Forchheim
Petition

Forchheimer Anwohner fordern Maßnahmen gegen Autoraser in der Innenstadt

Anwohner der Wiesentstraße und Bewohner des Katharinenspitales fordern die Verantwortlichen der Stadt auf, der Raserei in verkehrsberuhigten Bereichen Einhalt zu gebieten. Unterschriften für Einhaltung des Verkehrskonzeptes gesammelt.
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In der verkehrsberuhigten Wiesentstraße sind nahezu alle Autos zu schnell unterwegs. "Die Stadt muss handeln", finden Anwohner.  Foto: Josef Hofbauer
In der verkehrsberuhigten Wiesentstraße sind nahezu alle Autos zu schnell unterwegs. "Die Stadt muss handeln", finden Anwohner. Foto: Josef Hofbauer

Rund 70 Bewohner des Altenheimes Katharinenspital und Anwohner der Wiesentstraße haben die Faxen dicke. Mit einer Unterschriftenliste, auf der sich binnen weniger Tage 80 Personen eingetragen haben, fordern sie Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) und den Forchheimer Stadtrat auf, gegen die Raserei in der verkehrsberuhigten Wiesentstraße vorzugehen.

Geplant war die Übergabe der Unterschriften im Stadtteiltreff des Katharinenspitales. Hier saßen die Unterzeichner wie bestellt und nicht abgeholt, denn Oberbürgermeister Uwe Kirschstein kam nicht. "Eine Unverschämtheit" kritisierte eine Teilnehmerin des Treffens. Doch Manfred Schade, Inhaber des Buchladens "'s blaue Stäffala" und Betroffener der Aktion beschwichtigte. Es habe da wohl ein Missverständnis gegeben. Das Stadtoberhaupt sei davon ausgegangen, dass ihm die Unterschriften in seinem Amtszimmer überreicht werden.

Stadt muss endlich handeln

Im Grunde, so "Wutbürger" Ewald Feidner sei die Sache klar. Die Wiesentstraße sei seit vielen Jahren als verkehrsberuhigter Bereich (Spielstraße) ausgebaut. "Nur hält sich so gut wie keiner an diese Geschwindigkeitsbegrenzung. Und da muss sich etwas ändern", fordert Feidner. Das Verkehrskonzept müsse endlich umgesetzt werden.

Als Anwohner der Wiesent straße kennt er die Situation nur zu genau. So wie sein Nachbar Manfred Schade. "Gerade in den Abendstunden geben die (jungen) Autofahrer bereits bei der "Hundsbrücke" Gas und brettern mit bis zu 70 km/h über das Kopfsteinpflaster. Wenn der Automotor an der Einmündung in die Bamberger Straße eine Fehlzündung produziert, sind sie glücklich", so Schade.

"Pro Tag halte sich nur ein Autofahrer an das vorgeschriebene Tempo", berichtet Gerhard Gutbrod, der vom Balkon seiner Wohnung im Katharinenspital aus einen guten Überblick über die Situation hat. Zu schnell gefahren werde den ganzen Tag. "Aber so richtig gefährlich wird es für die Fußgänger, wenn Autofahrer versuchten, den Vordermann, der mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs ist, zu überholen", berichtet Armin Werleh. Besonders vor dem "Akropolis" in der Wiesentstraße sei es wiederholt zu extrem gefährlichen Situationen gekommen. Gastronom Ioannis Stampoulos und seine Bedienungen hätten sich wiederholt nur durch Sprinteinlagen vor den Rasern retten können.

Prügel angedroht

Er habe auch beobachten können, so Werleh, dass ein Autofahrer angehalten und Stampoulos Prügel angedroht habe, als der Gastwirt den Autofahrer zu einer langsameren Fahrweise aufgefordert habe. Gemeinsam ist den Wutbürgern die Ohnmacht, die sie auf die Barrikaden trieb. Seitens der Stadt, so Gerhard Gutbrod, werde die Situation einfach hingenommen.

Der Ruf nach mehr Geschwindigkeitskontrollen an heiklen Stellen im Stadtgebiet Forchheim ist nicht neu. Bislang können ausschließlich Polizisten zu schnell Fahrende in der Königsstadt belangen. Das könnte sich jedoch künftig ändern: Die Stadt denkt darüber nach, die kommunalen Verkehrsüberwacher in Forchheim zu berechtigen, in sensiblen Bereichen bei Verstößen Anzeige zu erstatten.

Auch die Polizei sei offenbar nicht imstande, der Raserei im verkehrsberuhigten Bereich Einhalt zu gebieten. "Die haben nicht einmal angehalten, als nachts um 3 Uhr Gäste vor der Bierbar "Funzl" lautstark herumkrakeelten. Da war ich schon enttäuscht", berichtet Gutbrod.

Wenigstens ermahnen hätten die Ordnungshüter die Gaststättenbesucher können, findet er. Dabei verweist der Rentner darauf, dass jedem Menschen laut Gesetzt acht Stunden Ruhe täglich zustehen. Aber das überprüfe natürlich auch keiner.

Den Spaß verderben

Was passieren soll, damit die Autofahrer künftig langsamer auf der Wiesentstraße unterwegs sind, auch darüber haben sich die Sammler der Protest-Unterschriften Gedanken gemacht. "Das kann von verstärkten Polizeikontrollen über Geschwindigkeitsmessungen bis zu stationären Tempo-Anzeigen reichen", findet Gutbrod.

Auch bauliche Maßnahmen seien ins Kalkül zu ziehen. Temposchwellen, sogenannte "Berliner Kissen", könnten den Rasern den Spaß, durch die Wiesentstraße zu brettern, verderben.

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