Forchheim
Wirtschaft

Forchheimer Folienfabrik Huhtamaki Films verkauft

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) und das Huhtamaki-Management haben sich Huhtamaki Films unter den Nagel gerissen.
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Der Standort in Forchheim am Rande der Innenstadt ist kaum zu übersehen. Foto: Archiv/Huhtamaki
Der Standort in Forchheim am Rande der Innenstadt ist kaum zu übersehen. Foto: Archiv/Huhtamaki
Es tut sich viel beim Folien-Produzenten Huhtakmaki am Hauptstandort Forchheim mit über 600 Beschäftigten. Seit Monaten hat der Mutter-Konzern mit Sitz in Finnland einen Käufer für die Unternehmenssparte Films gesucht, weil er sich stärker auf die Produktion von Verpackungen für Lebensmittel konzentrieren will. Seit Montag steht fest, dass Huhtamaki Films im Zuge eines sogenannten Management Buy Outs verkauft wurde. Und zwar für einen Preis von 141 Millionen Euro. 17 Prozent der Anteile wird die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) künftig halten, den Rest hat das Huhtamaki-Management übernommen.

Doch was bedeutet diese Entscheidung für den Standort Forchheim? Drohen etwa durch den Verkauf schwere Einschnitte und Personalabbau? Hier gibt Thomas Franke, Sprecher der DBAG, Entwarnung: "Wir übernehmen keine Firmen, die nicht erfolgreich oder prosperierend sind. An einem Personalabbau denken wir überhaupt nicht. Das Gegenteil ist der Fall."

Dafür spricht auch die Tatsache, dass die neuen Eigentümer planen, 12,5 Millionen Euro investieren zu wollen. Peter Wahsner, Geschäftsführer von Huhtamaki Films: "Mit unseren Gesellschaftern haben wir die Möglichkeit, unser Geschäft eigenständig nach vorn zu bringen. Wir sehen Potenzial und wollen investieren - in Kapazitäten und Produkte für neue Anwendungen."

Wo genau liegt die Chance für das Unternehmen weiter zu expandieren? Es geht vor allem um die Weiterentwicklung von Trenn- und Spezialfolien aus Plastik - vor allem für die Bereiche Hygiene- und Gesundheitsprodukte. Im Segment Damenbinden zählt das Unternehmen zu den Weltmarktführern. Der Umsatz von Huhtamaki lag im Jahr 2013 bei rund 187 Millionen Euro. Der Gewinn steigerte sich sogar um 75 Prozent auf fast zehn Millionen Euro.

1854 gegründet

Die Produktpalette umfasst dabei etwa Außenhüllen von Babywindeln bis hin zu Schall- oder Isolationsmaterialien für die Bauindustrie. Die Keimzelle der Fertigung liegt dabei im Stammsitz in Forchheim. 1854 legten die Spiegelfabrikanten Joseph Pfeifer Morgenstern und Moritz Frankenthal den Grundstein für den heutigen Erfolg und steckten 11.000 Gulden in ihre neue Firma.

Huhtamaki Films ist heute weltweit tätig, hat neben dem Werk in Forchheim weitere Standorte in Brasilien, den USA und Thailand. Allein am Hauptsitz feilt ein Team aus 20 Anwendungstechnikern und Entwicklern an neuartigen Folien. Sie testen etwa, welche Rohstoffe verwendet werden können oder wie sich bestehende Rezepturen verbessern lassen.

Huhtamaki-Manager Gernot Becker: "Uns ist es auch in turbulenten Zeiten gelungen, mit Qualität und Innovationskraft zu überzeugen." Das überzeugte auch Rolf Scheffels, Vorstand des Finanzinvestors DBAG. "Die Innovationsstärke und die breite Kundenbasis schaffen eine gute Ausgangslage. Huhtamaki Films wird den Pfad der Internationalisierung weitergehen", sagt Scheffels.

Die Zeichen stehen also auf grün - und dank der Kompetenz des Stammsitzes Forchheim soll die Erfolgsgeschichte des Unternehmens Huhtamaki weitergeschrieben werden.


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