Forchheim
Gericht

Forchheimer Handwerker soll Frauen online verführt und um ihr Geld gebracht haben

Ab heute muss sich ein 33-Jähriger aus dem Landkreis Forchheim wegen Betrugs und Urkundenfälschung vor dem Nürnberger Landgericht verantworten.
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70.000 Euro soll sich ein Forchheimer Handwerker von zwei Online-Bekanntschaften ergaunert haben. (Foto:  Sebastian Gollnow, dpa)
70.000 Euro soll sich ein Forchheimer Handwerker von zwei Online-Bekanntschaften ergaunert haben. (Foto: Sebastian Gollnow, dpa)
Jede Menge Bargeld, Schmuck und wertvolle Uhren, aber auch teure optische Jagdgeräte: Die Liste der Sachen, die ein 33-Jähriger aus dem Landkreis Forchheim vergangenes Jahr ergaunert haben soll, ist lang und über 200 000 Euro schwer.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Handwerker dabei zur Last, Bauherren und Geschäftsleute, aber auch zwei Internet-Bekanntschaften geprellt zu haben. Heute muss sich der Mann deshalb vor dem Landgericht in Nürnberg verantworten.

Die emotionale Karte spielte der 33-Jährige bei zwei Frauen aus, die er übers Internet kennengelernt hatte. Sie erleichterte er um fast 70 000 Euro: Geld, das beide nur über Kredite oder gar die Verpfändung des Autos aufbringen konnten. Als "Sicherheit" legte der Mann gefälschte Bankpapiere vor.


Vorkasse, aber keine Bauarbeiten

Die vertraglich fixierte Vorgabe mit zwei Bauherren, Gewerke und Materialien eines Umbaus zu bezahlen, hielt er ebenso wenig ein. Dafür hielt er die Hand zur Vorkasse auf: Insgesamt wurden ihm treuhänderisch so über 70 000 Euro überlassen.

Einen der Bauherren vertröstete er in der Folge unter anderem mit einer Rolex Oyster als Pfand. Doch auch dieses wertvolle Stück gehörte dem 33-Jährigen nicht: Sie war eine von drei Uhren aus einem Juweliergeschäft, die er zur Ansicht geholt, aber weder bezahlt noch zurückgebracht hatte. Zwei weitere Geschäfte erleichterte er auf ähnliche Art und Weise um Uhren und Schmuck; der Gesamtwert betrug rund 60 000 Euro.

Zudem hat der Angeklagte teure optische Geräte zu Jagdzwecken bei Online-Händlern bestellt und behalten, aber nicht bezahlt. In zwei Fällen stellte er vertraglich Gewinn durch Weiterverkauf in Aussicht, was sich als Luftnummer erwies. Um dafür Sicherheiten vorzuweisen, schreckte er laut Anklage auch vor falschen eidesstattlichen Versicherungen oder gefälschten Zahlungsanweisungen zurück.

Das Urteil will die 16. Strafkammer des Landgerichts in Nürnberg nach acht Verhandlungstagen verkünden. hol


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