Forchheim
Medizinversorgung

Forchheim will keine Klinik-Fusion mit Bamberg

Bamberger Gesundheitsexperten denken über Klinik-Fusionen nach und wollen die hiesigen Krankenhäuser mit ins "Gesundheitsboot" nehmen. Das lehnt aber nicht nur Forchheims Oberbürgermeister Franz Stumpf ab.
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Das Klinikum Forchheim Foto: Josef Hofbauer
Das Klinikum Forchheim Foto: Josef Hofbauer
400 der 2050 deutschen Krankenhäuser sind von der Schließung bedroht, so eine Prognose der Bayerischen Krankenhausgesellschaft. "Einzelkämpfer werden es schwer haben", warnt Xaver Frauenknecht, der Geschäftsführer der Sozialstiftung Bamberg. Er plädiert für die Zusammenarbeit regionaler Kliniken. Und während in Bamberg Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und Landrat Günther Denzler (CSU) über Klinik-Fusionen zwischen Stadt und Land nachdenken, gibt es Hinweise, die Kliniken Forchheim und Ebermannstadt an der geplante Reform zu beteiligen.

Der Forchheimer Klinik-Geschäftsführer Reinhard Hautmann hört das nicht gern: "Ich bin überrascht, dass von Bamberger Seite öffentlich Dinge angedacht werden, die mit den Beteiligten nicht einmal besprochen sind."
Laut nachgedacht hat beispielsweise Xaver Frauenknecht: Millionenbeträge könnten durch den Zusammenschluss der Häuser in
Bamberg, Burgebrach und Scheßlitz eingespart werden. Und Manfred Fischer, der Geschäftsführer der Gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft Bamberg, hat den Gedanken ausgebaut: Er würde gerne auch die Krankenhäuser in Forchheim und Ebermannstadt mit in das "Gesundheitsboot" der Region nehmen. Dieses Boot wäre durch seine Größe dann noch wirtschaftlicher und leistungsfähiger, meint Fischer.

Der Forchheimer Klinikchef Reinhard Hautmann kommentiert solche Wirtschaftlichkeitsfragen nicht. "In erster Linie ist da die Forchheimer Politik gefordert", meint Hautmann. Die Politik wiederum dürfte sich mit den Überlegungen aus Bamberg schwer tun. Schon deshalb, weil der böse Streit mit der Bamberger Sozialstiftung um die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) zu Beginn des Jahrzehnts noch vielen in unangenehmer Erinnerung sein könnte.

"Steht nicht zur Diskussion"
Aktuell jedenfalls stünden Überlegungen einer Zusammenarbeit mit Bamberg "gar nicht zur Diskussion", sagte am Donnerstag Franz Stumpf. Der Forchheimer Oberbürgermeister (CSU/WUO) und Vorsitzende der Bayerischen Krankenhausgesellschaft deutet an, wie unausgereift all diese Pläne sind: "Bamberg redet darüber, aber sie sind doch selbst noch keinen Schritt weiter." Für die hiesige Region hat Franz Stumpf eine klare Vorstellung: "Wir denken über Forchheim und über Ebermannstadt nach, über das andere nicht."

Auch in Ebermannstadt deutet nichts auf eine Zusammenarbeit mit Bamberg hin. Dort ist der neue Geschäftsführer Uwe Möller-Ühlken gerade dabei, einen Sanierungsplan für die defizitäre Klinik Fränkische Schweiz zu erarbeiten. Die Bamberger Puzzle-Spiele hat Uwe Möller-Ülken zwar zur Kenntnis genommen; doch wie darauf reagiert werden könne, das sei eine "politische Frage - die kann nicht durch die Geschäftsführung beantwortet werden." Möller-Ühlken weist lediglich auf das Gutachten des Bayreuther Professors Peter Oberender hin. Dessen Arbeit, die eine mögliche Fusion der Kliniken Forchheim und Ebermannstadt untersucht, werde am Donnerstag, 4. April, dem Aufsichtsrat der Klinik Ebermannstadt präsentiert. "Kann sein, dass dann über größere Lösungen gesprochen wird, aber ich weiß es nicht", sagt Möller-Ühlken.



Auch Oberbürgermeister Franz Stumpf wartet gespannt auf die Expertise von Oberender. Doch eines ist für ihn schon vor der offiziellen Präsentation kein Geheimnis: "Dass eine Fusion von Forchheim und Ebermannstadt wirtschaftlich am erfolgreichsten ist, das ist klar."

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