Forchheim
Theater

Forchheimer Gymnasiasten machen sich über die Liebe lustig

Schüler des Forchheimer Ehrenbürg-Gymnasiums verbinden Hochkultur mit Trash-TV. Am Ende kommen vor allem die Männer schlecht weg.
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Die Liebe ist ein seltsames Spiel. Das zeigen die Forchheimer Schüler vom Ehrenbürg-Gymnasium in ihrem gelungenen Theaterstück. Fotos: Hubele
Die Liebe ist ein seltsames Spiel. Das zeigen die Forchheimer Schüler vom Ehrenbürg-Gymnasium in ihrem gelungenen Theaterstück. Fotos: Hubele
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Im Jungen Theater Forchheim warf der Bachelor seine Rose hinter sich und ließ die fünf verhaltensoriginellen Tusnelden einfach stehen, ganz so wie der Held in Gogols "Die Heirat". Die Fernsehsendung "Der Bachelor" war von den Schülern der Jahrgangsstufe 11 des Ehrenbürg-Gymnasiums Forchheim, die als Oberstufenprofilfach "Theater" gewählt hatten, mit Gogols Komödie aus dem 19. Jahrhundert szenisch zu einem neuen Stück verarbeitet: "Gogol goes Bachelor".

Hier wie dort ging es um einen jungen Mann, der eine Frau fürs Leben finden will. Und so buhlten Aurora, Bettina, Amelie, Marie und Jacqueline um die Aufmerksamkeit und das Herz des Bachelors.
Die Verbindung zwischen den Welten Gogols und des Bachelors schuf ein altes Pärchen im Zuschauerraum, welches das Geschehen auf der Bühne als Fernsehbild interpretierte: "Schalt doch endlich wieder um!"

Mit viel Witz und Ironie

Seit Anfang des Schuljahrs beschäftigten sich die zwei Schüler und fünf Schülerinnen mit dem Stück von Gogol, die richtigen Proben begannen allerdings erst im zweiten Halbjahr.

Eine Woche vor der Aufführung im Jungen Theater Forchheim hatten die Jugendlichen dann statt dem Nachmittagsunterricht die Theaterprobe. Zwischen den einzelnen Szenen wurden Werbespots gezeigt, mit denen die Schüler reale existierende Werbung auf die Schippe genommen und persifliert wurde.

Bereits der erste kurze Spot dieser Persiflage ließ die Zuschauer kichern, und von da war auch klar: Hier ist nichts so ernst gemeint wie es gezeigt wird. Dien Freude am Spiel und der Übertreibung war den Schülern anzusehen, als sie mit Wortwitz und Ironie die Tussen spielten, die um den Bachelor buhlten.
Streberin Bettina trat gegen Schakkeline auf der Weide mit der Kuh an, Hippie Aurora gegen Landei Amelie im Kino, und die romantische Marie, die dem Bachelor Frederik aus Gogols Komödie die Szene vorliest, in der sich die beiden Protagonisten das erste Mal näher kommen: "Das ist ja wie bei uns!", erklärt sie ihm - und bittet um ein Selfie mit sich.

Wie sich das Leben hinter den Kulissen der Sendung abspielt, sparten die Schüler auch nicht auf: Die fünf Kandidatinnen trumpfen voreinander auf, doch nur Marie kann ein gemeinsames Foto mit dem Bachelor auf dem Handy vorweisen. Trotzdem entscheidet sich der Bachelor, genauso wie das Podkolessin bei Gogol tat, am Ende überhaupt nicht.

Männer sind feige!

Er geht einfach und zeigt damit vor allem eines: Männer sind keineswegs so abgebrüht und furchtlos wie sie sich oft geben. Sollen sie sich für eine Frau entscheiden, dann kneifen sie im entscheidenden Moment.
Die Eltern, Großeltern und Mitschüler, die sich die Aufführung im Jungen Theater ansahen, hatten großen Spaß daran. Sie dankten es den Akteuren mit langem Beifall.
Trotz des ohnehin relativ sparsam bemessenen Zuschauerraums waren allerdings noch einige Plätze im Theater frei geblieben. Vielleicht war ja die drückende Hitze schuld. Wer nicht da war, hat jedenfalls etwas verpasst.




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