Ebermannstadt

Fränkische Schweiz: Denkmalgeschützte Museumsbahn kann Millionen investieren

Die denkmalgerechte Sanierung der Museumsbahn Ebermannstadt - Behringersmühle kann beginnen. Bereits 2020 sollen die drei Brücken saniert werden.
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MdL Michael Hofmann, Johannes Füngers  als Vorsitzender der Dampfbahn Fränkische Schweiz und Landrat Hermann Ulm (von links) freuen sich im Stellwerk des  Bahnhofs Ebermannstadt, dass  die Weichen für  Frankens älteste Museumsbahn in eine sichere Zukunft gestellt wurden. Foto: Alfred Trabert
MdL Michael Hofmann, Johannes Füngers als Vorsitzender der Dampfbahn Fränkische Schweiz und Landrat Hermann Ulm (von links) freuen sich im Stellwerk des Bahnhofs Ebermannstadt, dass die Weichen für Frankens älteste Museumsbahn in eine sichere Zukunft gestellt wurden. Foto: Alfred Trabert
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Die Oberfrankenstiftung und die Bayerische Landesstiftung fördern die denkmalgerechte Sanierung der historischen Infrastruktur der Museumsbahn Ebermannstadt - Behringersmühle. Mit der Förderung soll bis 2022 ein Investitionsvolumen in Höhe von einer Million Euro gestemmt werden. Für die darauffolgenden Jahre bemühen sich die Dampfbahn Fränkische Schweiz (DFS) und der Landkreis Forchheim um eine Unterstützung aus dem Bayerischen Entschädigungsfonds, mit dem Maßnahmen der Denkmalpflege gefördert werden können. Insgesamt geht es um ein Investitionsvolumen von rund 4,5 Millionen Euro. Dem Vorsitzenden der DFS, Johannes Füngers, und seinem Stellvertreter Alfred Trabert ist die Erleichterung ins Gesicht geschrieben: "Mit der Bewilligung der Oberfrankenstiftung ist mehr als nur ein Grundstein für die langfristige Zukunftssicherung der vereinseigenen Museumsbahn gelegt", stellt Füngers fest. Der besondere Dank der DFS gelte Landrat Hermann Ulm (CSU). Er habe bereits 2015 den entscheidenden Anstoß gegeben, um substanzerhaltende Investitionen in die 16 Kilometer lange Museumsstrecke mithilfe des Denkmalschutzes zu tätigen.

Gutachten

Dazu wurde mit Unterstützung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege zunächst ein Gutachten zur Denkmalwürdigkeit der Strecke erstellt. Dieses kam 2017 zusammenfassend zu folgendem Ergebnis: "Die Gesamtheit aller zeittypischen historischen Elemente, deren Betrieb, landschaftliche Einbettung und Auswirkung sowie die von Anfang an beachtete Bedeutung des Tourismus in der Fränkischen Schweiz machen diese Nebenbahn zwischen Ebermannstadt und Behringersmühle zu einer denkmalwürdigen Strecke."

In der bayerische Denkmalliste

Auf dieser Grundlage wurde die Strecke dann im September 2017 in die bayerische Denkmalliste aufgenommen. Im Herbst 2017 stellten die DFS und Landrat Ulm das Projekt im Rahmen einer Sonderfahrt Entscheidungsträgern der Region aus Politik und Verwaltung vor. Unterstützend von Anfang an mit dabei war auch Michael Hofmann (CSU) als Stimmkreis-Abgeordneter des Landtags. 2018 wurden die erforderlichen Maßnahmen durch ein Fachgutachten untersetzt und in ihrem voraussichtlichen Kostenrahmen taxiert, so dass im Frühjahr 2019 die Förderanträge gestellt werden konnten.

Hermann Ulm, aber auch den Landtagsabgeordneten der Region, allen voran Michael Hofmann, sei für die Unterstützung ebenso zu danken wie dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, dem Stiftungsrat der Oberfrankenstiftung unter Vorsitz von Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und der Bayerischen Landesstiftung unter Vorsitz von Ministerpräsident Markus Söder (CSU), unterstreichen die Vorsitzenden der DFS. "Ich freue mich, dass die Idee, die Bahnstrecke unter Denkmalschutz zu stellen, letztlich den Durchbruch brachte. So können in den nächsten Jahren nun rund 4,5 Millionen Euro in die Anlagen und Brücken von Ebermannstadt bis Behringersmühle fließen", sagt Landrat Hermann Ulm.

Baumaßnahmen an Brücken

Bereits im kommenden Jahr sollen Baumaßnahmen an drei Brücken realisiert werden: an einer Flutbrücke zwischen Ebermannstadt und Gasseldorf, an der Leinleiterbrücke bei Gasseldorf und der Wedenbachbrücke in Streitberg. Dabei geht es insbesondere um Betonsanierung sowie bei den zwei Brücken mit stählernen Überbauten auch um den Korrosionsschutz. Das auf einen Realisierungszeitraum bis einschließlich 2026 angelegte Gesamtprojekt zielt darauf ab, den Erhalt der Museumsbahn für die nächsten drei Jahrzehnte durch eine denkmalgerechte Sanierung und Ertüchtigung der historischen Infrastruktur zu sichern.

Die Nutzung

Die öffentlichen Fahrten der Museumsbahn an allen Sonn- und Feiertagen von Ende Anfang Mai bis Ende Oktober sowie zu den Nikolausfahrten an den ersten beiden Adventswochenenden nutzen jährlich circa 25.000 Fahrgäste (das entspricht rund 40.000 amtlichen "Beförderungsfällen"). Die DFS stelle laut Pressemitteilung als verkehrshistorisch wertvolles Denkmal eine heutzutage nicht mehr häufig anzutreffende und zudem familienfreundliche Attraktion in der vom Tourismus geprägten Region der Fränkischen Schweiz dar, ohne bislang hierfür in wesentlichem Umfang öffentliche Fördermittel in Anspruch genommen zu haben. Hinzu trete der wirtschaftliche Stellenwert als Partner der regionalen Gastronomie sowie als Auftraggeber mehrerer im näheren Einzugsgebiet ansässiger Fachbetriebe.

Ehrenamtlich tätig

Der Vorstand der DFS unterstreicht: "Wir beabsichtigen, den Fahrbetrieb auch in Zukunft grundsätzlich mit ehrenamtlich tätigen Mitgliedern durchzuführen. Auf diese Weise sollen der öffentlichen Hand durch den musealen Bahnbetrieb insoweit auch weiterhin keine laufenden Kosten entstehen." Die Förderung wichtiger Investitionen sei ein sehr ermutigendes Signal für die aktiven Mitglieder: "Das Engagement für Frankens erste Museumsbahn ist nachhaltig und zukunftssicher. Die Förderung der Strecke ist für die DFS und ihre Mitglieder insofern Ansporn und Verpflichtung zugleich", bekundet Alfred Trabert. Insofern setze man mit diesem Signal auch darauf, weitere Freunde der Museumsbahn für eine Mitarbeit gewinnen zu können. Denn nicht nur der Betriebsdienst und die laufende Instandhaltung der historischen Fahrzeuge erfordern einen erheblichen Einsatz. Auch bauvorbereitende Maßnahmen bei den Investitionen in die Strecke seien in ehrenamtlicher Leistung zu erbringen, um den Kostenrahmen halten zu können.

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