Forchheim
Umgestaltung

Forchheimer Paradeplatz bekommt mehr Bäume, eine veränderte Landschaft und ein Wasserspiel

Der Platz in der Forchheimer Innenstadt wird umgestaltet: Nun wurde der Siegerentwurf des Wettbewerbs gekürt. Der Paradeplatz bekommt einen Rahmen aus Bäumen, wird an den Rändern angehoben und erhält ein Fontänen-Wasserspiel.
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Um den Paradeplatz sollen zwei Reihen Schnurbäume gepflanzt werden, die Sichtachse von der Kommandantur zur Alten Wache soll dadurch noch betont werden. Foto: Josef Hofbauer/Archiv
Um den Paradeplatz sollen zwei Reihen Schnurbäume gepflanzt werden, die Sichtachse von der Kommandantur zur Alten Wache soll dadurch noch betont werden. Foto: Josef Hofbauer/Archiv
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Ein grünes Laubdach über den Köpfen der Besucher soll künftig den Paradeplatz deutlich aufwerten. Die Stadt Forchheim hat den Siegerentwurf des zweistufigen Planungswettbewerbs bekanntgegeben: Das Planungsbüro "Grabner, Huber und Lipp" aus Freising überzeugte mit seinen Plänen.

Am auffälligsten: Die nördlichen und südlichen Ränder des heute leicht gewölbten Platzes sollen angehoben werden, so dass ein ebenes Plateau entsteht. Dadurch können dort zwei neue Reihen an Bäumen, trotz darunterliegender Tiefgarage, gepflanzt werden. Mit diesem inneren Baum-Rahmen bleibt somit die Sichtachse von der Kommandatur zur Alten Wache erhalten.

Zarter Rand mit Sitzgelegenheiten

Gepflanzt werden sollen Schnurbäume, die speziell für eine Innenstadt geeignet sind. Im Sommer und Herbst tragen diese stadtfitten Flachwurzler ihr Laub. "Um den Paradeplatz bekommen wir so einen zarten Rand mit einer Sitzlandschaft, die einladen soll, sich unter das Schattendach zu setzen", erläutert Architektin Michaela Messmer. Sie wirkte im Preisgericht aus Experten, Denkmalpflegern und Stadtrats-Mitgliedern mit, das sich einstimmig für den Entwurf ausgesprochen hat.

"Der Platz wird anders aussehen als heute", betont Bauamtschef René Franz. Durch den 90 Zentimeter hohen Aufbau verändere man die Landschaft und schaffe den nötigen Lebensraum für die "hochwertigen" Bäume.

Von östlicher und westlicher Seite wird der Platz barrierefrei zugänglich sein; zudem über eine kleine Rampe an den Bushaltestellen auf Höhe der Stichstraße in Richtung Landratsamt. Der Entwurf überzeuge vor allem durch seine Multifunktionalität, meint Architektin Messmer. Neben ausreichend Fläche für den Forchheimer Wochen- und Bauernmarkt, bietet das Konzept auch eine optionale Freifläche, auf der ein Wasserspiel installiert wird.

Das Fontänenfeld in der Platzmitte in der Nähe der Alten Wache, bei dem Wassersäulen aus dem Boden kommen, erhöhe die Aufenthaltsqualität sowie das Klima am Paradeplatz. "Während die Kinder spielen, sitzen die Erwachsenen im Schatten daneben und schauen zu", veranschaulicht Messmer die Idee.

Verbesserung für das Stadtklima

Die aus dem Boden kommenden Wasserfontänen könnten zudem einfach abgestellt werden. Dadurch entstünde zusätzliche Freifläche, die man zum Beispiel für Veranstaltungen nutzen könne. Wo die genaue Lage der Wasserfontäne sein wird, könne noch variieren. Aber das Wasser sorge gerade im Sommer gemeinsam mit den Bäumen für eine gute Kühlung und verbessere so das Stadtklima. "Zu dem eher steinernen Platz am Rathaus kommt jetzt der grüne Paradeplatz hinzu", zeigt sich Bauamtschef Franz begeistert.

Zudem ist in der Platzmitte eine quadratische Fläche eingeplant, auf der zum Beispiel Bühnen oder Leinwände errichtet werden können. Im Untergrund soll die nötige Technik verlegt werden, dadurch könne der Platz einfach für Events wie Feste oder Public Viewing genutzt werden.

Am westlichen Platzrand zur Kommandantur hin ist ein Infostand samt E-Bike-Station vorgesehen. "Wenn Gäste nun von den Radwegen oder der Innenstadt kommen, ist der Info-Point hier gut positioniert", meint Franz.

Die Bushaltestellen bleiben an der Südseite des Paradeplatzes. Hier gebe es zudem noch die Möglichkeit für einen Fußgänger- oder Fahrradweg entlang der neuen südlichen Kante des Paradeplatzes. Ob der Kreisverkehr am Eck bleibt oder eine Vorfahrtslösung kommt, ließen die Pläne noch offen.

An der Ostseite hinter der Alten Wache sind aber Kurzzeitparkplätze geplant. Wer hier keinen Platz finde, könne direkt in die Tiefgarage fahren. Der Bauamtschef betont: "Je nachdem, was das neue städtische Verkehrskonzept ergibt, lassen die Architektur-Pläne viele Freiheiten."

Ausstellung aller Siegerentwürfe

Wettbewerb Der vorgeschaltete Teil des zweistufigen Wettbewerbs ist nun beendet: Drei Preisträger (1., 2. und 3. Platz) wurden ermittelt. Diese werden nun zum Vergabeverordnungs-Verfahren eingeladen. Der erste Preis wird hoch gewichtet, wodurch das städtische Bauamt davon ausgeht, dass das Freisinger Architekturbüro den Auftrag bekommt, ihren Entwurf zu konkretisieren und um die Umsetzung zu planen.

Vernissage Wer sich über die Siegerentwürfe informieren will, kann am Dienstag, 9. April, um 18 Uhr die Architekten im Stadtbauamt live treffen. Die Wettbewerbsarbeiten sind außerdem vom 9. bis 24. April im Forchheimer Stadtbauamt (Birkenfelderstraße 4) ausgestellt.

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