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Forchheim
Innovation

Coronakrise: Forchheimer Firmen stellen Visiere als Gesichtsschutz her

Schutzmasken sind derzeit heiß begeht. Auch im Landkreis Forchheim reagieren mittelständische Unternehmen. Eine Idee aus Forchheim ist das "Gerovisier".
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Firmeninhaber Klaus Hermann führt das PVC-Visier vor.  Foto: Leo Hühnlein
Firmeninhaber Klaus Hermann führt das PVC-Visier vor. Foto: Leo Hühnlein

Deutschland rüstet auf im Kampf gegen Corona. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ging in seiner Fernsehansprache am Montag auf die Situation fehlender Ausrüstung ein und beschwor Teile der fertigenden Industrie zur "Umstellung von Produktionskapazitäten auf Notfallwirtschaft". Stolz präsentierte Söder seinen "Schutzmasken-Deal" mit Magnaten der Wirtschaft und verkündete, dass "Siemens nun Masken kauft, Ähnliches sei auch schon mit BMW vereinbart".

Auch hier in Stadt und Landkreis reagieren die meist mittelständischen Unternehmen. Klaus Hermann, Geschäftsführer der seit 2017 in der Forchheimer Daimlerstraße ansässigen Firma Gero GmbH, deren Portfolio normalerweise Spezialverpackungen aller Art umfasst, lässt seit voriger Woche eine von ihm entwickelte Innovation aus PVC produzieren: das Gerovisier - ein aufsetzbarer, transparenter Gesichtsschutz mit geschnittenen Konturen, ergänzend zu textilen Mundschutzen oder um vorrangig Tröpfchen vom Gesicht abzuhalten auch solo verwendbar.

Zunächst sollen von Gero Kliniken und Arztpraxen und weitere vakante Berufszweige berücksichtigt werden, die an vorderster Front mit der Pandemie zu tun haben, so die Information der Firmen-Webseite: "Vorrang hat Bedarf aus systemrelevanten Bereichen und Diensten am Menschen - wir wollen zuerst dort helfen! Wir können daher aktuell weiterhin keine Händler und keine Privatkunden beliefern. Sobald Kapazitäten frei sind, werden wir dies hier veröffentlichen."

Auch Bayerns Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber, hat vorige Woche bereits erste Visiere bei Gero abgeholt und mit anderen Hilfsgütern zum Forchheimer Klinikum gebracht, wie er in seiner Facebook-Seite verkündet.

Hermann betont, dass aufgrund der Zeitknappheit bislang noch keine, wie sonst bei neuen Produkten erforderliche Zertifizierung habe erfolgen können: "Das Coronavirus wartet nicht auf Zulassungen. Wir klären natürlich trotzdem die Thematik von möglichen Zertifizierungen für spezielle Anwendungsbereiche." In der beigefügten Information wird extra darauf hingewiesen, dass es sich beim Visier um "kein Produkt nach dem Medizinproduktgesetz und auch um keines für die persönliche Schutzausrüstung im Arbeitsschutzbereich" handele. Es solle hauptsächlich Schutz bei unvermeidlichen Begegnungen bieten. Zur Materialbeschreibung wird aufgeklärt: PVC hat eine hohe Beständigkeit gegen Säuren, Laugen, Alkohol und Öl und wird häufig im Non-Food-Bereich verwendet.

Unumwunden gibt Hermann auch wirtschaftliche Interessen hinter der Idee zu, denn das eigentliche Geschäftsfeld sei seit Beginn und Zuspitzung der Pandemie fast weggebrochen: "Unsere Kunden warten derzeit ab. Bereits bestehende Aufträge liegen auf Halde. Daher mussten wir unsere zehnköpfige Belegschaft in Kurzarbeit schicken und haben diese jetzt zur Produktion der Masken zurückbeordern können. Wir haben auch am Wochenende gearbeitet."