dem 18. Jahrhundert, andere erst viel später.
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Pottenstein ist der Primus unter den Tourismusorten. Nicht nur die einmalige romantische Lage, sondern auch die zahlreichen Freizeitmöglichkeiten sorgen für regen Zulauf von Gästen. Foto: Reinhard Löwisch
Pottenstein ist der Primus unter den Tourismusorten. Nicht nur die einmalige romantische Lage, sondern auch die zahlreichen Freizeitmöglichkeiten sorgen für regen Zulauf von Gästen. Foto: Reinhard Löwisch

Elf prädikatisierte Orte der Fränkischen Schweiz generieren zwei Drittel des gesamten touristischen Umsatzes in Höhe von rund 324 Millionen Euro pro Jahr, weshalb man auch von den touristischen Hauptorten sprechen kann. Es sind die fünf Luftkurorte Wiesenttal, Waischenfeld, Pottenstein, Gößweinstein und Egloffstein sowie die sechs Erholungsorte Betzenstein, Ebermannstadt, Heiligenstadt, Hollfeld, Pegnitz und Obertrubach.

Betzenstein hat eine lange Tourismustradition. Schon 1901 - also noch vor Gründung des Fränkische-Schweiz-Vereins - wurde der Verschönerungsverein zur Förderung des Tourismus gegründet. Vor allem Gäste aus Nürnberg und Erlangen zog es in die malerische Gegend. In den 70er Jahren erlebte Betzenstein einen regelrechten Boom: Zahlreiche bettenstarke Einrichtungen wurden gebaut, um dem Ansturm gewachsen zu sein. In jüngster Zeit sorgte die Sanierung des Altstadtkerns anlässlich des Jubiläums 400 Jahre Stadterhebung für Furore.

In fast allen Reiseführern

Ebermannstadt, die ehemalige Kreisstadt, hat eine zentrale Lage mitten im Wiesenttal und wird daher in fast allen Reiseführern des 19. Jahrhunderts erwähnt. "Sie sind alle sehr freundlich und höflich, sie gehen ganze Strecken mit, um einem den Weg zu weisen", meinte schon der Romantiker Ludwig Tieck, als er 1793 hier vorbeikam. Mit der Landvolkshochschule, dem Flugplatz, dem Erlebnisfreibad und der Museumseisenbahn verfügt die Stadt über besucherstarke Freizeiteinrichtungen.

Egloffsteins Hauptattraktion ist der Ort selbst, der - in den Hang gebaut - eine Attraktion an sich ist. Zusammen mit der gleichnamigen Burg, mit dem Freibad und der Lage einerseits im Kletterzentrum Trubachtal, andererseits im größten Kirschenanbaugebiet und als Heimat des größten Osterbrunnens (Bieberbach) ergibt sich ein leistungsstarkes Tourismuszentrum, welches von einem Tourismusverein und nicht wie üblich von einer Gemeinde "gemanagt" wird.

Gößweinstein ist neben Pottenstein und Pegnitz eines der Hauptzentrum des Fränkische-Schweiz-Tourismus. Mit der Basilika, die alljährlich von rund 180 000 Gästen besucht wird, verfügt der Ort über die meistbesuchte Attraktion. Gößweinstein war zu Kurhaus-Faust-Zeiten Ende der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts einer der am meisten besuchten Orte Bayerns.

Expandierende Hoteliers

Heiligenstadt ist ein "Newcomer", wenn man so sagen will. Erst 1994 bekam der Ort sein Prädikat als anerkannter Erholungsort. Doch seither kennen die Statistiken nur einen Weg: aufwärts. Zu verdanken ist der große Zuspruch einer Kombination aus erfolgreichen und expandierenden Hoteliers und attraktiven Freizeitmöglichkeiten (erstes Mountainbikezentrum, gepflegte asphaltierte Radwege) und Sehenswürdigkeiten wie dem Schloss Greifenstein oder den berühmten Osterbrunnen.

Hollfeld hat in den 70er Jahren angefangen, sich für den Tourismus zu engagieren: mit einer sehr schönen Altstadt, mit seinen Burgen und den hängenden Gärten, mit seiner Nähe zu Sanspareil, mit sehr guter Infrastruktur und einer bekannt guten Gastronomie.

Zentrum des Klettersports

Obertrubach sieht sich als Zentrum des Klettersports in der Fränkischen Schweiz. Hier liegt auch die Kletterlegende Wolfgang Güllich begraben. Zusammen mit Egloffstein bildet Obertrubach die Werbegemeinschaft Trubachtal.

Pegnitz profitiert touristisch vor allem von den Fortbildungsschulen, die den Ort in der Übernachtungsstatistik regelmäßig nach oben jenseits der 100 000er-Marke katapultieren. Die Bayerische Justizakademie, die Hotelfachschule und die Berufsschule für Hotelmanagement sind zuverlässige Lieferanten von Übernachtungsgästen.

Pottenstein ist der Tourismus-Primus. Der Ort allein generiert rund 15 Prozent des gesamten Übernachtungstourismus. Auch Pottenstein ist ein "Nachzügler". Erst in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als die Jugendherberge eröffnet und das Felsenbad und die Teufelshöhle ihre Tore öffneten, kamen die Gäste. Sie sorgen zusammen mit den anderen Attraktionen der "Erlebnismeile" bis heute für jährlich steigenden Aufschwung.

Waischenfeld profitiert vor allem von der schönen Ortslage und der Nähe zu attraktiven Freizeitmöglichkeiten wie der Therme Obernsees, dem eigenen Freibad, dem Campingplatz und der gemeindeeigenen Burg. Seit 1865 wird hochoffiziell Tourismus betrieben mit insgesamt gutem Erfolg.

Der Markt Wiesenttal mit Muggendorf und Streitberg hat die ältesten Tourismusorte Bayerns. Sie haben es den zahlreichen Höhlen zu verdanken, dass schon im 18. Jahrhundert reger Ausflugsverkehr herrschte. Hinzu kam die geniale Idee, Molkekuren anzubieten, was zusätzliche Gäste und Werbemöglichkeiten eröffnete.

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