Forchheim
Prozess

Forchheimer vor Gericht: Bisse, Crystal Meth und Pistole

Seine Festnahme löste einen Großeinsatz aus: Ein Forchheimer soll Polizisten verletzt und einen Mann mit einer Waffe bedroht haben. Das Urteil ist vertagt.
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Der drogenabhängige Forchheimer soll einem Mann eine Druckluftpistole in den Mund gerammt haben. Symbolfoto: Christopher Schulz
Der drogenabhängige Forchheimer soll einem Mann eine Druckluftpistole in den Mund gerammt haben. Symbolfoto: Christopher Schulz
Der Angeklagte soll unter anderem einen Polizisten ins Knie gebissen und die Hand in die Genitalien des Beamten gedrückt haben. Weil er Widerstand leistete und dabei zwei Polizisten verletzt habe, ist ein 38-jähriger Forchheimer angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm zudem vor, dass er einen Mann mit einer Druckluftpistole bedroht und verletzt habe. Derzeit sitzt er in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Kronach.


Angeklagter aus der Drogenszene

Vor dem Gefängnis wohnte er in der Obdachlosenunterkunft der Arbeiterwohlfahrt im Eggolsheimer Weg in Forchheim. Der Beschuldigte gab zu, dass er regelmäßig Crystal Meth konsumierte. Mit Fesseln an den Füßen saß er am Mittwoch im Sitzungssaal des Amtsgerichts Bamberg.

"Ich habe schon mehrere Polizeikontrollen mitgemacht, aber dass sie mir in die Hosentaschen greifen, habe ich noch nie erlebt", rechtfertigte sich der Beschuldigte. Mitte April vergangenen Jahres eskalierte in einer Spielothek in Forchheim die Routinekontrolle. Zur Mittagszeit kamen die zwei Polizisten in den Laden, weil sie dort eine andere Person, einen per Haftbefehl Gesuchten, vermuteten. Der Angeklagte spielte gerade an einem Automaten.

"Schon beim Betreten beäugte er uns", sagte der Beamte aus. Deshalb hätten sie ihn kontrolliert. Zunächst händigte der Angeklagte bereitwillig seinen ausländischen Ausweis und ein mitgebrachtes Einhandtaschenmesser aus. Dann verschärfte sich die Situation: "Aus Eigensicherungsgründen und aufgrund des Messers" verboten die Polizisten ihm, erneut in seine Taschen zu greifen. Trotzdem habe er eine Hand in die rechte Hosentasche gesteckt, woraufhin der Beamte sie ergriff. Der Mann habe weiter Widerstand geleistet. Der Polizist drückte ihn gegen den Spielautomaten, beide fielen zu Boden und es kam zur Rangelei. Seine Kollegin rief Verstärkung, erst zu viert konnten die Polizisten den renitenten Mann festnehmen.

Der Beamte erlitt eine Bisswunde am Knie, Prellungen und Schmerzen in den Weichteilen. "Durch den Biss hatte ich auch Bedenken wegen ansteckender Krankheiten", sagte er. Durchgeführte Bluttests blieben negativ. Auch die Frau und der Festgenommene erlitten Prellungen. "Natürlich bin ich nicht ruhig geblieben. Ich war schockiert in dem Moment", argumentierte der Beschuldigte. An den Biss oder andere Körperverletzungen könne er sich nicht erinnern, auch weil er unter Drogen stand.


"Wehe, wenn du was sagst, dann bist du weg!"

Der Angeklagte muss sich auch wegen eines Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung und der Bedrohung verantworten: Im August löste der Vorfall einen Großeinsatz in der Forchheimer Obdachlosenunterkunft aus. Damals waren mehrere Streifen der Polizeiinspektion Forchheim sowie Einsatzkräfte aus Bamberg im Einsatz. Laut einem Bewohner soll der 38-Jährige ihm ohne ersichtlichem Anlass mit Wucht eine Pistole in den Mund gesteckt haben und gedroht haben: "Wehe, wenn du was sagst, dann bist du weg!" Der Angeklagte soll auch abgedrückt haben, aber ein Schuss löste sich nicht. Der Geschädigte erlitt eine blutende Verletzung am Gaumen.

Der 38-Jährige bestritt die Anschuldigungen, das vermeintliche Opfer sei an dem Tag betrunken gewesen und er habe den Mann lediglich aus dem Raum geschubst. Weil der Geschädigte und eine weitere Bewohnerin der Obdachlosenunterkunft, die als Zeugen geladen waren, unentschuldigt nicht im Gericht erschienen, unterbrach die Richterin die Hauptverhandlung. Der Prozess wird Anfang März fortgesetzt.
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