Forchheim
Fest

Forchheimer Landwirte sagen Jahnhalle adieu

Der Ball der Absolventen des Verbands für landwirtschaftliche Fortbildung erlebte ind er Forchheimer Halle echte Glanzzeiten. Jetzt trafen sich die Bauern zum letzten Mal am gewohnten Ort.
Artikel drucken Artikel einbetten
Teilnehmer der Polonaise: Sie alle haben in verschiedenen Jahrgängen 1983 und vorher als Schüler teilgenommen.Franz Galster
Teilnehmer der Polonaise: Sie alle haben in verschiedenen Jahrgängen 1983 und vorher als Schüler teilgenommen.Franz Galster
+11 Bilder

Ein Hauch von Wehmut lag über dem Ball der Landwirtschaft des Verbands für landwirtschaftliche Fachbildung (VlF) in der Jahnkulturhalle in Forchheim. Es war voraussichtlich der letzte Ball in diesem historischen Gebäude, mit dem viele Erinnerungen verbunden sind. Sie soll in diesem Jahr einer Wohnsiedlung weichen. dort, da die Jahnhalle abgerissen wird.

Bereits in einer zurückliegenden Veranstaltung war die Idee geboren worden, zur Eröffnung des Balls nochmals eine Polonaise wie in früheren Zeiten aufzuführen. Sie gehörte bis 1983 traditionell zum Ball der Ehemaligen, wie er damals genannt wurde. Im Zentrum standen die Schüler des Wintersemesters der Landwirtschaftsschule Forchheim.

Es gab im Winterhalbjahr jeweils einen stattlichen Kurs für Mädchen und zwei für junge Männer. Die Landwirtschaft spielte zu diesem Zeitpunkt eine zentrale Rolle im dörflichen Leben, der Ball bedeutete jährlich einen absoluten Höhepunkt. Mit der Auflösung zunächst des Kurses der Mädchen entfiel die Polonaise, später wurde die Landwirtschaftsschule von Forchheim komplett nach Bamberg verlagert.

Jetzt sammelten sich nochmals zehn Paare aus der Zeit um und vor 1983, die sich mit viel Begeisterung für diesen Auftritt vorbereitet hatten.

VlF-Vorsitzender Jörg Porisch aus Egloffsteinerhüll hatte Vorgänger wie wie Theo Galster aus Gosberg oder Willi Schleicher aus Erlastrud. Geschäftsführer wie jetzt Reinhold Wunder prägten den Verein und seine bäuerliche Tradition, die viele Jahrzehnte zurückreicht.

Gesellschaftliches Großereignis

Früher benötigte man in der Jahnkulturhalle zeitweise zwei Säle, um dem Publikumansturm gerecht zu werden. Jetzt reichte der große Saal für ein interessantes Programm:Es kommen Gäste von außerhalb der Landwirtschaft dazu, aber eben mit Lust auf Tanzen. Die Band "Members" bot ein breit gefächertes Musikrepertoire für ein Publikum aller Altersklassen. Der Auftritt der Jugendgarde des Neunkirchner Karnevalsvereins (NCV) war ein Augenschmaus.

Im Gespräch war aber allseits der Gedanke präsent, dass das eine Art Abschied war. "Einfach schade. Wir können die Pläne der Stadt Forchheim nicht beeinflussen. Wir verlieren das Ambiente, ein Stück Jugend stirbt", meinte BBV-Bezirksvorsitzender Hermann Greif.

"Ich war immer dabei. Der Bauernball ist schon gestorben. Jetzt das, wie soll es weitergehen?", fragte ratlos Klara Wiemann aus Gaiganz. "Leider geht es immer nur um Geld", meinte Rositta Erlwein aus Hundsboden enttäuscht .

"Ich bin gern bei dieser Tanzveranstaltung dabei, auch ohne direkten Bezug zur Landwirtschaft", sagte Alexandra Schmitt aus Ebersbach. "Es gibt ja nichts Adäquates in der großen Kreisstadt Forchheim."

Reinhold Wunder ging am Amt für Landwirtschaft Bamberg in den Ruhestand. Am 15. Februar 2019 will er bei der Jahreshauptversammlung des VfL sein Amt als langjähriger Geschäftsführer abgeben. Auch das bedeutet einen Einschnitt, das Ende einer Ära.

Seinen voraussichtlichen Nachfolger Markus Heckmann erwartet unter anderen die Aufgabe, mit seinem Team Ausschau nach einer neuen Lokalität für den Ball der Absolventen zu halten.



Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren