Forchheim
Schlachtschüssel

Forchheimer gehen schon vor dem Annafest auf die Keller

Beim traditionellen Schlachtschüssel-Essen war der Andrang wieder sehr groß.
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Blutwurst, Leberwurst und Kraut gehören zur Schlachtschüssel. Foto: Jennifer Hauser
Blutwurst, Leberwurst und Kraut gehören zur Schlachtschüssel. Foto: Jennifer Hauser
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Sauerkraut, Blut- und Leberwürste, Haxen: Bei der traditionellen Schlachtschüssel am Donnerstag vor dem Annafest-Anstich treffen sich die Forchheimer auf den Kellern, um sich umzusehen und aufs Annafest einzustimmen.

Auffällig: Fast überall sind nur Männer unterwegs. Andreas Woithe, Betreiber des Rappen-Kellers hat da eine Vermutung: "Frauen mögen nicht so gerne das fettige Essen. Schlachtschüssel ist doch sehr männlich." Bei ihm gehen am Donnerstag rund 500 Gerichte rund um die Schlachtschüssel über die Theke. "Da ist es gut, dass mein Metzger, Metzger Lang aus Forchheim, nachmittags nochmal nachliefert. So viel Lagerkapazität hätten wir gar nicht", sagt Woithe.

Ein paar Meter weiter, beim Greif-Keller, sitzt aber doch eine reine Frauengruppe. Ursula Maier, Arin Amon und Susanne Ried gehen ohne die Männer "nauf die Keller". "Das ist halt Emanzipation", sagt Ursula Maier lachend. Die Stimmung bei den Frauen ist gut. "Das Annafest trägt quasi auch zur Völkerverständigung bei", scherzen sie. Sie kommen nämlich aus Weilersbach, Kirchehrenbach und Forchheim. Eigentlich ist Ursula Maier aber die Mutter der beiden. Seit sieben Jahren gehen sie jedes Jahr am Donnerstag zur Schlachtschüssel. "Bei uns heißt es nicht alla Dooch, aber halt alla Jahr", sagt Ursula Maier, deren Freundinnen in diesem Jahr nicht mit von der Partie sein können. "Als die Enkel noch klein waren, sind wir öfter hoch, sind mit ihnen Karussell gefahren und so", erinnert sie sich, "aber mittlerweile gehe ich nur noch am Donnerstag hoch." An den anderen Tagen sei ihr zu viel Trubel. Die Damen haben übrigens Haxen und Stechbrühe gegessen. Also ganz traditionell.
Nico Cieslar von der Forchheimer Tourist-Info erzählt, dass bei ihnen auch immer mehr die Schlachtschüssel als "Geheim-Tipp" nachgefragt wird. Und Bürgermeister Franz Streit (CSU) betont, dass die Schlachtschüssel eine Forchheimer Tradition sei und eine gute Möglichkeit für einen ruhigen Besuch biete. Ebenso wie der Anstich-Freitag. An dem ist die Musik ruhiger und der Andrang geringer als am zweiten Wochenende. Das Wetter zur Schlachtschüssel war am Mittag angenehm. Die Temperaturen lagen über 20 Grad, die Sonne knallte nicht vom Himmel. Am Nachmittag vergraulte der Regen einige Gäste, aber auch abends waren die Forchheimer nicht von der Schlachtschüssel abzuhalten.
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