Pinzberg
Gemeinderat

Fränkische Schweiz: Droht dem alten Gemeindehaus der Abriss?

Was soll mit dem alten Gemeindehaus in Dobenreuth passieren? Die Begeisterung für einen Erhalt des Gebäudes hält sich im Gemeinderat Pinzberg in Grenzen.
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Das alte Gemeindehaus (r.) steht im Ensemble mit der Filialkirche im Dorfzentrum von Dobenreuth. Foto: Franz Galster
Das alte Gemeindehaus (r.) steht im Ensemble mit der Filialkirche im Dorfzentrum von Dobenreuth. Foto: Franz Galster
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Seit Jahren bemüht sich die Gemeinde Pinzberg, für ihr Baudenkmal in der Dobenreuther Straße 19, das ehemalige Gemeindehaus, eine passable Lösung zu finden. Mittlerweile ist es teilweise wegen Baufälligkeit als Sicherungsmaßnahme durch Barrieren geschützt. 185.000 Euro würde nach vorliegenden Kostenschätzungen eine Sanierung kosten, wie Bürgermeister Reinhard Seeber (CSU/BB) in der Gemeinderatssitzung mitteilte. Man ist mit Verhandlungen mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Memmelsdorf in Gesprächen. Von dort liegt ein Schreiben vor, das sich eine 90-prozentige Bezuschussung über diverse Fördertöpfe vorstellen kann bei gleichzeitiger Auslagerung des Backofens. Die Begeisterung für die Erhaltung des Gebäudes hält sich in Grenzen, zumal es im Außenbereich über keinen Quadratmeter Grund verfügt. Bürgermeister Seeber könnte sich auch vorstellen, das Gebäude zu entfernen und durch einen schön angelegten Dorfplatz unter anderem mit Baum und Sitzmöglichkeiten zu ersetzen. Damit stehen sich zwei völlig gegensätzliche Modelle gegenüber. Der Klärungsprozess wird die Kommune noch einige Zeit beschäftigen.

Die "Brünnleinwiesen"

Kompliziert erweist sich der Antrag der Gemeinde auf Änderung des Bebauungsplanes "Brünnleinwiesen" in Dobenreuth. Fakt ist, dass im ursprünglichen Bebauungsplan ein Lärmschutzwall zwischen Sportanlage mit Vereinsheim und der neuen Siedlung vorgesehen ist. Die Gemeinde beschloss in ihrer Sitzung im April die planmäßige Errichtung.

Unterschriftenliste

Daraufhin wandten sich 22 Neubürger der angrenzenden Siedlung in einer Unterschriftenliste an die Gemeinde mit dem Antrag, darauf zu verzichten und den Bebauungsplan entsprechend zu ändern. Die formale Begründung lautete, man fürchte, dass das Oberflächenwasser nicht mehr abfließen könne. Es liege auf der Hand, dass der Verzicht praktischer und vorteilhafter für die Siedlung wäre. In der Bürgerversammlung in Dobenreuth sprach Seeber das Thema an, ohne eine Lösung zu finden. Alle Ortsvereine von Dobenreuth bestehen auf dem Wall, da sie anderenfalls das Risiko sehen, aufgrund der bestehenden Immissionsschutzrichtlinien sowohl beim Betrieb ihres Vereinshauses als auch bei einem möglichen regelmäßigen Betrieb des Sportgeländes erhebliche Einschränkungen in Kauf nehmen müssten. Mögliche regelmäßige Wettkämpfe auf dem Sportgelände wie Punktspiele der Fußballer wären vermutlich nicht mehr möglich und für die Zukunft verbaut. "Die Dobenreuther wollen den Wall, wofür brauchen wir da noch einen runden Tisch?", fragte Gemeinderat Stefan Hack (CSU/BB). Den runden Tisch brachte Bürgermeister Seeber ins Gespräch im Bemühen, eine einvernehmliche Lösung zwischen allen Parteien zu erreichen. Thorsten Glauber (FW) empfahl aufgrund der rechtlichen Brisanz des Themas, das Landratsamt Forchheim und weitere Rechtspfleger mit einzuschalten. Johannes Schmitt war als Zuhörer und Vertreter der Dobenreuther Vereine im Raum. Er machte klar, dass in diesem Falle auch seine Gruppe mit ihrem Anwalt am Tisch sitzen würde. Gemeinderat Michael Schmitt (FW) betonte, man wolle eine Rivalität zwischen Vereinsheim und Siedlung vermeiden. Zusammensetzen und vernünftig erklären, ist seine Empfehlung. Bürgermeister Reinhard Seeber ist sichtlich um den Frieden in der Gemeinde bemüht. Er hat immer noch die Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung. Er will versuchen, möglichst noch vor den Sommerferien einen runden Tisch in Dobenreuth mit allen Beteiligten zu organisieren, spätestens jedoch im September.

"Altes Schulhaus" in Pinzberg

Weniger problematisch erweist sich das Thema Sanierung "Altes Schulhaus" in Pinzberg. Die Schätzkosten belaufen sich auf 355.000 Euro. 90 Prozent erwartet die Gemeinde aus Fördergeldern des Kommunalinvestitionsprogramm (Kip). Das Gebäude soll ein Haus der Begegnung werden, Platz bieten für Bücherei, Vereinszwecke, ein Sprechzimmer für Bürgermeister und Bürger.

Unproblematisch war die geringfügige Änderung des Bebauungsplans "Hösichleite". Die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange wurden von der Architektin Petra Geiger vorgetragen. Anschließend wurde vom Gemeinderat einvernehmlich der Satzungsbeschluss gefasst. Weiter geht es auch in der Bahnhofstraße und Beckengasse. Hier wurde das Büro Siegfried Neukel aus Bischberg mit der Beweissicherung der Gebäude beauftragt. Ausgetauscht werden auch die Wasserfilter für die Trinkwasserversorgung Pinzberg. Die Firma Veolia aus Bayreuth erhielt hierfür den Auftrag.

Ferienprogramm

Ein beachtliches Ferienprogramm präsentierte der Jugendbeauftragte und Gemeinderat Michael Schmitt. "Das ist schon eine Luxussituation im Landkreis Forchheim", meinte Schmitt und dankte den Ortsvereinen für ihre rege Teilnahme. Acht Termine stehen für die Kinder auf dem Programm: 7. August Kinderolympiade (Ausrichter TSV Gosberg), 10. August Kinder-Kirchweihbaum aufstellen (Gemeinde Pinzberg), 14. August Luftgewehr- und Dart-Schnuppertag (Bavaria und DJK Pinzberg), 17./18. August Vater-Kind-Zelten (Pfarrei St. Nikolaus Pinzberg), 23. August Fußball-Schnuppertag (DJK Pinzberg), 28. August Klettern in der Kletterhalle (Winterport- und Wanderfreunde), 30. August Ufersäuberung und Gewässerkunde (Fischereiverband Gosberg), 6. September Im eigenen Gemälde (TSV Gosberg)

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