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Forchheim
Verkehr

Fränkische Viertklässler demonstrieren gegen Elterntaxis

Mit einer Aktion gegen das Elterntaxi überraschten Schüler und Lehrer der Adalbert-Stifter-Schule (AST) in Forchheim viele Eltern nach den Ferien.
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Schülerinnen und Schüler der AST wollen etwas gegen das "Verkehrschaos" tun, das durch Elterntaxis verschärft werde. Foto: privat
Schülerinnen und Schüler der AST wollen etwas gegen das "Verkehrschaos" tun, das durch Elterntaxis verschärft werde. Foto: privat
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In Sicherheitswesten und mit Unterstützung der Polizei verteilten Schüler und Lehrer der Adalbert-Stifter-Schule (AST) im oberfränkischen Forchheim Flugzettel an Eltern, die ihre Kinder morgens zur Schule bringen. Die Idee entstand, weil vor Schulbeginn regelmäßig ein Verkehrschaos vor der AST herrsche, erklären die Organisatoren.

Elterntaxis fahren bis vor die Schultore

Zwei Zebrastreifen und zwei Einfahrten zur Schule sowie eine enge Kreuzung würden ohnehin für eine problematische Verkehrssituation sorgen. "Fahren dann noch die Elterntaxis bis unmittelbar vor die Schultore, halten hier - teilweise auch noch in zweiter Reihe - dann ist das Chaos perfekt", schildert Rektor Martin Horn die Situation.

Daraus ergäben sich für die Schüler, die zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen, gefährliche Situationen: Gehwege seien zugeparkt, Autotüren würden sich plötzlich öffnen, der Weg werde zum Slalomkurs. "Dies ist definitiv eine Gefährdung des Schulwegs für unsere Schüler und wir wollten etwas dagegen tun", rechtfertigt die Schule die Aktion.

Auf Fehlverhalten aufmerksam machen

So wurden im Rahmen des Verkehrsunterrichts in den vierten Klassen von den Schülerinnen und Schülern große Transparente entworfen und Flugzettel verfasst, unterstützt von den Lehrerinnen Julia Freund und Susanne Schatz. "Die Einbindung der Schüler war uns besonders wichtig", sagt Schatz, "wenn Kinder ihre Eltern auf Fehlverhalten aufmerksam machen würden, sei dies nachhaltiger als nur eine Belehrung durch Erwachsene."

Hauptanliegen der Schüler war dabei, dass sie ihre Selbstständigkeit voranbringen wollen. "Wir können das selbst", so der Tenor der Viertklässler. Man sollte dabei nur auf eine verkehrssichere Ausrüstung achten: Fahrradhelm, ausreichende Beleuchtung und reflektierende Kleidung schützen und tragen zu einem sicheren Schulweg bei. Auch die Unterstützung der Polizei sei ein großes Anliegen der Schule gewesen.

Dabei ging es sowohl um die Absicherung der Aktion, aber auch darum die Dringlichkeit dieser Aktion deutlich zu machen. Leider könne man immer wieder beobachten, dass Schüler mit dem Schulranzen auf dem Rücken auf dem Vordersitz der Autos säßen und auch nicht angeschnallt seien. Nur wenige Fahrmeter würden diese Verhaltensweisen in keiner Weise rechtfertigen, ergänzt Gudrun Leugner, die Sicherheitsbeauftragte der Schule.

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