Forchheim
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Forchheim: Preisgekrönte Kochaktion im Jörg Creutzer-Pflegeheim

Ein Koch-Projekt des Diakonie-Seniorenzentrums Jörg Creutzer in Forchheim wurde bereits zum Publikumsliebling gekürt. Jetzt sucht die Adalbert-Raps-Stiftung wieder die "Helden der Heimat" in Oberfranken.
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Im Pflegeheim Jörg Creutzer kochen regelmäßig die Bewohner gemeinsam mit Kindern. Foto: PR
Im Pflegeheim Jörg Creutzer kochen regelmäßig die Bewohner gemeinsam mit Kindern. Foto: PR
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Gemeinsam Speisen zubereiten und verkosten steht im Rahmen des Projekts "Kochen mit Jung und Alt" im Pflegeheim des Forchheimer Seniorenzentrums Jörg Creutzer auf dem Plan. Dabei geht es nicht nur um den richtigen Umgang mit frischen Lebensmitteln und den Wert einer gesunden Ernährung, sondern vielmehr auch darum, zwei unterschiedliche Altersgruppen zusammenzubringen. Bei der Kochaktion steht die respektvolle Begegnung zwischen Jung und Alt sowie das Entdecken von Stärken, Potentialen, Ressourcen aber auch Unterschieden im Vordergrund.

Alt und Jung profitieren

Den Kindern wird das Thema Altern näher gebracht, sie lernen von den Erfahrungen und dem Wissen der älteren Generation. Die Bewohner erfahren, dass sie Herausforderungen selbstständig erfolgreich bewältigen können. Letztlich profitieren beide Altersgruppen voneinander und sie bauen eine Beziehung miteinander auf. Dieser Ansatz begeisterte die Bürger Oberfrankens und sie kürten das Projekt zum Publikumsliebling im Wettbewerb "Helden der Heimat Oberfranken" 2017.

Im Interview mit der Adalbert-Raps-Stiftung erklärt Michael Wagner, Pflegedienstleiter im Forchheimer Seniorenzentrum Jörg Creutzer, was die Auszeichnung bewirkt hat und wie es mit dem Projekt weiter geht. Frage:

Der Moment der Gewinnerbekanntgabe - Wie haben Sie sich gefühlt und was bedeutet der Preis für Sie und das Projekt?

Michael Wagner: "Ich war total überwältigt und sprachlos. Dass wir mit unserem Projekt während der Votingphase weit vorne lagen, konnten wir bis zuletzt verfolgen. Dass es dann aber wirklich für den ersten Platz und den damit verbundenen 8000 Euro Preisgeld gereicht hat, war wirklich eine tolle Überraschung. Es ist ein wahnsinniges Gefühl, so viel Unterstützung zu erfahren. Einerseits bedeutet die Auszeichnung einen wirklich großen Schritt für das Vorankommen des Projekts - auch das Bundesministerium für Ernährung wurde auf Kochen mit Jung und Alt im Pflegeheim aufmerksam - andererseits bedeutet es gleichzeitig ein Stück weit Bestätigung dafür, sich mit seinem Engagement auf dem richtigen Weg zu befinden. Beim gemeinsamen Zubereiten von Speisen und dem anschließenden Essen vergessen die Menschen mit kognitiven Einschränkungen genau diese Defizite und finden Bestätigung. Es ist toll, ihnen diese Erfahrung zu ermöglichen.

Wie kamen die 8000 Euro Preisgeld dem Projekt zugute und wie hat sich das Kochen mit Jung und Alt im Pflegeheim seit 2017 entwickelt?

Die erste Investition war tatsächlich ein Akkuschrauber für den Hausmeister, um neue Hochbeete aufstellen zu können. Nun ist es uns möglich, auch eine Gartentherapie mit Kindern und unseren betagten Bewohnern durchzuführen. Gemeinsam werden verschiedene Gemüsesorten und Kochzutaten in den Hochbeeten gepflanzt und gepflegt. So können wir beim Kochen immer wieder auf unser eigenes Gemüse zurückgreifen. Überdies haben wir Gefrierschränke und -truhen gekauft, einen tollen Schrank für unseren Gemeinschaftsraum angeschafft und unser Kücheninventar aufgestockt. Die Kinder kommen nach wie vor sehr gerne ins Haus und immer wieder berichten Erzieher im Vorfeld, dass sie das ein oder andere Kind vertrösten mussten, da bei jedem Besuch nur eine begrenzte Anzahl an Teilnehmern möglich ist.

Zu guter Letzt: Warum sollten andere Projekte am Wettbewerb "Helden der Heimat Oberfranken" teilnehmen und gibt es etwas, das Sie den Teilnehmern mit auf den Weg geben möchten?

Ich kann jedem sozialen Projekt der Region Oberfranken die Teilnahme am Wettbewerb empfehlen. Zum einen, weil unser Projekt viel Aufmerksamkeit erfahren durfte und wir es weiterentwickeln konnten. Zum anderen, weil wir viele interessante Menschen und deren Ideen kennengelernt haben. Uns war nicht bewusst, dass Oberfranken im Bereich "Soziales" so innovativ ist - das ist großartig! Dass wir den Publikumspreis gewonnen haben, war das Sahnehäubchen, aber allein die Vernetzung war bereits ein echter Gewinn. Auch an den Abend der Preisverleihung blicken wir noch heute mit Stolz zurück.

Die "Helden der Heimat" in Oberfranken 2019 werden gesucht

Wettbewerb Insgesamt 85 Projekte nehmen in diesem Jahr am Wettbewerb "Helden der Heimat Oberfranken" teil. "Die Anzahl der Projekte, die den Teilnahmekriterien entsprechen und die tatsächlich zum Wettbewerb zugelassen wurden, ist etwas geringer als bei der vergangenen Wettbewerbsrunde. Allerdings war die Zahl der Einreichungen deutlich höher und auch die Qualität der Bewerbungen ist merkbar gestiegen. Eine tolle Entwicklung!", so Yola Klingel, Teamleitung Adalbert-Raps-Stiftung.

Kategorien Nach erfolgreicher Bewerbungsphase ist es nun Aufgabe der Jury, die Bewerberprojekte zu bewerten und in jeder der drei diesjährigen Wettbewerbskategorien Mobilitäts-, Begegnungs- und Zukunftshelden die ersten drei Plätze zu benennen.

Onlineabstimmung Darüber hinaus ist es der Öffentlichkeit noch bis zum Mittwoch, 10. Oktober 2019, möglich, für ihr Lieblingsprojekt bei "Helden der Heimat" online auf der Webseite https://oberfranken.heldenderheimat.de/publikumspreis-2/ abzustimmen.

Gewinner Die Preisverleihung findet am Samstag, 12. Oktober, im Spiegelsaal der Harmonie in Bamberg statt.

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