Hetzelsdorf
Reise

Fränkische Schweiz: Anna wagt Trip nach Tansania

Anna Wehrfritz vom Posaunenchor Hetzelsdorf wird Musik und Kultur in Tansania kennenlernen. Sie würde gerne einige Musikinstrumente mitbringen.
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Anna Wehrfritz und Rebekka Müller-Löw vor der Kirche in Hetzelsdorf  Foto: Carmen Schwind
Anna Wehrfritz und Rebekka Müller-Löw vor der Kirche in Hetzelsdorf Foto: Carmen Schwind

"Auf nach Tansania" heißt ein Projekt der Evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, das unter der Schirmherrschaft von Regionalbischöfin Dorothea Greiner steht. 16 junge Bläser aus Oberfranken wollen zusammen im August nächsten Jahres für zwei Wochen mit befreundeten Musikern in Nord-Tansania am Hang des Kilimandscharo Musik machen und die unterschiedlichen Kulturen kennenlernen.

"Rebekka hat den Flyer von dem Projekt mit in die Probe gebracht. Da habe ich große Augen bekommen und gedacht, das ist doch was für mich", erzählt Anna Wehrfritz, Bläserin beim Posaunenchor Hetzelsdorf. Ihr Vater, ebenfalls Bläser im Posaunenchor, schüttelte wohl den Kopf, aber gleich am nächsten Tag bewarb sich die 18-Jährige beim Landesposaunenwart Ralf Tochtermann in Nürnberg und wurde angenommen.

"Anna war gleich ganz mutig und hat sich auf das Wagnis eingelassen. Schließlich ist das nicht nur eine Kaffeefahrt", sagt Rebekka Müller-Löw, Obfrau des Posaunenchors Hetzelsdorf, und freut sich, dass es eine Vertreterin aus der Region gibt.

Anfang Oktober gab es einen ersten Informationsabend; im Mai und kurz vor der Abreise wird es Probenwochenenden geben. Anna Wehrfritz freut sich auf die neuen Eindrücke, den Besuch verschiedener Städte und des Nationalparks, das Musikmachen mit den jungen Menschen in Tansania, das Treffen von Massais und den Besuch eines Behindertenheims und einer Berufsschule.

Wer spendet für Instrumente?

Sie nimmt nicht nur ihr eigenes Instrument mit, sondern hofft, dass Menschen vielleicht Geld spenden, damit sie Instrumente für die Musiker vor Ort mitnehmen kann. "Die jungen Menschen dort sind begeistert von ihrem Glauben und leben diese Begeisterung über die Musik aus. Allerdings haben nicht alle Instrumente. Da würde ich gern welche mitbringen", erzählt Anna.

Sie ist schon sehr gespannt darauf, das Land kennenzulernen: "Ich mache mir Gedanken, wie das wohl ist, wenn man in einem armen Land lebt und mit ganz wenig auskommen muss." Für die Menschen in der Fränkischen Schweiz sei es normal, ein Dach über dem Kopf zu haben, fließendes Wasser oder eine Heizung.

"Ich weiß, dass es eigentlich ein Luxus ist, dass ich mir jeden Tag aussuchen kann, was ich essen oder anziehen möchte. Das kann der größte Teil der Menschen in der Welt nicht", überlegt die junge Musikerin. Die Leitung der Aktion hat Pfarrer Christoph von Seggern aus Forchheim. Finanziert wird das Projekt vom Posaunenchor und verschiedenen Institutionen. Die Teilnehmer zahlen einen Eigenbetrag von 900 Euro.

"Ich finde das unterstützenswert, denn so können über die Musik kulturelle Grenzen überwunden werden. Und Sprachbarrieren gibt es da eh nicht, denn die Musik ist eine universelle Sprache, die Emotionen anspricht und die damit jeder versteht", philosophiert Rebekka Müller-Löw. Sie erklärt weiter, dass es die Aufgabe eines Posaunenchors sei, das Lob Gottes in die Welt hinauszutragen.

Anna Wehrfritz hofft, dass sie musikalisch dazulernen kann und freut sich auf den Rhythmus der afrikanischen Musik: "Die Musiker in Tansania spielen ohne Noten, aber mit viel Leidenschaft. Und da wird auch im Gottesdienst geklatscht und getanzt. Darauf freue ich mich."

Nach ihrer Reise will sie der Gemeinde in Hetzelsdorf von ihren Erfahrungen berichten. "Wir planen einen Gemeindeabend und hoffen, dass Anna dann ein Multiplikator für die erlebten Gefühle und Ideen ist", sagt Rebekka Müller-Löw. Sie meint: "Musik kennt keine Grenzen. Das leben wir hier im Kleinen im Posaunenchor, in dem wir Mitglieder aus verschiedenen Gemeinden haben, und jetzt im Großen in einem Projekt zwischen Oberfranken und Tansania."

Anna Wehrfritz hat erst das Abitur gemacht und orientiert sich gerade auch beruflich. Auf sie warten viele neue Erfahrungen. Doch bedenkt sie auch: "Bisher war ich noch nicht so weit weg. Wenn etwas gewesen wäre, hätte ich daheim anrufen können und meine Mutter hätte mich gleich abgeholt. Das geht bei dieser Reise wohl nicht."

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