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Leutenbach
Landwirtschaft

Fränkische Schweiz: Direktvermarktung gewinnt an Bedeutung

Die FW-Europaabgeordnete Ulrike Müller machte sich in der Fränkischen Schweiz ein Bild von der klein strukturierten Landwirtschaft.
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Thorsten Glauber, Thomas Fahner, Ulrike Müller und Matthias Kern (v. l.) in Dietzhof Foto: Franz Galster
Thorsten Glauber, Thomas Fahner, Ulrike Müller und Matthias Kern (v. l.) in Dietzhof Foto: Franz Galster
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Um sich zu informieren und ein Bild zu machen von der klein strukturierten fränkischen Landwirtschaft, besuchte die Europaabgeordnete der Freien Wähler, Ulrike Müller, einige Betriebe im Landkreis Forchheim. Der Forchheimer MdL Thorsten Glauber (FW) begleitete sie. Den Schwerpunkt bildete dabei der Obstbau, ein wesentliches Standbein vieler Nebenerwerbslandwirte. Erstes Ziel bildete die Obstwiese des Betriebes Roland und Andrea Schmitt, Oberehrenbach. Die Familie bewirtschaftet einen zwölf Hektar großen Hof, davon drei Hektar Intensivobst und drei Hektar Streuobst. Roland Schmitt ist außerdem Imker. Thorsten Glauber wies auf die Gefahr hin, dass die Leader-Förderung von 15 Prozent für ländliche Entwicklung von der EU gekürzt wird. Es liege an der Landesregierung, alles zu tun, damit dies vermieden wird.

Fördergelder der EU

Ulrike Müller verwies auf viele verfügbare Fördergelder der EU, die zurzeit nicht abgerufen würden. Jetzt sei das Geld da. Was ab 2020 sein werde, könne man nicht sagen. Ulrike Müller kommt aus dem Allgäu von einem Milchviehbetrieb kommt. Glauber betonte die Wichtigkeit der Pflege der Kulturlandschaft im Nebenerwerb, der in Forchheim einen hohen Anteil besitze. Er verwies auf die ungleiche Tourismusförderung. Der Freistaat habe in Unterfranken dafür viel Geld in die Hand genommen. So lasse der Tagestourist in Unterfranken 50 Euro, in Oberfranken 20 Euro. Diesen Unterschied gelte es im Landkreis zu überwinden.

Apfelbäume

Wo noch nicht abgeerntet, zeigten die Apfelbäume beim Gang durch die Obstwiese einen passablen Behang. Dabei kam auch die Problematik der Vermarktung zur Sprache. "Wir schaffen es nicht, Produkte wie Obst und Kirschen an den Endkunden zu bringen, das ist ein Verteilungsproblem", stellte Roland Schmitt beim Gang durch die Baumreihen fest. Es kamen auch Themen wie Bioerzeugnisse oder der Einsatz von chemischen Spritzmitteln zur Sprache. "Wir reduzieren, wo es geht, aber es muss realistisch bleiben", mahnte die Europaabgeordnete. Was machen die anderen, bleibe zu fragen, oder was passiert ganz ohne Spritzmittel?

Trockenheit und Bewässerung

Nicht unerwähnt blieb die Trockenheit des Jahres. Die Bewässerung werde mehr und mehr eine Rolle spielen, sind sich die Gesprächspartner einig. "Wir nehmen das Wasser viel zu selbstverständlich, müssen es bewusster machen", meinte Thorsten Glauber. Wasservorräte anzulegen ist eine Idee. Ulrike Schmitt betonte die Aufgabe, die klein strukturierte Landwirtschaft in der Region zu erhalten. Dazu gehöre auch die Direktvermarktung, die immer mehr Bedeutung gewinne. Roland Schmitt zeigt in einer Probe, dass dazu die Produkte der Brennerei gehören. Am kommenden Sonntag, 7. Oktober, findet auf der Obstwiese Schmitt ab 11 Uhr das dritte Apfelfest statt. Dort kann sich der Besucher eine Vorstellung von der Vielfalt der Obstwiese machen.

Obstversuchsanlage Dietzhof

Thomas Fahner, Fachberater des Landkreises Forchheim, erwartete die Gäste zusammen mit Matthias Kern, Bezirkstagskandidat der FW aus Langensendelbach, anschließend an der Obstversuchsanlage Dietzhof. In der zwei Hektar großen Versuchsanlage des Landkreises Forchheim werden vorwiegend Aprikosensorten und Kirschen getestet, wie Fahne ausführte. Der Versuch ist auf zehn Jahre angelegt. Aprikosen mögen das Klima nicht, wie sich herausstellt. Es ist oft zu kalt und zu nass. Eine besondere Herausforderung stellte dieses Jahr die Trockenheit dar, mancher Baum überlebte sie nicht. Die Früchte, wie noch Hauszwetschgen an den Bäumen zeigen, konnten sich nicht entwickeln. "Endlich raus aus der Burg in München und vor Ort gehen", ist eine Forderung von Thorsten Glauber an die zuständigen Stellen der Landesregierung. Die Arbeit des Landkreises Forchheim werde viel zu wenig gewürdigt. Dass die Fränkische Schweiz genussvolles Geistreiches zu bieten hat, zeigte der abschließende Besuch beim stellvertretenden Landrat Otto Siebenhaar (FW) in Dietzhof. Er erklärte zunächst seine Brennerei und den Unterschied zwischen Brand, Geist und Spirituosen. Zur Präsentation gehört ein Markenzeichen der Region, der Apfelsekt "Charlemagner". Die Juniorchefin Sonja Siebenhaar bat anschließend zum Test.

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