Forchheim
Denkmalschutz

Forchheim: Kulturschätze vor Flammen schützen - aber wie?

Vor einem Jahr beschädigte ein Großbrand die historischen Mauern der Kaiserpfalz. Um die Kulturhistorie im Stadtkern vor möglichem Feuerschaden zu bewahren, gelten strenge Auflagen und Gesetze. Auch in der langen Geschichte der Königsstadt gab es verheerende Brände.
Artikel drucken Artikel einbetten
Foto: Feuerwehr Forchheim/Archiv
Foto: Feuerwehr Forchheim/Archiv

Mitten in der Nacht schossen neben der Kaiserpfalz vor einem Jahr die Flammen in die Höhe. In der Nacht auf den 9. April 2018 brannte eine Holzhütte auf der Bastion zwischen dem Pfalzgebäude und dem Saltorturm. Glücklicherweise verhinderten die Feuerwehrmänner und -frauen, dass sich der Großbrand im historischen Stadtkern von Forchheim ausbreitete.

Doch das Feuer hinterließ an der Mauer Risse. Wer die geschätzten Reparaturkosten von rund 55 000 Euro zahlt, ist noch unklar. Der Haftpflichtversicherer des Hüttenbesitzers und Gastrobetriebs weigert sich, die Kosten zu übernehmen. Die Begründung: Es gibt offiziell keinen Verursacher für das Unglück. Auch die Ermittlungen der Polizei ergaben keinen Schuldigen. Wegen des Brandschadens verhandle die Stadt nach wie vor mit dem Versicherer, betont Britta Kurth, Pressesprecherin der Stadt Forchheim.

Feuer können verheerende Schäden an historisch bedeutenden und denkmalgeschützten Gebäuden anrichten, das macht der Brand an der Kirche Notre Dame in Paris deutlich. Doch wie funktioniert Brandschutz in einem Altstadtkern wie Forchheim?

"Für jedes historische Bestandsgebäude in der Stadt, ob privat oder in Besitz der Stadt, wird ein eigenes Brandschutzkonzept entwickelt, sobald eine Sanierung vorgesehen wird", erläutert Kurth. Dabei werde selbstverständlich Rücksicht auf die Denkmaleigenschaften genommen. Die Stadt beziehungsweise die Baubehörde prüfe diesen Brandschutznachweis streng. Bei neuen Gebäuden sei dies einfacher, da sich alles nach der bayerischen Bauordnung richte.

Hoher Brandschutz am Rathaus

Ein Beispiel ist die aktuelle Sanierung des historischen Rathauses in Forchheim: "Hier wird es einen Brandschutz auf sehr hohem Niveau geben", verspricht die Pressesprecherin. Zur Sicherheit seien bereits bei den Sanierungsarbeiten gerade bei heiklen Arbeiten stets Brandwächter im Einsatz. Sie sind ständig dafür da, bei möglichem Funkenflug oder ähnlichem aufzupassen. Welche weiteren konkreten Maßnahmen für den Brandschutz umgesetzt werden, möchte die Baubehörde hingegen nicht öffentlich machen - auch um das Gebäude zu schützen, so die Begründung. Nur soviel: Beim Brandschutz von historischen Gebäuden könne nicht in gleicher Weise wie bei einem Neubau vorgegangen werden. "Die brandtechnische Ertüchtigung erfolgt denkmalverträglich, der Standard muss deshalb aber nicht schlechter sein als beim Neubau ", betont Kurth.

Zudem gebe es in der Nähe von historischen Gebäuden spezielle Brandschutz-Auflagen. Beim Kaiserstrand zum Beispiel, den die Erlanger Event-Agentur "Dinger und Boubaker" auf der Bastion errichtete, habe es Abstandsregelungen gegeben. Die Ausschankhütten mussten entsprechend weit von der Kaiserpfalz und dem Saltorturm aufgebaut werden. Der Auflage sei es auch zu verdanken, dass das Feuer nicht auf die historischen Gebäude übergegriffen habe. "Nur durch diese Regeln war es möglich, dass nichts Schlimmeres passiert ist.".

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren