Forchheim
Flüchtlingshilfe

Forchheim hat einen neuen Integrationslotsen

Daniel Sauer ist neuer hauptamtlicher Integrationslotse für die Flüchtlingsarbeit in Forchheim. Aber auch die Räume, die die Pfarrei St. Martin zu Verfügung stellt, sind eine Neuerung.
Artikel drucken Artikel einbetten
Werner Lorenz,  Dekan Martin Emge und auch der neue Integrationslotse Daniel Sauer (von links) finden es wichtig den Flüchtlingen zu helfen und engagieren sich deshalb gemeinsam. Foto: Ronald Rinklef.
Werner Lorenz, Dekan Martin Emge und auch der neue Integrationslotse Daniel Sauer (von links) finden es wichtig den Flüchtlingen zu helfen und engagieren sich deshalb gemeinsam. Foto: Ronald Rinklef.

Im Bereich der Flüchtlingsarbeit in Forchheim rührt sich etwas: Zum einen gibt es den neuen hauptamtlichen Integrationslotsen Daniel Sauer. Zum anderen stehen nun neue Räume für die Beratung und Unterstützung von Flüchtlingen zur Verfügung, die außerdem als Begegnungsstätte dienen sollen. Zudem sollen Veranstaltungen rund um das Thema Integration dort stattfinden. Die Räume werden von der Pfarrei St. Martin zur Verfügung gestellt.

Der 30-jährige Forchheimer Daniel Sauer soll mit seiner Arbeit als Integrationslotse im Austausch mit verschiedenen ehrenamtlichen Einrichtungen, die in der Flüchtlingshilfe tätig sind, feststellen, wo und was noch im Bereich der Integration fehlt. Da er schon einige Jahre im Ehrenamt tätig ist, weiß er worauf es ankommt.

Integrationsarbeit sehr intesiv

"Es geht natürlich darum, neue engagierte Helfer zu finden, diese zu unterstützen, sich um ihre Belange zu kümmern und sie zu motivieren, dass sie mit ihrer Arbeit weiter machen", sagt Sauer.

Im Landkreis Forchheim gibt es insgesamt 34 Gemeinschaftsunterkünfte, die Hälfte davon befinden sich in der Stadt Forchheim. Hinzu kommen zwei Unterkünfte, die speziell für jugendliche Geflüchtete vorgesehen sind. Insgesamt werden im Landkreis Forchheim also 550 Flüchtiglinge betreut. Ihnen soll außerdem geholfen werden, sich in der neuen Umgebung und sich mit der ihnen fremden Kultur zurecht zu finden.

Dankbarkeit für Unterstützung

Zu den neuen Räumen in der Sattlertorstraße 11 sagt Werner Lorenz, Leiter des Sozialen Dienstes der Caritas: "Das ist etwas ganz Besonderes, dass wir diese neuen Räume nutzen können und bei unserem Herrn Dekan immer eine offene Tür haben." Dekan Martin Emge ist in seinen Worten hingegen sehr bescheiden. Es sei ihm besonders wichtig, das Ideal des Heiligen St. Martins, Patron der Pfarrei in Forchheim, wirklich vorzuleben und wie dieser zu teilen.

"Es geht darum, dass wir Menschen in Not helfen und dass wir gerade Randgruppen der Gesellschaft nicht aus dem Blick verlieren", erklärt er. Um dieses Ideal vorzuleben und dem Sozialdienst für ausländische Flüchtlinge entgegenzukommen und diesen zu helfen setzte er deshalb die Miete für die neuen Räume niedriger an.

Speziell bei Flüchtlingen ist die Integration in die Gesellschaft eine Herausforderung, so Lorenz. "Das kostet sehr viel Energie und ist mit viel Aufwand verbunden."

Die Stelle von Daniel Sauer wird durch das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration gefördert. Zusätzliche Unterstützung kommt durch das Landratsamt Forchheim und das Diakonische Werk. "Diese Zusammenarbeit ist wichtig, damit wir alle an einem Strang ziehen", erklärt Lorenz.

Am Anfang sei es noch leicht den Menschen zu helfen, da sie zunächst nur das Nötigste wie Essen, Kleidung und einen Ort zum Schlafen brauchen. Aber Lorenz sieht auch, dass das nicht reicht: "Die Aufgaben sind mittlerweile so vielschichtig. Die Menschen müssen versorgt werden und benötigen Ärzte, Kita-Plätze und Schulen für ihre Kinder."

Gerade diese Arbeit könne manchmal sehr zermürbend sein, weiß Sauer. "Wir kümmern uns um unsere Helfer und darum, dass sie mit ihren Kräften haushalten."

Deshalb sollen in den Räumen im Erdgeschoss der Sattlertorstraße spezielle Weiterbildungen für ehrenamtliche Helfer stattfinden. "Dadurch möchten wir ihnen Informationen zur Erleichterung bei der Arbeit an die Hand geben und sie in ihrem Engagement bestärken", erklärt der Integrationslotse weiter.

Flüchtlinge sollen ebenfalls die Möglichkeit haben, dort von ihren Erfahrungen und ihrer Geschichte zu erzählen. Das solle für mehr Verständnis zwischen den Kulturen sorgen.

Vorträge und Ausstellungen zum Thema sollen zudem Teil des Programms sein. Werner Lorenz freut sich sehr über diese Chance, die die Pfarrei St. Martin dem Sozialdienst für ausländische Flüchtlinge, ermöglicht. "Hier soll ein Begegnungsort für die Menschen sein."

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren