Forchheim
Rechte

Forchheimer Firmen müssen Daten schützen

Die Unternehmen und Behörden im Kreis Forchheim haben nur noch wenige Wochen Zeit, um sich auf die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung einzustellen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Mitarbeiterinnen des Reisebüros Mäx in Forchheim, wie Gerda Zimmermann, müssen ihre Kunden auch über geltenden Datenschutz aufklären. Foto: Ronald Heck
Die Mitarbeiterinnen des Reisebüros Mäx in Forchheim, wie Gerda Zimmermann, müssen ihre Kunden auch über geltenden Datenschutz aufklären. Foto: Ronald Heck
"Die größte Herausforderung ist für uns die Technik. Denn wir kommunizieren vermehrt per E-Mail mit unseren Kunden", sagt Ursula Mäx. Das Reisecenter Mäx stellte 2017 auf ein neues System um. Durch das "papierlose Reisebüro" seien viele Prozesse digitalisiert worden. Die Forchheimer können ihre Reise-Formulare zum Beispiel elektronisch auf dem Tablett ausfüllen. Auch die Datenschutzerklärung kann digital unterschrieben werden.

Die TUI-Franchise-Leitung habe sich bereits früh mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung beschäftigt, davon profitiere das Reisecenter Mäx heute. "Wo kein Kläger, da kein Richter. Aber man ist oft sicher am Rande der Legalität gewesen, ohne es überhaupt zu wissen", meint die 60-Jährige und nennt ein Beispiel: Einige Stammkunden würden von ihr erwarten, dass das Reisebüro die Kreditkartennummern speichert, damit sie sie nicht bei jeder Buchung erneut angeben müssten. Das Speichern ist aber verboten. "Selbst jeder Schmierzettel, auf dem die Nummer steht, muss vernichtet werden", betont Mäx. "Bei uns ist eher das Problem, dass unsere Kunden die Datenschutz-Vorgaben nicht nachvollziehen können." Die Reiseberater werden deshalb in Webinaren geschult, um über geltendes Datenschutz-Recht aufklären zu können.


Bankkunden werden informiert

Die Klienten der örtlichen Banken sollen demnächst Informationen über das DSGVO erhalten. "Bis Anfang April werden wir unsere Kunden anschreiben", sagt Gregor Scheller, der Vorstandvorsitzende der Volksbank Forchheim. Auch die Vereinigten Raiffeisenbanken Gräfenberg-Forchheim-Eschenau-Heroldsberg werden lediglich ihre AGBs umformulieren müssen. Für den Kunden ändere sich wenig. "Im Bankenbereich waren die Anforderungen bisher genauso hoch", fügt Stefan Benecke, Mitglied der VR-Geschäftsleitung hinzu.

"Materiell rechtlich ändert sich für uns nicht viel", meint auch Franziska Hofmeister, die Datenschutzbeauftragte des Landratsamtes Forchheim. Die EU-Datenschutz-Grundverordnung bringe aber umfangreiche Verfahrensänderungen mit sich. Konkret bedeutet das beispielsweise: "Wenn in der Behörde eine Datenpanne passiert, zum Beispiel ein Handy verloren wird, müssen wir das sofort melden." Außerdem würden die Informationsrechte von Betroffenen gestärkt werden.

Das Landratsamt muss zudem ihre Datenschutz-Formulare ergänzen und interne Strukturen ändern. Bisherige Einwilligungen blieben zwar bestehen, aber es müsse auf das DSGVO hingewiesen werden. "Eine EU-Verordnung muss in den EU-Mitgliedsstaaten unmittelbar angewendet werden", weiß Hofmeister. Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung bedeute für die Datenschutzbeauftragte in den nächsten Wochen durchaus Aufwand. "Aber wir sind sehr zuversichtlich, dass wir das hinbekommen."
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren